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Rakete auf Atomzentrum Dimona in Israel: Viele Fragen offen

Israelisches Luftabwehrsystem Iron Dome
Israelisches Luftabwehrsystem Iron Dome (© Imago Images / Xinhua)

Warum hat Syrien überhaupt eine Rakete auf Israel abgefeuert, und wie konnte diese so weit in den Süden das Landes vordringen?

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Es gibt viele ungelöste Fragen zu dem Vorfall vom 22. April. Warum hat Syrien eine Rakete in Richtung Dimona abgefeuert? Wenn es stimmt, dass die Rakete nicht absichtlich auf dieses sensible Gebiet zielte, warum war sie dann überhaupt in Richtung Südisrael unterwegs?

Der Versuch, mit Hilfe einer Karte herauszufinden, wie eine syrische Rakete überhaupt im Süden Israels landen könnte, zeigt, dass ihre Flugbahn sie wahrscheinlich über einen Teil von Jordanien und die Westbank führen würde. Dennoch waren am Morgen des 22. April während des Vorfalls Explosionen über Rehovot und Modi’in im israelischen Kernland zu hören. (…)

Die Erklärung, es habe sich um eine Flugabwehrrakete gehandelt, lässt Fragen darüber offen, was passiert ist, das die Syrer dazu veranlasst hat, eine solche Rakete abzufeuern. Im März 2017 feuerten die Syrer ebenfalls eine S-200 ab, die über Jordanien flog und von einer israelischen Arrow-Rakete abgefangen werden musste. Sie trug einen großen Sprengkopf von mehreren hundert Kilogramm und wurde von Israel als ernsthafte Bedrohung eingestuft. (…) Diesmal gab es keine Berichte in Syrien, dass die syrische Luftraumverteidigung vor dem Aufheulen der Sirenen im Süden Israels aktiviert worden sei; es gab auch keine Berichte über Luftangriffe in Syrien.

Raketentrümmer der angeblich von Syrien verwendeten S-200-Rakete wurden in Israel gefunden und Bewohner des nahe des Einschlagorts gelegenen Abu Qrinat hörten offenbar eine große Explosion. War dies Explosion vom Einschlag der syrischen Rakete oder vom Abschuss durch ein israelisches Abwehrsystem? Dies ist nicht klar. Die S-200-Trümmer wurden Berichten zufolge etwa 30 km von der Atomanlage in Dimona entfernt gefunden. (…)

Wenn es wahr ist, dass die syrische Luftabwehr nicht beabsichtigte, eine Rakete in Richtung Dimona abzufeuern und sie bloß wild drauf los feuerte, wie sie es in der Vergangenheit bereits öfters getan hat, lässt das immer noch Fragen darüber offen, wie ein so großer Sprengkopf in der Lage war, tief nach Israel einzudringen, das über einen der am besten verteidigten Lufträume der Welt vefügt.

Die S-200 ist keine hochentwickelte Waffe. Wenn sie einen solchen Notfall verursachen kann, indem sie unabsichtlich in die falsche Richtung abgefeuert wird, stellt sich die Frage nach hochentwickelten Waffen, die absichtlich auf Israel zielen. Im September 2019 setzte der Iran Drohnen und Marschflugkörper ein, um die saudi-arabische Ölanlage in Abqaiq anzugreifen. Der Iran hat die Houthis im Jemen mit Drohnen und ballistischen Raketen beliefert. Er hat präzisionsgelenkte Munition an die Hisbollah geschickt. Er hat ballistische Raketen in den Irak geliefert und Raketen und Waffen nach Syrien geschickt, ebenso wie Drohnen.

Vieles bleibt unklar über den Vorfall vom 22. April, darunter die Frage, warum Syrien überhaupt eine Rakete gegen Israel abgefeuert hat und wieso diese so weit südlich nach Israel gelangen konnte – und ob Israels Abfangjäger die Bedrohung nicht aufhalten konnten.

(Aus dem Artikel „Aiming at Dimona: Did the Syrian regime purposely target Israel?, in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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