Palästinensische Flüchtlinge: Ein paar Tausend und nicht Millionen

„Eine von der israelischen Regierung in Auftrag gegebene und unter Teilnahme Washingtons durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge im Bereich der Tausenden bewegt und nicht Millionen beträgt, wie von einer UN-Hilfsorganisation vorgegeben wird, deren Gelder von der Trump-Regierung gekürzt wurden. Dies legte ein israelischer Beamter vergangenen Freitag dar. Das Schicksal der im Unabhängigkeitskrieg von 1948 vertriebenen Palästinenser und ihrer Nachkommen hat die von den USA unterstützten Friedensbemühungen seit Langem überschattet. (…) Die UNRWA wurde 1949 nach dem Exodus von rund 700.000 Flüchtlingen gegründet, die im Zuge der Staatsgründung Israels von dort geflohen sind oder vertrieben wurden. Das hatte zur Folge, dass die UNRWA heute über 5 Millionen Nachkommen dieser ursprünglichen Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, in Syrien und in den palästinensischen Gebieten des Westjordanlands und des Gazastreifens betreut. Der neu entstandene Staat Israel hatte jüdische Flüchtlinge aufgenommen, die aus den benachbarten arabischen Ländern geflohen waren oder vertrieben wurden, während andere arabische Staaten den Palästinensern die Staatsbürgerschaft verweigerten.

Israel argumentiert, dass die UNRWA das palästinensische Flüchtlingsproblem weiter fortführt, indem sie die Anzahl der Flüchtlinge, die bona fide als solche bezeichnet werden können, eklatant aufbläht. Da die Hilfsagentur die Nachkommen der palästinensischen Flüchtlinge aus dem Unabhängigkeitskrieg miteinschließt, gewährt sie den Palästinensern einen Flüchtlingsstatus nach Kriterien, die sonst bei keiner Flüchtlingsfrage angewandt werden. Seit dem Einzug von Präsident Trump ins Weiße Haus wurde die UNRWA einer grundlegende Überprüfung unterzogen. Israel zufolge sollten nur die Überlebenden der ursprünglichen Flüchtlinge von 1948 heute als Flüchtlinge betrachtet werden. Die palästinensische Führung, die sich nach den Zahlen der UNRWA richtet, stellt sich entschieden gegen diese Ansicht. Die israelische Studie wurde nicht veröffentlicht, und es gab seitens der palästinensischen Amtsträger oder der UNRWA keine unmittelbare Reaktion auf die Zahlen. (…) Im August hatte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, vorgeschlagen, die UNRWA solle im Gegenzug für eine Wiedereinsetzung der US-Förderung für die Agentur ‚die Anzahl der Flüchtlinge auf eine genauere Zahl korrigieren‘.“ (Bericht auf YnetNews: „Israel: Palestinian refugees number only in the thousands, not millions“)

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