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Palästina-Camp in Köln gibt auf

Das Protestcamp an der Uni Köln. (© imago images/Panama Pictures)
Das Protestcamp an der Uni Köln. (© imago images/Panama Pictures)

Die Hochphase des israelfeindlichen Aktivismus scheint zu Ende zu gehen. Auch in Köln sieht man keinen Sinn mehr darin, ein Protestcamp weiterzuführen.

Das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 hat israelfeindliche Aktivisten in aller Welt beflügelt und in regelrechte Hyperaktivität versetzt. Von Kalifornien über Europa bis nach Japan wurde bei unzähligen Demonstrationen, Veranstaltungen, Campusbesetzungen, offenen Briefen, Solidaritätserklärungen und Agit-Prop-Aktionen Stimmung gegen den jüdischen Staat gemacht. Die Lautstärke der Agitation täuschte vielfach darüber hinweg, dass die Zahl der Beteiligten häufig recht überschaubar war, und oft handelte es sich bei den Organisatoren um Personen, die bereits seit Jahrzehnten ihr antiimperialistisches und israelfeindliches Unwesen treiben.

Doch was immer es an Wind in den Segeln der israelfeindlichen und terrorverherrlichenden Agitatoren gegeben haben mag, scheint mit der Zeit deutlich nachgelassen zu haben. Schon vor Wochen beklagten sich etwa die Organisatoren antiisraelischer Kundgebungen in Instagram-Postings über die mangelnde Beteiligung an ihren Aktionen: Ein auf eine Woche angelegtes Palästina-Solidaritätscamp an der FU Berlin scheint weitgehend ignoriert zu werden und zieht kaum Besucher an.

Und auch an der Universität Köln hat ein ähnliches Protestlager, das dort seit Mai existierte, beschlossen, dass die Zeit gekommen ist, einzupacken und nach Hause zu gehen. Wie die Webseite Ruhrbarone berichtet, sollte das Camp, bei dem es immer wieder auch zu »Sympathiebekundungen für die Terrororganisation Hamas« gekommen ist, am Wochenende abgebaut werden.

Jammer auf Instagram

Die Verantwortlichen des Protestlagers zeigen sich enttäuscht darüber, dass die Universität Köln sich von ihnen – einer kleinen Minderheit – nicht diktieren hat lassen, wie sie sich zu verhalten und was in ihren Räumlichkeiten gelehrt zu werden habe. Die Universität, so jammern sie auf Instagram, »habe weder eine angemessene Reaktion auf unsere Forderungen noch auf unsere Präsenz gezeigt«. Sie habe »keinerlei Absicht« gezeigt, die Kooperation mit israelischen Institutionen einzustellen, noch habe sie sich inhaltlich in der geforderten Art und Weise positioniert.

Deshalb kündigten die Organisatoren an, »unsere Form des pro Palästinensischen Aktivismus« (sic!) zu verändern und geloben, »den Kampf auf andere Weise« weiterzuführen. Und wie in Berlin darf auch in Köln ein gerütteltes Maß an Heuchelei nicht fehlen: Man werde sich weiterhin »für die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit« einsetzen – sagen ausgerechnet jene, die erklärtermaßen mit ihrer Forderung nach einem Israel-Boykott für die Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit eintreten und deren Verständnis von Meinungsfreiheit über das Brüllen von »Free Palestine!« kaum hinausgeht.

Nur in einem Punkt haben die Agitatoren recht: Die Universitätsleitung hat in der Tat auf das Protestcamp nicht angemessen reagiert; sie hätte der Polizei längst den Auftrag geben sollen, dem Spuk ein Ende zu setzen.

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