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Abbas-Berater verteidigt Holocaust-Relativierung

Berater des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Al-Habbash
Berater des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Al-Habbash (© Imago Images / ZUMA Wire)

Die Welt solle endlich anerkennen, dass Israel seit 1947 ständige Kriegsverbrechen und Massaker an den Palästinensern begehe, weshalb der Vergleich von Mahmud Abbas mit dem Holocaust berechtigt sei.

In einer am 17. August auf Palestine TV gesendeten Ansprache verteidigte der Berater für religiöse Angelegenheiten und oberste Scharia-Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mahmoud Al-Habbash die Aussagen des PA-Vorsitzenden, Mahmud Abbas, nach denen Israel »50 Holocausts« an den Palästinensern begangen habe.

Für seine im Beisein des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz getätigten Ausführungen sehe sich Mahmud Abbas, der von Al-Habbash mit seinem Kampfnamen Abu Mazen genannt wurde, einem »rassistischen Angriff von allen Führern der Besatzung ausgesetzt«: Sowohl die israelische Regierung als auch die Opposition hätten sich zusammengetan, um Abbas anzugreifen, weil Abbas sein Volk verteidige und »die Welt an die kontinuierlich erfolgenden Massaker erinnern will, die von der Besatzung an den Palästinensern begangen wurden, von 1947 bis zum heutigen Tag.«

Die Israelis, erklärte Al-Habbash, wollten, dass die Palästinenser die Geschichte vergessen, während sie die Welt die ganze Zeit zur Erinnerung an eine Geschichte anhielten, »die größtenteils gefälscht, übertrieben und erfunden ist und keine Grundlage in der Realität hat«. Israel verkaufe der Welt seine gefälschte Geschichte als Wahrheit, während es Abbas gleichzeitig angreife, weil dieser die Wahrheit ausgesprochen habe, »dass Israel und die Besatzung seit 1947 und bis heute mehr als 50 Massaker, mehr als 50 Holocausts, an den Palästinensern begangen haben«.

Aus Wut über Abbas habe Israel eine Hetzkampagne gegen die Palästinenser – gegen »jeden einzelnen von uns«, wie Al-Habbash sich ausdrückte – gestartet. Daran sei so viel wahr, dass Abbas in seinen Ausführungen nicht in seinem Namen gesprochen, sondern das Gefühl aller Palästinenser und »die Realität dessen, was sein ganzes Volk durchmachen muss, zum Ausdruck gebracht habe«. Wenn nicht als Massaker und Holocausts, so fragte Al-Habbash rhetorisch, wie solle man die Kriegsverbrechen denn sonst bezeichnen, die Israel an den Palästinensern begangen habe?

Das auszusprechen und nicht zu vergessen, was dem palästinensischen Volk angetan wurde, sei weder ein Verbrechen noch sei es Antisemitismus: »Welcher Antisemitismus? Wir sind die Semiten. Selbst unsere Namen, die Namen unserer Städte und unseres Landes sind authentisch semitisch, denn wir sind die echten [Semiten]. Wir sind die wahren Semiten«, rief Al-Habbash aus und griff dabei einen ebenso gängigen wie durchsichtigen Topos zur Verleugnung des arabischen bzw. palästinensischen Antisemitismus auf.

Ähnlich geschichtsrevisionistisch ging es dann weiter, als Al-Habbash in bester Tradition der PA-Propaganda erklärte, als jene »wahren Semiten« seien die Palästinenser die Nachfahren der Kanaaniter und Jebusiter, die das Land seit dem Beginn seiner Besiedlung nicht verlassen hätten – das er damit als seit der Jungsteinzeit palästinensisch seiende Land zu präsentieren versucht: »Viele sind hier vorbeigezogen und dann verschwunden und von der Geschichte vergessen worden, aber dieses kanaanitische, palästinensische, arabische Land ist geblieben, um durch seine Menschen und seine Namen Zeugnis von seiner Geschichte abzulegen.«

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