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Salzburger Nachrichten: Hat Israel die Einfuhr von Babynahrung verboten?

Mirco Keilberths Artikel in den Salzburger Nachrichten sind einer Qualitätszeitung unwürdig. (© imago images/snowfieldphotography)
Mirco Keilberths Artikel in den Salzburger Nachrichten sind einer Qualitätszeitung unwürdig. (© imago images/snowfieldphotography)

Die Salzburger Nachrichten geben einem Korrespondenten Raum, der auch vor blanken israelfeindlichen Lügen nicht zurückschreckt.

Sehr geehrte Redaktion der Salzburger Nachrichten,

Mirco Keilberths Artikel über den Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen werden von Tag zu Tag absurder. Ich will Sie nicht noch einmal fragen, ob die SN-Redaktion seine Einschätzung teilt, dass die Hamas nicht etwa eine islamistische Terrororganisation ist, sondern »bewaffneten Widerstand« gegen Israel leiste, wie er zum wiederholten Mal schreibt – offenbar stört es Sie nicht, dass Ihre Zeitung damit die Selbstbeschreibung der Hamas übernimmt.

Aber dass er regelmäßig Behauptungen in den Raum stellt, die falsch und/oder einseitig sind, sollte Ihnen als Redaktion doch zu denken geben. Am Mittwoch etwa bezog sich Keilberth auf »Kenneth Roth von Human Rights Watch«. Roth ist schon seit drei Jahren nicht mehr bei HRW, und abgesehen davon ein so berüchtigt-obsessiver Israel-Hasser, dass er nicht als unabhängige oder glaubwürdige Quelle präsentiert werden kann.

Viel bedenklicher sind freilich ganze Passagen in Keilberths Artikel »Wer hat noch das Sagen?« vom vergangenen Montag, in denen buchstäblich nichts stimmte. Zunächst behauptete er, die Hamas sei »seit 2016 im Gazastreifen an der Macht«, nachdem sie ihre Gegner von der Fatah bzw. der PLO »verdrängt« habe. Tatsächlich hat die Hamas schon zehn Jahre davor bei den letzten Wahlen zum palästinensischen Legislativrat eine Mehrheit errungen und im Jahr darauf mit Gewalt die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen.

Man kann als es »Verdrängung« bezeichnen, dass die Hamas damals ihre Gegner ermordete, indem sie diese beispielsweise von Hausdächern in den Tod stürzte, man kann diese Formulierung aber auch als Verharmlosung des äußerst blutigen Vorgehens der Hamas bezeichnen.

Sodann schrieb Keilberth: »Der Aufstieg der Hamas zu einer sozialen Bewegung fiel in eine Zeit, in der Berichten zufolge mit dem Einverständnis der israelischen Regierung regelmäßig Bargeldtransporte aus Katar in den Gazastreifen stattfanden – während für Babynahrung und zahlreiche andere Produkte ein Importverbot galt.«

Diese Passage ist ein einziger Skandal: Der Aufstieg der offiziell erst 1987 gegründeten Hamas begann bereits in den 1970er Jahren, gestützt auf ein umfassendes System an islamistisch-karitativen Einrichtungen. Als sie 2006 die Wahl gewann, war sie längst eine etablierte Kraft. Katar hatte damit nichts zu tun, dessen Unterstützung der Hamas begann erst nach der gewalttätigen Machtergreifung der Terroristen im Gazastreifen 2007. Die monatlichen Geldlieferungen, die Keilberth erwähnt, begannen erst 2018 und hatten mit dem »Aufstieg der Hamas zu einer sozialen Bewegung« nichts zu tun.

Und eine glatte Lüge ist die Behauptung Keilberths, Israel habe ein »Importverbot« für Babynahrung in den Gazastreifen verhängt. Unterbunden wurde aus nachvollziehbaren Gründen die Einfuhr von militärischen oder sogenannten Dual-Use-Gütern. Babynahrung war davon nicht betroffen. Solche Falschbehauptungen dienen einzig dem Zweck, Israel mit erfundenen und faktenwidrigen Geschichten als unmenschlichen und – besonders Kindern gegenüber – besonders grausam handelnden Akteur darzustellen.

Sie sollten endlich Ihrer Verantwortung als Redaktion nachkommen und derartig unterirdischen Artikeln voller wahrheitswidriger Behauptungen nicht weiter Raum bieten.

Mit freundlichen Grüßen,
Florian Markl
Mena-Watch – Der unabhängige Nahost-Thinktank

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