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Revolutionsexporteur Iran

Irans Revolutionsführer Khomeini mit PLO-Führer Yassir Arafat
Irans Revolutionsführer Khomeini mit PLO-Führer Yassir Arafat (© Imago Images / Cola Images)

Wie Mena-Watch berichtete, hat die Wiener Dokumentationsstelle Politischer Islam eine neue Studie zur iranischen Theokratie präsentiert, die den brandgefährlichen Einfluss des Mullah-Regimes dokumentiert.

Dass der Iran zu den wichtigsten Kriegstreibern und Terrorunterstützern weltweit zählt, ist ein trauriges Faktum. Mit gewaltigen finanziellen Mitteln und hochprofessionellem geheimdienstlichen und militärischen Ausbildungspersonal fördert er Terrororganisationen wie die Hisbollah im Libanon, die Hamas und den Palästinensischen Dschihad im Gazastreifen oder die Huthis im Jemen.

Diktatoren wie den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hält er mit militärischer Hilfe am Leben, wobei er ungerührt ein ganzes Land zerbombt, Tausende von Zivilisten tötet und Millionen von Menschen in die Flucht treibt. Und ganz nebenbei bastelt er an seiner ersten Atombombe, wodurch er für den »kleinen Satan« Israel zu einer täglich noch bedrohlicheren Gefahr wird. 

Politischer Islam

Die Autoren des aktuellen Berichts »Der politische Islam der Zwölferschia. Marǧa‘īya, transregionale Netzwerke und die Herrschaft des Rechtsgelehrten« stellen ihren Erkenntnissen über die iranischen Aktivitäten im Ausland eine ausführliche Definition des Begriffs »politischer Islam« voraus.

Er wird als Bezeichnung »für eine spezifische Form von Herrschaftsideologie verwendet, die gekennzeichnet ist durch den Anspruch auf eine gesellschaftliche und politische Umgestaltung, deren zugrundeliegenden, religiös begründeten Werte- und Normenvorstellungen den Grundsätzen des demokratischen Rechtsstaates und der Menschenrechte, der Pluralität der Gesellschaft, der Freiheit des Individuums, seinem Recht auf Selbstbestimmung, dem gesellschaftlichen Frieden und den Grundlagen einer freien Gesellschaft zuwiderlaufen«. Im Iran bildet er »den ideologischen Rahmen eines staatlichen Herrschaftssystems«.

Antisemitismus als Programm

Als der islamistische Revolutionsführer Ruhollah Musawi Khomeini im Iran 1979 die Macht an sich gerissen hatte, verwandelte er das Land nicht nur in eine autoritäre Theokratie, sondern rief zugleich den globalen »Kampf gegen die Juden» aus, die er, wie in der Studie nachzulesen, als die »größten Feinde des Islams« bezeichnete.

Khomeini bekannte sich zeit seines Lebens öffentlich zu seinem aggressiven Antisemitismus, der dazu führte, dass die Mehrzahl der damals hunderttausend iranischen Juden die Flucht ins Ausland antraten. Nach Angaben der Studienautoren lebten im Jahr 2020 nur noch rund 8.500 iranische Juden im Land. Aus dem »Antisemitismus« wurde mittlerweile der »Antizionismus«, das Ziel blieb dasselbe: die Zerstörung des Staates Israel.

Israel wird, so der Bericht, »als Brückenkopf der USA verstanden, dessen Präsenz im Nahen Osten die politische Einheit der islamischen Welt stört. Der Zionismus sei der Grund für die Schwäche der islamischen Weltgemeinschaft. Der Antizionismus dient in der Sprache des politischen Islams der Zwölferschia als Platzhalter für offenen Antisemitismus.«

Beeinflussung auf Umwegen

Darüber hinaus verfolgt die iranische Herrschaftskaste eine zweite Strategie, indem sie über die Kulturabteilungen ihrer Botschaften, über Schulen, Gemeindezentren, Gebetsräume, Moscheen und »Hilfsorganisationen« weltweit zahllosen Menschen ihr islamistisches Gedankengut indoktriniert und sie radikalisiert. In concreta hält die Studie der Wiener Dokumentationsstelle Politischer Islam fest:

»Über Kulturabteilungen ihrer Botschaften, Islamische Zentren und die Al-Mustafa International University nimmt der Iran im kulturellen und religiösen Bereich sowie im Bildungssektor Einfluss im Ausland. Diese Institutionen dienen mit weitreichenden kulturellen und bildungspolitischen Angeboten wie Sprachunterricht und religiösen Studiengängen, Filmabenden, religiösen Veranstaltungen, Vorträgen … den politischen Positionen des Irans.«

Diese gezielte manipulative Ausrichtung, die »Idee der Westvergiftung«, wurde von Ajatollah Khomeini unmittelbar nach seiner Machtübernahme vorgegeben. Khomeini »definierte die islamische Revolution als ›ersten Schritt in Richtung eines panislamischen Weltstaates‹ mit dem Ziel der ›Führung aller Muslime weltweit und [der] Bekehrung aller Menschen zum Islam‹«, so die Studienautoren.

Soft Power in Wien …

Dieser Einfluss reicht auch nach Wien, genauer gesagt in das Islamische Zentrum Imam Ali (IZIA), dessen Grundstück seit dem Jahr 2017 in Besitz der Islamischen Republik Iran ist. 

Neben vielen anderen propagandistischen Aktivitäten ruft das IZIA zur Unterstützung des iranischen Regimes auf und organisiert Jubelfeiertage wie den Jahrestag der islamischen Revolution und den von Ajatollah Khomeini erfundenen Al-Quds-Tag, der Jahr für Jahr am letzten Freitag des Ramadans als »antisemitisches Hochamt« (Thomas M. Eppinger) zur Vernichtung des Staates Israel aufruft – mit dem Segen der Republik Österreich, die noch immer nicht in der Lage ist, radikale Hetzaktionen wie diese zu verbieten.

… und in Hamburg

Noch umstrittener, vom Verfassungsschutz beobachtet und als extremistisch eingestuft ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH), das – wie auch das Wiener IZIA – als verlängerter Arm und offizielle Vertretung des iranischen Terrorregimes gilt.

Vor allem Politiker der Grünen fordern seit Jahren dessen Schließung. Die vom IZH betriebene »Blaue Moschee an der Alster« ist eine ideologische Hochburg der Mullahs, in der Freitag für Freitag der Kampf gegen »Ungläubige« befeuert wird. Der Bericht der Wiener Dokumentationsstelle hält fest, dass »das Islamische Zentrum Hamburg als wichtigste Vertretung [des Obersten Führers, Anm.] Khameneis in Europa [gilt]«.

Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Was in vielen Jahren weder die Politik noch der Verfassungsschutz geschafft hat, wurde von der iranischen Bevölkerung binnen einiger Tage erledigt.

Angesichts der seit etlichen Wochen anhaltenden Proteste gegen das iranische theokratische System und der brutalen Niederschlagung durch Polizei- und Militärkräfte, die nicht davor zurückschrecken, ihre Waffen gegen die eigenen Landsleute zu richten, ist der deutsche Rat der Islamischen Gemeinschaften dermaßen unter Druck gekommen, dass er letzten Sonntag den Austritt des IZH aus dem Rat, also der Schura, bekannt gegeben hat. Nach einer Versammlung des Rates teilte Schura-Vorsitzende Fatih Yildiz der Öffentlichkeit mit: »Wir haben es uns nicht einfach gemacht und zahlreiche Gespräche geführt, die zu dem Resultat geführt haben, dass das IZH kein Mitglied mehr bei der Schura ist.« 

Dokumentationsstelle Politischer Islam: www.dokumentationsstelle.at

Lesen Sie demnächst auf Mena-Watch einen ausführlichen Bericht über das Islamische Zentrum Imam Ali.

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