Österreichisches Außenministerium lehnt Islamophobie-Bericht ab

 

Der im Auftrag eines türkischen Thinktanks erstellte Bericht entspreche nicht den methodologischen Vorgaben, denen eine solche Studie zu folgen hat.

Österreichs Außenminister Schallenberg (Quelle:  BMEIA, CC BY 2.0), Islamophobiebericht-Autor Hafez (Quelle: Quelle: Trollma, CC BY 3.0 )

„Im Auftrag einer der türkischen Regierung nahestehenden Denkfabrik und gesponsert mit 126.951 Euro EU-Geld hat der Salzburger Politologe Farid Hafez auch heuer wieder einen ‚European Islamophobia Report‘ herausgebracht. Darin werden tatsächliche Muslimhasser und seriöse Islam-Kritiker in einen Topf geworfen. Sogar prominente Muslime wie die einen säkularen Islam predigende Berliner Imamin Seyran Ates werden auf Hafez’ Liste der Islamophobie geführt. Die prominente Muslima, die auch in Österreich gerne eine liberale Moschee gründen würde, wird in dem Report gar als eine der ‚zentralen Figuren im islamophoben Netzwerk‘ geführt.

Doch nun regt sich Widerstand gegen das Konvolut. Auf VOLKSBLATT-Anfrage bezieht das Außenministerium klar Position: ‚Wir lehnen sowohl die Schlussfolgerungen als auch die Methodologie dieses Berichts klar ab‘, heißt es in der Stellungnahme. Und: ‚Es bedarf hier verbesserter EU-Förderkriterien. Dafür werden wir uns einsetzen.‘ Die Tatsache, dass die EU die Gelder aus ihrem Programm „Zivilgesellschaftlicher Dialog zwischen der EU und der Türkei“ (CSD-V) ohne inhaltliche Prüfung des Reports überwiesen hat, stört nicht nur das Wiener Außenamt. (…)

Hafez weist Kritik zurück und beharrt auch darauf, dass der Report ‚von keiner Erdogan-nahen Stiftung herausgegeben wird‘. Tatsächlich tritt die Denkfabrik SETA, die das Werk in Auftrag gegeben hat, vor allem mit sehr regierungsfreundlichen Publikationen in Erscheinung.“ (Manfred Maurer, Oberösterreichisches Volksblatt: „Österreich weist Islamophobie-Report zurück“)

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