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Saudi-Arabien: Geschlechtergetrennte Arbeitsplätze als Zukunftsmodell

Saudi-Arabien: Geschlechtergetrennte Arbeitsplätze als Zukunftsmodell
Quelle: Flickr, CC BY-SA 2.0

„Die Lebensmittelfabrik ‚Luna‘ ist, seitdem Frauen vor acht Jahren damit begannen, dort als Verwaltungsangestellte zu arbeiten, geschlechtergetrennt. Im Jahr 2013 fingen die ersten 40 Frauen an, in der Fabrik zu arbeiten. ‚Wir arbeiten härter als die Männer‘, erzählt Elghamdi in ihrem Büro. ‚Für mich ist es besser, von ihnen getrennt zu sein. Wenn wir mit Männern arbeiten, muss ich meine Abaya und meinen Niqab tragen – das ist weniger bequem.’ Sie arbeitet bei der Dateneingabe, überwacht aber auch die Arbeitssicherheit für Frauen. ‚Es fällt ihnen leichter, mir zu sagen, was sie brauchen‘, sagt sie. ‚Es ist schwer, zu den Männern zu gehen.‘

Nicht alle Büros oder Fabriken in Saudi-Arabien sind nach Geschlecht getrennt. Dies ist seit 2005 keine gesetzliche Vorschrift mehr. Viele Arbeitgeber trennen jedoch weiterhin die Geschlechter, um die konservativen Werte einer mehrheitlich männlichen Belegschaft mit dem offensichtlichen Wunsch des Landes in Einklang zu bringen, das danach strebt, vermehrt Frauen einzustellen. Während die physischen Barrieren in anderen sozialen Umfeldern abnehmen, sind die Arbeitsplätze exklusiv für Frauen ein Symbol sowohl für die Zukunft als auch für die Vergangenheit. Die Frage, ob sie ein notwendiger Schritt in Richtung einer vollständigen Beteiligung von Frauen sind, ist weiterhin unklar.

Saudische Frauen arbeiten bereits seit langem, aber in einer sehr begrenzten Anzahl. Nach Angaben der Weltbank stieg der Anteil von Frauen an der Erwerbsbevölkerung zwischen 1990 und 2018 um weniger als 7% und macht nun 16,8% der Gesamtbeschäftigten aus. Nach Schätzungen Saudi-Arabiens liegt dieser Wert bei 22% und damit höher. Saudi-Arabische Beamte haben versprochen, die Wirtschaft zu sanieren und sie von der Abhängigkeit vom Öl zu befreien, auf das schätzungsweise 50% des Bruttoinlandsprodukts entfallen. Der Schlüssel dazu ist das Versprechen, die inländische Beschäftigung und insbesondere den Frauenanteil zu steigern, der bis 2030 auf 30% gesteigert werden soll. Im vergangenen Jahr hat das Königreich ‚Schritte zur uneingeschränkten Teilhabe von Frauen an der Gesellschaft‘ skizziert, zum Beispiel durch das Zulassen von Besuchen von Frauen bei Sportwettkämpfen.

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Das saudische Recht schreibt vor, dass Frauen nur in ‚ihrem Wesen entsprechenden Gebieten‘ arbeiten dürfen und verbietet ihnen Arbeitsplätze, die als ‚gesundheitsschädlich‘ gelten oder ‚die Frauen möglicherweise besonderen Risiken aussetzen‘. In der Praxis werden diese undurchsichtigen Regeln von Arbeitgebern häufig als Mittel interpretiert, um Frauen von körperlich schwierigen Tätigkeiten auszuschließen. (In der Luna-Fabrik sind Aufgaben, wie das Bewegen von schweren Kisten, auf die Männerabteilung beschränkt.) Eine im Januar gestartete Initiative für Frauen am Arbeitsplatz verlangt, dass Frauen getrennte Arbeitsbereiche zur Verfügung gestellt werden, wenn sie danach fragen. Dies soll verhindern, dass Frauen mit männlichen Kollegen allein gelassen werden. Es wird ebenfalls verlangt, dass Frauen nur in rein weiblichen Hotels oder Resorts als Reinigungskraft oder im Zimmerservice arbeiten dürfen. (…)

In dem Land bewegt sich die Gesellschaft wesentlich langsamer, als die offizielle Rhetorik. Während die Initiative ‚Frauen am Arbeitsplatz’ gleiches Entgelt für gleiche Arbeit fordert, bleibt ein erhebliches Lohngefälle bestehen. Saudische Frauen erhalten im Durchschnitt 56% weniger Lohn als Männer. Im Global Gender Gap Index des vergangenen Jahres belegte das Königreich Platz 145 von 149 Ländern.“ (Ruth Michaelson: „An ‚oasis‘ for women? Inside Saudi Arabia’s vast new female-only workspaces“)

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