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Palästinensische LGBTQ-Flüchtlinge erhalten spezielle Arbeitsvisa für Israel

Anhörung des Komitee für ausländische Arbeitskräfte des israelischen Parlaments
Anhörung des Komitee für ausländische Arbeitskräfte des israelischen Parlaments (Quelle: Government of Israel)

So wie in vielen muslimischen Ländern werden auch in den palästinensischen Gebieten Menschen aus der LGBTQ-Gemeinschaft nicht nur von der Gesellschaft, sondern auch von der eigenen Familie diskriminiert und unterdrückt.

Am Montag wurde im von der Abgeordneten Abtisam Maraana geführten Komitee für ausländische Arbeitskräfte des israelischen Parlaments über die Notwendigkeit von Arbeitsvisa für Palästinenser diskutiert, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Identität auf dem Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde unter Verfolgung stehen.

Die Anhörung fand statt, nachdem der Staat den Obersten Gerichtshof informiert hatte, dass die Erlaubnis, die den Aufenthalt in Israel wegen Verfolgung erlaubt, nun auch die Möglichkeit beinhaltet, in Israel zu arbeiten.

Während der Diskussion begrüßte Vorsitzende Maraana die staatliche Entscheidung, weitreichende Arbeitsgenehmigungen an jene Palästinenser auszustellen, die in den Gebieten der Palästinensischen Autonomiebehörde Gewalt und Verfolgung ausgesetzt waren.

Auch die von der Jerusalem Post dokumentierten Zeugenaussagen betroffener Palästinenser standen auf der Tagesordnung. So erzählte ein aus der Westbank geflohener Palästinenser seine persönliche Geschichte:

»Ich wurde bei meiner ›Tat‹ fotografiert und das Foto wurde an meine Familie weitergegeben, die mich schlug und brutal behandelte. Infolgedessen war ich drei Monate lang im Krankenhaus. Ich wurde depressiv und begann zu trinken. Ich bin nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen, weil ich weder ein angemessenes Gehalt noch gute Arbeitsbedingungen habe.«

Ein weiterer von zu Hause weggelaufener Palästinenser sagte vor dem Komitee:

»Meine Familie hat versucht, mich zu töten. Als ich in Tel Aviv ankam, lebte ich ein paar Tage lang auf der Straße, bis ich im ›Pink Roof‹ Unterschlupf fand. Ich möchte ein normales Leben führen, aber das ist ohne Krankenversicherung, Bankkonto und ohne offizielle Bescheinigung unmöglich. Um meine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, muss ich bis zum Ephraim-Tor [in Jerusalem] fahren. Warum muss ich so weit fahren?«

Der Direktor der Fürsorgeabteilung in der Zivilverwaltung des Verteidigungsministeriums, Ofir Sharma, erklärte:

»Es ist von großer Bedeutung, dass jemand eine richtige Arbeit ausüben und Verantwortung für das eigene Einkommen übernehmen kann. Vorbehaltlich der Zustimmung der Sicherheitsbehörden können Genehmigungen für bis zu sechs Monate ausgestellt werden, die bei Bedarf verlängert werden. Wir wollen, dass sie ihr Leben selbstständig gestalten können. Das Visum selbst versetzt sie in eine bessere Lage als vorher.«

Das Komitee beendete die Anhörung mit einem Aufruf an das Sozial- und das Finanzministerium, ein Berufsausbildungsprogramm ins Leben zu rufen:

»Dies ist ein wichtiges Treffen für eine kleine Gruppe, und es ist notwendig, einen interministeriellen Ausschuss einzurichten, der ein Wohlfahrtspaket formulieren und einen klaren Ansprechpartner für sie festlegen wird.«

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