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Eine palästinensische Bildungsreform ist notwendig

Antisemitische und gewaltverherrlichende Schulbücher: Palästinensische Bildungsreform notwendig
Antisemitische und gewaltverherrlichende Schulbücher: Palästinensische Bildungsreform notwendig (Quelle: JNS)

Das Interesse Saudi-Arabiens an einer Neugestaltung des Gazastreifens wirft eine zentrale Frage auf: Kann die Palästinensische Autonomiebehörde ein Bildungssystem aufgeben, das die Weltanschauung der Hamas widerspiegelt?

Arnon Groiss

Der israelische Journalist Danny Zaken berichtete unlängst, dass Saudi-Arabien eine neue Rolle in den von den USA geführten Bemühungen zur Gestaltung der Regierungsvereinbarungen für den Gazastreifen nach dem Waffenstillstand in Betracht zieht. Dem Bericht zufolge hat Riad angeboten, bei der Umsetzung von Reformen innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) behilflich zu sein, die es ihr ermöglichen würden, sich an einem zukünftigen Regierungsrahmen zu beteiligen – darunter auch die Reform des Lehrplans.

Dämonisierung allgegenwärtig

Da ich seit dem Jahr 2000 die Darstellung Israels, der Juden und des Friedens in den Lehrbüchern der PA untersuche, weiß ich, wie grundlegend diese Angelegenheit ist, denn die Ergebnisse dieser Analysen sind eindeutig: Die in PA-Schulbüchern verankerten Prinzipien unterscheiden sich nicht grundlegend von jenen, die von der Hamas vertreten werden. Dieselben Lehrbücher wurden denn auch jahrelang unter der Hamas-Herrschaft verwendet.

Die in den Schulbüchern präsentierte Darstellung des Konflikts basiert auf drei Kernpunkten:

  • Ablehnung des Existenzrechts Israels auf diesem Gebiet und Leugnung der Legitimität seiner sieben Millionen jüdischen Bürger,
  • Dämonisierung Israels und der Juden, oft aus religiösen Gründen,
  • Verherrlichung des gewaltsamen Kampfs für die »Befreiung«, in dem die Vernichtung Israels manchmal implizit – und manchmal sogar explizit – befürwortet wird.

Dabei geht es nicht nur darum, in Texten und Karten einen palästinensischen Staat auf dem gesamten Territorium darzustellen und das Wort Israel durch den Begriff »zionistische Besatzung« zu ersetzen. Auch jüdische Städte wie Tel Aviv und andere, die seit dem späten 19. Jahrhundert gegründet wurden, werden ausgelöscht. Die jüdische Geschichte im Land wird ebenso geleugnet wie die Existenz jüdischer Heiligtümer, insbesondere der Klagemauer, dem letzten Überrest des jüdischen Tempels in Jerusalem. In den Lehrbüchern der PA beginnt die »Besatzung« nicht 1967, als das Westjordanland und der Gazastreifen im Sechstagekrieg an Israel fielen, sondern mit der Staatsgründung im Jahr 1948.

Die Dämonisierung ist allgegenwärtig. Juden werden als Ungläubige, Verbündete des Satans und Feinde der Propheten Gottes dargestellt – eine besonders gefährliche Botschaft in traditionellen Gesellschaften. Den Schülern wird beigebracht, die Juden hätten Mohammed verraten, eine existenzielle Bedrohung für die Palästinenser wären und ihr angeblicher Rassismus, der im Konzept des »auserwählten Volkes« verwurzelt sei, sie dazu treibe, Palästinenser mit genozidaler Absicht zu massakrieren.

Die Osloer Verträge kommen zwar in ein oder zwei Geschichtsbüchern vor, werden aber nicht als Grundlage für den Frieden dargestellt. Im Gegenteil, die Bildung fördert den Dschihad und das Märtyrertum (Shahada), um das Land von den »besetzerischen Zionisten« zu befreien, wobei Haifa, Jaffa und Akko als Städte innerhalb der Grenzen Israels vor 1967 ausdrücklich als Ziele dieses Kampfes genannt werden. Terroranschläge, darunter das Küstenstraßenmassaker von 1978, werden als integraler Bestandteil der Befreiungsbemühungen dargestellt, ebenso wie das sogenannte Rückkehrrecht.

Während ein Lied, das die Ausrottung der »besiegten Überreste der Ausländer« beschreibt, zwischenzeitlich aus den Lehrbüchern entfernt wurde, wurde es jahrelang unterrichtet, vertont und in Dutzenden von Klassenzimmern gesungen. Ob es wirklich aus der Unterrichtspraxis oder nur aus den Büchern verschwunden ist, bleibt unklar.

Es muss betont werden, dass die Lehrbücher der Palästinensischen Autonomiebehörde in allen öffentlichen, privaten und jenen vom Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) betriebenen Schulen verwendet werden. Im Westjordanland, im Gazastreifen und in vielen Schulen im Osten Jerusalems sind sie sogar verbindlich vorgeschrieben.

Notwendige Bildungsreform

Die oben beschriebenen Inhalte werden auch im laufenden Schuljahr weiterhin gelehrt. Entgegen den wiederholten Behauptungen westlicher Politiker und Journalisten wurden sie seit 2020 – bei den Lehrbüchern und seit 2018 bei den Lehrerhandbüchern – trotz wiederholter Neuauflagen nicht wesentlich überarbeitet.

Schulbücher zeigen, wie eine Gesellschaft versucht, die Weltanschauung ihrer nächsten Generation zu prägen. In diesem Sinne widerspricht der Lehrplan der PA ihren Verpflichtungen aus den Osloer Verträgen. Die Frage ist also, was die wahren Absichten der PA widerspiegelt: ihre unterzeichneten Vereinbarungen oder ihre Lehrbücher? Ich neige dazu, den Lehrbüchern zu glauben. Selbst wenn diese Einschätzung falsch sein sollte, sollte der Lehrplan der PA, solange er unverändert bleibt, keine Rolle im Nachkriegsgaza spielen dürfen. Andernfalls würden die ideologischen Grundlagen der extremistischen Bildung der Hamas erhalten bleiben.

Eine grundlegende Überarbeitung der Lehrbücher ist zumindest im Sinne von Oslo unerlässlich. Saudi-Arabien könnte eine konstruktive Rolle bei der Förderung einer solchen Reform spielen. Ein reformierter Lehrplan muss Frieden und Koexistenz mit Israel als strategische Ziele der Palästinenser darstellen und damit Yasser Arafats Brief an Yitzhak Rabin vor der Unterzeichnung des Osloer Abkommens widerspiegeln – ein Dokument, das nur in einem Lehrbuch erwähnt, ansonsten aber ignoriert wird.

Der Kampf um Territorium muss als ausschließlich politisch dargestellt, jede Befürwortung oder Verherrlichung von Gewalt, insbesondere gegen Zivilisten, entfernt werden. Konzepte wie Dschihad und Märtyrertum müssen vom aktuellen Konflikt losgelöst und auf das Geschichtsstudium beschränkt werden.

Die Anerkennung Israels muss ausdrücklich erfolgen: Israel sollte namentlich auf allen politischen Karten innerhalb seiner international anerkannten Grenzen erscheinen. Jüdische Städte müssen wieder auf die Karte gesetzt werden. Die jüdische Geschichte und heilige Stätten müssen anerkannt und historische Fälschungen beendet werden. Alle Materialien, die religiösen Hass gegenüber Juden zum Ausdruck bringen – und natürlich jede Andeutung von Vernichtung – gehören entfernt.

Dies sind keine marginalen Anpassungen. Sie sind die Grundzüge einer echten Bildungsreform – und eine unverzichtbare Voraussetzung für jede zukünftige Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde im Gazastreifen.

Arnon Groiss ist Mitarbeiter am Nahum Bedein Center for Near East Policy Research in Jerusalem. Nachdem er mehr als drei Jahrzehnte als arabischsprachiger Journalist gearbeitet hat, untersucht er seit dem Jahr 2000 Lehrbücher, die von der Palästinensischen Autonomiebehörde dem Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) zur Verfügung gestellt werden. (Der Text erschien auf Englisch zuerst beim Jewish News Syndicate. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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