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Saudische Monarchie: Kampf gegen Korruption als Machtabsicherung

Kronprinz Mohammed bin Salman und König Salman ibn Abdulaziz
Kronprinz Mohammed bin Salman und König Salman in Abdulaziz (© Imago Images / Hans Lucas)

Nach der massiven Kampagne gegen Korruption im Jahr 2017 lässt Kronprinz Mohammed bin Salman erneut Mitglieder des Königshauses verhaften.

Kersten Knipp, Deutsche Welle

Korruptionsbekämpfung oder Ausschaltung potentieller Rivalen? Anfang dieser Woche hat Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS), der starke Mann des Landes, wieder einmal zwei Mitglieder des Königshauses auf Grundlage von Korruptionsvorwürfen entlassen. Der erste Beschuldigte ist Prinz Fahd bin Turki Abdulaziz Al Saud, Kommandeur der im Jemen kämpfenden Streitkräfte der saudisch angeführten Militärkoalition. Der zweite ist dessen Sohn, Prinz Abdulaziz bin Fahd, stellvertretender Gouverneur der Provinz al-Dschauf im Norden Saudi-Arabiens.

Die Entlassungen basieren auf einer Anweisung von MbS an die saudische Anti-Korruptionsbehörde Nazaha. Diese soll auf Geheiß des Kronprinzen nun „verdächtige Finanztransaktionen im Verteidigungsministerium“ untersuchen, berichtet unter anderem der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera. (…)

Der Kampf von MbS gegen die Korruption geht ebenso weiter wie der Kampf gegen potentielle Konkurrenten: Erst im März dieses Jahres verhafteten die Behörden auf Anweisung von MbS mehrere hochrangige Prinzen unter dem Vorwurf des Hochverrats, darunter enge Verwandte des Kronprinzen und seines Vaters König Salman.

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Hintergrund solcher politischer Aufräum-Aktionen sind offenbar immer noch nicht völlig abgeschlossene Machtkämpfe im Königshaus: Wenn Kronprinz Mohammed bin Salman absehbar die Nachfolge seines Vaters König Salman antritt, wäre er der erste König der „neuen Generation“ an der Staatsspitze – der Generation der Enkel also, die auf die Generation der Söhne von Staatsgründer Abd al-Aziz ibn al-Saud folgen würde. Die Position ist nicht nur politisch, sondern auch symbolisch von hoher Bedeutung.

Beobachter gehen zwar davon aus, dass das Rennen um die Nachfolge auch hinter den Kulissen längst, wie offiziell eingeleitet, zugunsten von MbS entschieden ist. Doch der Kronprinz hat sich binnen weniger Jahre viele Feinde gemacht – und muss sich weiter vorsehen, keine Fehler zu machen, die seinen eigenen Ambitionen schaden könnten. Deshalb arbeitet MbS weiter daran, seine Macht gegen unliebsame Konkurrenten zu festigen. In Teilen der Bevölkerung erwirbt er sich damit zudem das Image, beherzter als jeder seiner Vorgänger gegen Korruption vorzugehen. 

(Aus dem Artikel „Saudi-Arabien: Kronprinz sichert seine Macht ab“, der bei der Deutschen Welle erschienen ist.)

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