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Plante der Iran einen Mordanschlag in New York?

Nicht zum ersten Mal stand Masih Alinejad im Visier des iranischen Staatsterrors. (© <a href="http://www.imago-images.de">imago images</a>/ZUMA Wire)
Nicht zum ersten Mal stand Masih Alinejad im Visier des iranischen Staatsterrors. (© <a href="http://www.imago-images.de">imago images</a>/ZUMA Wire)

In Brooklyn wurde ein Mann mit einer geladenen Kalaschnikow festgenommen, nachdem er ins Haus einer Kritikerin des iranischen Regimes eindringen wollte.

Masih Alinejad ist dem iranischen Regime seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Die im Iran aufgewachsene Frauenrechtlerin und Journalistin ging 2009 ins Exil in die Vereinigten Staaten, wo sie u. a. für die persischsprachige Abteilung von Voice of America sowie Radio Farda, den iranischen Dienst von Radio Free Europe/Radio Liberty arbeitet. Alinejad ist eine ausgesprochene Gegnerin des Regimes der Islamischen Republik. 2014 gründete sie die bekannte Initiative »My Stealthy Freedom«, die gegen den Hidschabzwang im Iran eintritt.

Erfahrung mit Repression

Für die Kritikerin des iranischen Regimes ist Repression nichts Neues. Um sie unter Druck zu setzen, wurde im Iran im September 2019 ihr Bruder verhaftet. Der Geheimdienst drängte Familienmitglieder dazu, sie zu einer Reise in ein Drittland zu bringen, wo sie entführt und in den Iran zurückgebracht werden könnte.

Zwei Jahre später versuchte der iranische Geheimdienst, sie in New York zu entführen. Vier Iraner wurden angeklagt, sie und ihre Familie ausspioniert zu haben. Die Männer hatten u. a. mit falschen Deckgeschichten Privatdetektive engagiert, um Bilder und Videoaufnahmen von ihrem Haus machen zu lassen. Vermutet wurde, dass sie Alinejad nach Venezuela und von dort in den Iran verschleppen wollten.

Anschlagsplan?

Am vorwöchigen Freitag wurde nun ein Mann namens Khalid Mehdiyev festgenommen, nachdem er zwei Wochen lang in der unmittelbaren Umgebung von Alinejads Wohnhaus in Brooklyn verdächtiges Verhalten an den Tag gelegt hatte. Am Tag seiner Verhaftung hatte er mehrere Stunden in der Nähe des Hauses verbracht und sich sogar Essen in sein Auto liefern lassen. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie er versucht, durch die Fenster ins Innere des Hauses zu blicken und die Eingangstür zu öffnen.

Als Mehdiyev die Gegend verließ, wurde er wegen eines nicht beachteten Stoppschilds von der Polizei aufgehalten. Wie die Beamten feststellten, war er ohne gültigen Führerschein unterwegs. Auf dem Rücksitz fanden sie eine geladene Kalaschnikow, deren Seriennummer entfernt worden war, und ein Zusatzmagazin. Darüber hinaus fand sich in dem Fahrzeichen ein Koffer, der Geld und zwei weitere Kennzeichen aus zwei verschiedenen US-Staaten beinhaltete.

Bei seiner Einvernahme gab Mehdiyev an, auf der Suche nach einer neuen Unterkunft zu sein. An Alinejads Haustür habe er nur angeklopft, weil er fragen wollte, ob er dort ein Zimmer mieten könne. Zuerst sagte er, von der Waffe und dem Koffer mit dem Geld und den Nummernschildern nichts gewusst zu haben. Später gab er zu, dass die Waffe ihm gehöre und er nach Brooklyn gekommen sei, weil er jemanden gesucht habe. Weitere Aussagen verweigerte Mehdiyev.

»Ich kam hierher nach Amerika, um in Sicherheit zu sein«, sagte Alinejad, die mittlerweile an einen sicheren Ort gebracht wurde, gegenüber der New York Times. »Zuerst haben sie versucht, mich zu entführen. Und jetzt sehe ich einen Mann mit einer geladenen Waffe, der versucht, in mein Haus einzudringen. Ich finde, das ist schockierend.«

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