Saudi-Arabien: Größter Börsengang der Geschichte abgeblasen?

Kronprinz Mohammed bin Salman. Der Börsengang von Saudi Aramco sollte zur Finanzierung seiner „Saudi Vision 2030“ beitragen.

„Der womöglich größte Börsengang aller Zeiten findet vorerst wohl nicht statt. Saudi-Arabien habe die Emission des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco auf Eis gelegt, sagten vier Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Platzierung eines Fünf-Prozent-Anteils an Aramco sollte nach den Vorstellungen von Kronprinz Mohammed bin Salman bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen. (…)

Ein hochrangiger Banker sagte zu Reuters: ‚Wir haben die Botschaft bekommen, dass der Börsengang auf absehbare Zeit abgesagt ist.‘ Eigentlich sollte er noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, doch interne Streitigkeiten über die Wahl des zweiten Börsenplatzes und über die Bewertung verzögerten das Vorhaben. Nun seien Investmentbanker und andere Berater, die die Emission vorbereiten sollten, von ihren Aufgaben entbunden worden. Das Budget, das Aramco dafür eingeräumt worden war, sei nicht über Juni hinaus verlängert worden.“ (manager magazin: „‚Erst Verzögerung, dann Absage‘ – fällt der weltgrößte Börsengang aus?“)

„Das Risiko eines Scheiterns sei zu groß. Medien berichteten am späten Mittwochabend davon, dass der IPO [initial public offering, Erstplatzierung] tatsächlich abgeblasen werde.

Das wusste der saudische Ölminister Khalid al-Falih, der auch Aramcos Aufsichtsrat leitet, umgehend zu dementieren. Doch schon in der Vergangenheit kam es vor, dass al-Falih Tage später bestätigen musste, was Medien bereits gemutmaßt hatten. So dürfte es auch diesmal sein. Sie hätten Stopp-Signale erhalten, sagen beteiligte Banker – und diese gelten bekanntlich als gute Quellen.

Ohnehin würde ein bedingt erfolgreicher Börsengang das Image des Kronprinzen erheblich beschädigen. Analysten bezweifeln, dass Saudi Aramco eine Bewertung erzielt wie vom Königshaus erwünscht. Geplant war, fünf Prozent der Aktien an die Börse zu bringen und damit 100 Milliarden Dollar einzusammeln. Insgesamt wäre der Konzern dann zwei Billionen Dollar wert.“ (Mathias Brüggmann: „Die Posse um Saudi Aramco bringt den saudischen Prinzen in die Bredouille“)

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