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Sarah Silverman hat Unrecht über die Israelboykott-Bewegung BDS

Sarah Silverman erklärte kürzlich ihre Unterstützung für BDS
Sarah Silverman erklärte kürzlich ihre Unterstützung für BDS (© Imago Images / ZUMA Wire)

Sarah Silverman erklärt in einem Video ihre Unterstützung für BDS, von dem sie genauso wenig Ahnung zu haben scheint wie von israelischer Geschichte.

Jerry Coyne, Why Evolution is True

Ich liebte die göttliche Sarah [Silverman] – bis zum 10. Januar, als ich ihr 3-minütiges Instagram-Video sah, in dem sie ihre Unterstützung für BDS zum Ausdruck bringt – eine Unterstützung, die völlig ignoriert, wofür BDS wirklich steht. In der Tat macht sie so viele Fehler und falsche Behauptungen, dass sie bloß ein einziges wirklich sie Wahrheit spricht, wenn sie sagt: „Ich spreche aus meinem Arsch.“ Lassen Sie uns ihre Behauptungen „auseinandernehmen“.

Zunächst einmal kritisiert die BDS-Bewegung nicht nur die israelische Regierung für die „Besatzung“: BDS will ein Ende Israels als das Land, das es jetzt ist. BDS tut dies, indem es ein „Rückkehrrecht“ für die Palästinenser fordert, die Israel während des ersten Krieges verlassen haben (oft auf Geheiß arabischer Staaten!) – und auch für die Rückkehr all ihrer Nachkommen.

Das würde Israel in einen mehrheitlich palästinensischen Staat verwandeln, und Sie wissen, was das bedeutet. Ein Blutbad. Nein, BDS macht keinen Scherz, wenn seine Befürworter rufen: „Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein!“

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Viele Israelis und Juden in der ganzen Welt haben die israelische Regierung kritisiert, oder warum glauben Sie, dass Netanjahu sich derzeit auf so dünnem Eis befindet? Aber BDS fordert nicht nur eine Reform der israelischen Regierung; es fordert ihre Beseitigung. Wenn Silverman das nicht weiß, dann ist sie „arschignorant“, und es schmerzt mich, das zu sagen.

Außerdem will BDS nicht nur die Regierung boykottieren, sondern auch israelische Akademiker, die als Komplizen der Regierung angesehen werden. Leute wie ich sollen zum Beispiel nicht an akademischen Konferenzen in Israel teilnehmen. Was für ein Mist.

Es geht sogar noch weiter: BDS fordert einen Boykott von israelischen Künstlern, Schriftstellern, Sängern und so weiter – und ich nehme an, von israelischen Komikern wie Silverman. Das wiederum ist kein Boykott gegen eine Regierung, sondern gegen die Israelis selbst: Juden. Man muss nicht allzu viel nachdenken, um den Antisemitismus zu erkennen, der in BDS steckt.

Silverman macht einen schrägen Verweis darauf, dass Israel Apartheid praktiziere. Auch das ist grober Unfug. Araber leben in Israel mit allen Bürgerrechten, einschließlich des Rechts, Richter zu sein, in der Knesset zu sitzen und so weiter. Wenn es wirklich ein Apartheid-Gebiet in der Region gibt, dann sind es die palästinensischen Gebiete, wo Juden nicht leben dürfen und von der Regierung ständig verunglimpft werden.

Und die palästinensische Regierung, entweder die der Palästinensischen Autonomiebehörde oder der Hamas, ist brutal, repressiv und empathischlos gegenüber ihrem eigenen Volk. Schwule und Abtrünnige machen sich eines Kapitalverbrechens schuldig; Frauen werden unterdrückt. Es gibt keine Redefreiheit. Weiß Sarah das? Die amerikanische Linke sollte es sicherlich wissen, aber sie ignoriert es.

Silvermans Behauptung, dass der Boykott gegen Südafrika (an dem ich teilgenommen habe!) effektiv war, ist eine zweifelhafte Behauptung. Grania pflegte mir zu sagen, und sie lebte damals in Südafrika, dass es das moralische Druck war, nicht der Boykott, der schließlich die Apartheid beendete. Ich bin kein Historiker, also werde ich das hier einfach weglassen und weitermachen.

Was das Westjordanland betrifft, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die Israelis nach internationalem Recht ein Recht auf dieses Gebiet haben, das bis 1967 von Jordanien besetzt war. Damals, als Jordanien es nach dem Krieg zurückforderte, war Israel noch bereit, das Westjordanland im Gegenzug für Frieden an die Palästinenser abzugeben. Die Palästinenser lehnten ab.

Jetzt aber wäre es Selbstmord, das Westjordanland an die Palästinenser zu übergeben, die es und seine Höhenzüge dazu nutzen würden, Raketen auf lebenswichtige Teile Israels abzufeuern, die ganz in der Nähe liegen.

Und vergessen Sie nicht, dass Israel sich einseitig aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat, um die Weltöffentlichkeit zu beschwichtigen, und dieses Gebiet und seine Ressourcen vollständig den Palästinensern überlassen hat. Das hat auch nicht funktioniert: Die Hamas nutzt Gaza als bequeme Basis, um Raketen in den Süden Israels zu feuern und Terroranschläge zu verüben.

Auf jeden Fall sollte Silverman es besser wissen, als diesen Unsinn zu verbreiten. Sie scheint nichts über BDS oder die Geschichte Israels zu wissen, und doch macht sie Videos wie dieses. Ich könnte ihr Palaver darauf zurückführen, dass sie high war, denn sie sieht ein bisschen so aus, als wäre sie entrückt, aber ich werde ihre Worte ernst nehmen. Sarah, wenn Du Deine Behauptungen diskutieren willst, ruf mich an.

(Aus dem Artikel I’ve broken up with Sarah Silverman over BDS“, der bei Why Evolution is True erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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