Während die Hisbollah erklärt, jeder Angriff auf den Iran sei auch ein Angriff auf sie selbst, erklärte Premierminister Salam, seine Regierung werde nicht zulassen, dass der Libanon erneut in einen Krieg gezogen wird.
Auf dem Weltgipfel der Regierungen in Dubai versprach der libanesische Premierminister Nawaf Salam am Dienstag, sein Land aus dem Krieg herauszuhalten, nachdem Hisbollah-Führer Naim Qassem in der vergangenen Woche gedroht hatte, dass ein Angriff auf den Iran auch als Angriff auf ihre libanesische Stellvertretermiliz betrachtet werden würde, wie die Nachrichtenagentur Agence France Press Salam zitierte: »Wir werden niemals zulassen, dass jemand das Land in ein weiteres Abenteuer hineinzieht.«
Qassem sagte am 26. Januar, dass seine Hisbollah und ihr wichtigster Unterstützer in Teheran »Aggressionen ausgesetzt sind, die keinen Unterschied zwischen uns machen. … Wir sind das Ziel jeder potenziellen Aggression und entschlossen, uns zu verteidigen. Wir werden zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden, wie wir handeln werden … aber wir sind nicht neutral [und] ein Krieg gegen den Iran würde diesmal die Region in Brand setzen.«
Die Entscheidung der Hisbollah, am 8. Oktober 2023 in den Gaza-Krieg eingetreten zu sein, um ihren Terrorverbündeten Hamas zu unterstützen, habe sehr große Konsequenzen für den Libanon gehabt, und, so Salam, »niemand ist bereit, das Land solchen Abenteuern auszusetzen«. Die schiitische Miliz begann einen Tag nach dem von der Hamas angeführten Terrorangriff auf Israel ebenfalls mit Angriffen auf den jüdischen Staat und eröffnete damit eine zweite Front entlang der Nordgrenze des Landes. Diese Angriffe dauerten bis zum Inkrafttreten eines Waffenstillstands am 27. November 2024.
Ermutigend, aber nicht ausreichend
Gemäß den Bedingungen des Waffenstillstands muss die Hisbollah ihre Waffen abgeben, beginnend in den Gebieten entlang der israelischen Grenze, wobei den libanesischen Streitkräften die Aufgabe zufiel, das staatliche Waffenmonopol im Land durchzusetzen. Die libanesische Regierung hat mit der Umsetzung eines Stufenplans zur Hisbollah-Entwaffnung begonnen. Im Januar gab die Armee bekannt, die erste Phase der Initiative abgeschlossen zu haben, die das Gebiet zwischen der israelischen Grenze und dem etwa dreißig Kilometer nördlich gelegenen Litani-Fluss umfasste, einem Gebiet, das eine Hochburg der Terrorgruppe ist.
Salam sagte, der Staat habe »daran gearbeitet, die Kontrolle über die Entscheidungen über Krieg und Frieden zurückzugewinnen«, wobei »die libanesische Armee die volle operative Kontrolle über den Süden hat«. Er appellierte an die arabischen Staaten, die Ausweitung der staatlichen Autorität auf das gesamte Land zu unterstützen. »Damit der Staat seine Autorität auf sein gesamtes Territorium ausweiten kann, müssen wir die Streitkräfte unterstützen. In Kürze wird in Paris eine Konferenz zur Unterstützung der libanesischen Streitkräfte stattfinden und ich hoffe, dass alle unsere arabischen Brüder aktiv daran teilnehmen werden.«
Das Büro des israelischen Premierministers verlautbarte in einer Erklärung vom 8. Januar, dass die Bemühungen Beiruts zwar »ein ermutigender Anfang«, aber angesichts der anhaltenden, vom Iran unterstützten Wiederaufrüstungsbemühungen der Hisbollah »bei Weitem nicht ausreichend« seien. »Das von den Vereinigten Staaten vermittelte Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon besagt eindeutig, dass die Hisbollah vollständig entwaffnet werden muss. Dies ist für die Sicherheit Israels und die Zukunft des Libanons unerlässlich.«
Seit Inkrafttreten des Waffenstillstands bekämpft Israel kontinuierlich die Versuche der Hisbollah, ihre Terrorstreitkräfte im Libanon wieder aufzubauen. Im Januar kam es zu einem starken Anstieg der israelischen Luftangriffe im Libanon, wo es mit 87 Attacken mehr als doppelt so viele geflogen wurden wie im Dezember. Dies stellt zugleich die höchste monatliche Zahl seit Beginn des Waffenstillstands dar, wie aus einer Analyse der Daten hervorgeht, die am Montag vom israelischen Alma Research and Education Center veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden dabei einundzwanzig Terroristen – zwanzig Hisbollah- und ein Hamas-Kämpfer – getötet.






