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Pariser Holocaust-Mahnmal mit blutroten Handabdrücken geschändet

Pariser Holocaust-Mahnmal wurde mit blutroten Handabdrücken geschändet
Pariser Holocaust-Mahnmal wurde mit blutroten Handabdrücken geschändet (Quelle: Twitter)

Die Besudelung der Mauer der Gerechten an der Shoah-Gedenkstätte in Paris wurde von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo als »unsägliche Tat« bezeichnet und verurteilt.

Ein Holocaust-Mahnmal in Paris wurde am Dienstag mit blutroten Händen verunstaltet, in einem Akt, den die französischen Behörden und jüdischen Führer als »hasserfüllte Hetze gegen Juden« bezeichneten. »Die Mauer der Gerechten an der Shoah-Gedenkstätte wurde über Nacht zerstört«, sagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo in einer Erklärung und bezeichnete dies als »unsägliche Tat«.

»Nichts kann solche Schändungen rechtfertigen, die das Andenken an die Opfer der Shoah und an die Gerechten, die unter Lebensgefahr Juden gerettet haben, beschmutzen« empörte sich Hidalgo, die bei der Pariser Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet hat.

Die Mauer der Gerechten im Zentrum von Paris ehrt Menschen, die während der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg geholfen haben, Juden in Frankreich zu retten. Sie enthält die Namen von mehr als 3.900 Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um Juden in Frankreich das Überleben zu ermöglichen. Der 14. Mai, an dem der Vandalismus gegen das Denkmal stattfand, markiert den Jahrestag der ersten großen Razzia gegen französische Juden unter den Nationalsozialisten im Jahr 1941.

Die Schändung des Denkmals erfolgte inmitten eines Rekordanstiegs antisemitischer Vorfälle in Frankreich seit dem Pogrom vom 7. Oktober 2023, mit dem die Hamas den Krieg in Gaza ausgelöst hatte. Antisemitische Übergriffe stiegen in den letzten drei Monaten des Jahres 2023 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als tausend Prozent. Es wurden über 1.200 Vorfälle gemeldet – mehr als die Gesamtzahl der Vorfälle in Frankreich in den letzten drei Jahren zusammen.

Erinnerung an »Zweite Intifada«

Der Präsident des französischen jüdischen Verbands Crif, Yonathan Arfi, bezeichnete den Vandalismus als »abscheulich« und einen klaren Akt des Antisemitismus. »Unabhängig davon, wer die Täter sind, wirkt diese Schändung der Shoah-Gedenkstätte, wirkt das Symbol der blutigen Hände der Terroristen, die im Oktober 2000 zwei israelische Soldaten gelyncht haben, wie eine hasserfüllte Hetze gegen Juden«, schrieb er auf X.

Mit seiner Aussage bezog sich Arfi sich auf den Lynchmord an Vadim Nurzhitz und Yosef Avrahami, zwei Reservisten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), im Oktober 2000 in der Stadt Ramallah im Westjordanland. Die beiden wurden von einem palästinensischen Mob brutal ermordet und ihre Leichen verstümmelt, während sie sich im Gewahrsam von Polizeibeamten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) befanden.

Einer der Angreifer, Aziz Salha, erschien nach deren Ermordung am Fenster der Polizeistation und zeigte der davor versammelten Menge jubelnd seine blutverschmierten Handflächen. Das Foto von Salhas Geste verbreitete sich schnell und ist ein bleibendes Symbol des Konflikts zwischen Israel und palästinensischen Terrororganisationen.

»Es gibt keine Entschuldigung oder Rechtfertigung« für diese Tat, twitterte die Union der jüdischen Studenten Frankreichs als Reaktion auf den Vandalismus. »Diese roten Hände an den Wänden der Gedenkstätte schüren Unbehagen unter Juden, entfachen wieder eine tödliche Auseinandersetzung und befürworten vor allem Massaker an Juden.«

Weitere französische und jüdische Politiker sprachen sich ebenfalls vehement gegen diesen antisemitischen Vandalismus aus. »Wir sind traurig und angewidert von dem antisemitischen Vandalismus, der an der Mauer der Gerechten die Shoah-Gedenkstätte in Paris mit blutroten Händen verunstaltet hat«, schrieb der Europäische Jüdische Kongress in einer Erklärung. »Dies ist eine ungeheuerliche Missachtung des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und der Menschen, die ihr Leben riskiert haben, um Juden zu retten.«

Der Vorsitzende von Israels nationaler Gedenkstätte für den Holocaust Yad Vashem, Dani Dayan, verurteilte den Vorfall aufs Schärfste auf X: »Wir rufen die französischen Behörden auf, die Täter dieser abscheulichen Tat zu finden und sie vor Gericht zu stellen.«

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