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Palästinenser gewinnen Wettbewerb zum Neuaufbau des Hafens von Beirut

Der durch eine Explosion im August 2020 zerstörte Hafen von Beirut
Der durch eine Explosion im August 2020 zerstörte Hafen von Beirut (© Imago Images / Xinhua)

Ein Team palästinensischer Architekten gewinnt internationalen Architektenwettbewerb mit einem Projekt zur Neugestaltung des durch eine Explosion zerstörten Beiruter Hafens.

Taghreed Ali, Al-Monitor

Vier Palästinenser, die an der Birzeit-Universität im Westjordanland ihren Abschluss in Architektur gemacht haben, gewannen den ersten Platz in einem internationalen Wettbewerb für die Gestaltung und den Wiederaufbau des zerstörten Hafens von Beirut. Die Explosion des Lagerhauses Nr. 12 am 4. August 2020 tötete fast 200 Menschen, verletzte mehr als 6.000 und verursachte massive Sachschäden an Wohnhäusern und Gewerbebetrieben.

Der Phoenix-Preis 2021 wird von iDAR-Jerusalem vergeben, einer palästinensischen Non-Profit-Organisation, die Architektur fördert, indem sie den „Haifa-Preis für Design und Architektur“ an innovative und herausragende Designideen verleiht. Am 17. Mai gab die Jury bekannt, dass das Projekt mit dem Titel „The Aftermath: Productive Beirut“ den ersten Preis gewonnen hat.

Das Projekt wurde von einem palästinensischen Team namens MAD Architects eingereicht, dem zwei junge Frauen und ein junger Mann angehören. Weitere 13 Projekte wurden von Teilnehmern aus den USA, Russland, Polen, Palästina, Israel, Italien, Saudi-Arabien, den Niederlanden, Bahrain, Portugal, China und dem Libanon eingereicht. Das russische Team belegte den zweiten und das italienische Team den dritten Platz.

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Majd al-Maliki, ein Mitglied des Siegerteams, sagte gegenüber Al-Monitor: „Das Architekturprojekt stellt eine neue Vision dar, die Beirut zu einer produktiven Hauptstadt macht, die sich auf ihr eigenes Potential verlässt, nachdem die Explosion, zu großen Krisen im Libanon geführt und die Zerstörung vieler Häuser und eine erhöhte Arbeitslosigkeit verursacht hat.“ (…)

Er fügte hinzu: „Das Projekt zielt darauf ab, die Überreste des Geländes wiederzuverwenden und Materialien wie Stahl, Holz und Glas, die in der ganzen Stadt verstreut waren, zu recyceln. Diese Materialien würden im Wiederaufbauprozess wiederverwendet werden.“

Maliki fügte hinzu: „Einer der Hauptaspekte des Projekts ist das Bemühen, die lokale Wirtschaft voranzubringen, indem unter anderem kreative Räume für Werkstätten, Produktionsräume und Berufs- und Landwirtschaftsschulen zur Verfügung gestellt werden. So könnten die nach der Explosion verschärfte Arbeitslosigkeit bekämpft und zukünftige Arbeitsplätze für Hunderte von Libanesen geschaffen werden.“

Das Projekt ziele auch darauf ab, „schnell temporäre Wohneinheiten für 300.000 Libanesen bereitzustellen, die durch die Explosion ihr Zuhause verloren haben“, betonte er. „Diese temporären Häuser sind modular und können in der Zukunft zu dauerhaften Wohnungen oder Arbeitsplätzen ausgebaut werden.“

Alaa Abu Awad, ein weiteres Mitglied des Teams, sagte gegenüber Al-Monitor: „Das Projekt konzentriert sich auch darauf, öffentliche Räume und lokale Märkte für die Bewohner zu schaffen sowie das kollektive Gedächtnis der Libanesen zu bewahren, indem es sich die Ruinen der Getreidesilos miteinbezieht.“

(Aus dem Artikel Palestinian team wins international competition to redesign Beirut port“, der bei Al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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