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Operation »Tzur Israel«: Äthiopische Einwanderer für jüdischen Staat

Im Rahmen der “Operation Tzur Israel” landen äthipische Juden in Tel Aviv
Im Rahmen der “Operation Tzur Israel” landen äthipische Juden in Tel Aviv (Quelle: JNS)

Vergangene Woche kamen im Rahmen der »Operation Tzur Israel« über dreihundert äthiopische Juden in Israel an, um Aliyah zu machen.

Eliana Rudee

Insgesamt 180 äthiopische Neueinwanderer landeten vergangenen Mittwoch mit einem von der Jewish Agency for Israel gecharterten Flug in Israel. Begleitet wurden sie von Dutzenden führender Vertreter der Jewish Federations of North America (JFNA) und in Abstimmung mit der israelischen Regierung.

Der Flug war einer von mehreren, die in den kommenden Monaten im Rahmen der »Operation Tzur Israel« (»Felsen Israels«) stattfinden werden. Das Projekt begann im Dezember 2020 und führt 3.000 Neueinwanderer mit Verwandten ersten Grades zusammen, die zu einem früheren Zeitpunkt nach Israel eingewandert waren.

Ein zweites Flugzeug mit 160 weiteren Einwanderern landete dann am Donnerstag auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Von Gonder nach Tel Aviv

Im Vorfeld hatten sich Journalisten und führende JFNA-Vertreter zu einer mehrtägigen Mission mit der jüdischen Gemeinde von Gonder getroffen, einer Stadt in der äthiopischen Region Amhara, wo ein Großteil der Juden des Landes lebt.

Dabei trafen sie mit mehreren Familien zusammen, die sich auf die Immigration in den jüdischen Staat vorbereiteten. Die äthiopischen Einwanderer, die in Gonder in Einraumhütten aus Lehm, Holz und Stein ohne Bodenbelag, Strom oder fließendes Wasser lebten, werden nach ihrer Ankunft in Israel in Aufnahmezentren untergebracht. Trotz ihrer harten Lebensbedingungen haben sie sich eine starke jüdische Identität bewahrt und führen die jüdischen Gemeindetraditionen fort.

Zuvor hatte die Jewish Agency zwanzig Mitarbeiter in Äthiopien stationiert, die die Familien auf ihren Umzug vorbereiteten und in Zusammenarbeit mit dem israelischen Ministerium für Aliyah und Integration sowie dem Innen- und Außenministerium die Flüge nach Israel organisierten.

Nach ihrer Ankunft werden die neuen Einwanderer für die nächsten zwei bis drei Jahre in Aufnahmezentren leben, mit minimalen Kosten und finanzieller Unterstützung, während sie Hebräisch lernen, sich an die israelische Gesellschaft anpassen, zu arbeiten beginnen, in das Bildungssystem eintreten und einen Intergrationsionsprozess durchlaufen. »Es ist unsere Verantwortung, ihnen bei ihren ersten Schritten in Israel zu helfen«, sagte Yaakov Hagoel, Vorsitzender der World Zionist Organization und amtierender Vorsitzender der Jewish Agency.

Erfüllung eines Traums

Am Montag, den 30. Mai besuchte die Gruppe aus Journalisten und JFNA-Vertreter eine alte Synagoge im äthipischen Ataya (eine jüdische Gemeinde, die inzwischen Alija gemacht hat). Danach reiste sie weiter nach Kossoye, wo sie persönliche Geschichten über die »Operation Moses« hörte, bei der 14.000 äthiopische Juden zu Fuß in sudanesische Flüchtlingslager wanderten, bevor sie Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre nach Israel einwanderten. Die Reise, die zu Fuß unternommen wurde, dauerte Monate, wobei fast die Hälfte die sudanesischen Flüchtlingslager nicht erreichte.

Einige kehrten um; doch viertausend Menschen verloren dabei ihr Leben, sei es  durch Hunger, Durst oder Krankheiten. Viele erstickten in den überfüllten Lastwagen, die sie zum Hercules-Flugplatz im Sudan brachten; andere wurden von äthiopischen oder sudanesischen Behörden inhaftiert und starben in Gefängnissen.

Der Montag war auch der Tag nach dem Jerusalem-Tag (28. Ijar), an dem das äthiopische Volk der viertausend Toten der »Operation Moses« gedenkt und Israel die Wiedervereinigung der israelischen Hauptstadt im Jahr 1967 feiert. Die Gruppe zündete Yizkor-Kerzen auf einem Friedhof im ehemaligen jüdischen Dorf Woloka an, der seit mindestens zweihundert Jahren besteht. Ein Schwesterfriedhof für die viertausend Toten befindet sich auf dem Friedhof am Berg Herzl.

Am Dienstag, Rosch Chodesch Sivan, feierte die Gruppe zusammen mit mehreren hundert Männern, Frauen und Kindern aus der äthiopisch-jüdischen Gemeinde von Gondar den Shacharit-Gottesdienst. Gemeinsam sangen sie die israelische Nationalhymne »Hatikvah« und feierten einen Tora-Gottesdienst. Dann trafen sie letzte Vorbereitungen für ihre Flüge nach Israel.

Von Ministerin begleitet

Auf dem Flug von Addis Abeba nach Israel am Mittwoch wurde die Gruppe von Hagoel und der Ministerin für Aliyah und Integration, Pnina Tamano-Shata, begleitet, der ersten in Äthiopien geborenen Frau in der Knesset.

Tamano-Shatas Fürsprache führte im Oktober 2020 zu dem Beschluss der Regierung, die »Operation Tzur Israel« einzuleiten. Sie wird von der JFNA unterstützt, die eine Kampagne von mehr als sieben Millionen Dollar zur Unterstützung ihrer Fortsetzung angekündigt hat, sowie von Keren Hayesod, der Internationalen Gemeinschaft von Christen und Juden, der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem und von Freunden Israels aus Korea.

Im Rahmen der Operation wurden bereits zweitausend Äthiopier mit ihren Familien in Israel zusammengeführt, weitere dreitausend werden folgen. Ein Mann, der mit seiner Frau und seinem Sohn im Februar 2021 Alija macht, nachdem er zwölf Jahre lang auf die Einwanderung gewartet hatte, sagte gegenüber der Jewish Agency: »Alles, was uns seit der Einwanderung passiert ist, ist die Erfüllung eines jahrelangen Traums und übertrifft unsere Erwartungen.« Im Gespräch mit der Gruppe am Abend vor dem Flug erklärte Tamano-Shata ein:

»Wir haben eine große Verantwortung , das Richtige zu tun. … [Der Kampf der äthiopischen Juden] ist mein Kampf, und er muss der Kampf Israels und der Diaspora sein … Die Menschen in Gonder haben nach vielen Jahren darauf gewartet, nach Hause zu kommen, und jetzt wissen sie, dass sie Freunde in Israel haben.«

Der Artikel erschien auf Englisch beim Jewish News Syndicate. (Übersetzung von Alexander Gruber.)

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