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Nach Raisis Wahlsieg: Iran unterbricht Atomverhandlungen in Wien

Der iranische Delegationsleiter bei den Atomverhandlungen in Wien, Abbas Araghchi
Der iranische Delegationsleiter bei den Atomverhandlungen in Wien, Abbas Araghchi (© Imago Images / Xinhua)

Nach dem Sieg Ebrahim Raisis bei den iranischen Präsidentschaftswahlen fliegt die iranische Verhandlungsdelegation zu Konsultationen nach Teheran zurück.

Neta Bar, Israel Hayom

Der Leiter der iranischen Delegation bei den Atomverhandlungen in Wien, Abbas Araghchi, sagte am Sonntag, dass die Gespräche über die Rückkehr Washingtons zum ursprünglichen Atomdeal auf Eis gelegt wurden und die jeweiligen Delegationen nach Hause zurückkehren werden.

„Wir sind jetzt näher denn je an einem Deal, aber es gibt immer noch Differenzen zwischen den Seiten, bevor endgültige Vereinbarungen getroffen werden können, und es wird nicht einfach sein, die Lücke zu schließen. Wir werden [am Sonntagabend] nach Teheran zurückkehren“, sagte Araghchi gegenüber iranischen Staatsmedien.

„Alle Seiten müssen in ihre Hauptstädte zurückkehren, um sich zu beraten, aber auch, um über eine neue Politik zu entscheiden“, antwortete er auf die Frage nach dem neuen iranischen Präsidenten, Ebrahim Raisi.

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Raisi steht wegen seiner Vergangenheit unter US-Sanktionen: nach Angaben der USA und von Menschenrechtsgruppen ist er für die außergerichtliche Tötung tausender politischer Gefangener im Jahr 1988 verantwortlich. Raisi selbst hat sich nie öffentlich zu diesen Vorwürfen geäußert.

„Es wird eine Art Pause in den Gesprächen geben und ich weiß nicht, wie lange sie dauern wird“, fügte Araghchi hinzu. Zwei westliche Diplomaten erklärten derweil, sie erwarteten eine Pause von etwa 10 Tagen.

Araghchi sagte auch, der Ball liege bei den Amerikanern. „Die Überbrückung der bestehenden Differenzen erfordert Entscheidungen, von denen die meisten von der anderen Seite getroffen werden müssen. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Gesprächsrunde in der Lage sein werden, die Lücke zwischen unseren Positionen zu überbrücken“, sagte er. (…)

Die Entscheidung des Iran, die Gespräche zu pausieren, ist aus israelischer Sicht eine willkommene Nachricht, da sie dem diplomatischen Verteidigungsstab des Landes mehr Zeit verschafft, um zu versuchen, den Entscheidungsprozess in Washington zu beeinflussen. Der Stabschef der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF), Generalleutnant Aviv Kochavi, war auf dem Weg in die USA, um sich mit hochrangigen Vertretern des Verteidigungsministeriums zu treffen.

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz sagte, der Zweck von Kochavis Arbeitsreise in die USA sei es, „strategische Angelegenheiten voranzubringen, an denen ich während meiner Treffen in Washington zu arbeiten begann. Wir werden weiterhin im Namen der Sicherheit Israels zusammenarbeiten.“

Am Sonntag sagte der neue israelische Ministerpräsident Naftali Bennett, die Raisi-Regierung sei ein „Regime brutaler Henker“, mit dem die Weltmächte nicht über ein neues Atomabkommen verhandeln sollten.

(Aus dem Artikel Iran declares pause in nuclear talks, delegations returning home, der bei Israel Hayom erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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