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Öllieferungen aus dem Iran: Hisbollah will Libanons Energiepolitik übernehmen

Solidaritätsdemonstration mit der Hisbollah im Iran
Solidaritätsdemonstration mit der Hisbollah im Iran (© Imago Images / NurPhoto)

Was die Ankunft eines für die Hisbollah bestimmten iranischen Öltankers in syrischen Gewässern über die libanesische Politik aussagt.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Wie iranische Medien und libanesische Medien kürzlich berichteten, habe rin mit Treibstoff beladenes iranisches Schiff die syrischen Hoheitsgewässer erreicht, wobei Al-Akhbar als erstes über die Ankunft berichtete. Für den Libanon und die Hisbollah, die von diesem iranischen Treibstoff profitieren möchte, markiert dies einen entscheidenden Punkt. Der Treibstoff wird vermutlich in einem syrischen Hafen entladen und dann in den Libanon gebracht werden. (…)

Während der Al-Akhbar-Bericht relativ wenig Details über den Tanker enthält, liefert die iranische Nachrichtenagentur Tasnim mehr Informationen, was zeigt, wie stolz die Islamische Republik auf die Lieferung ist. Im Juli 2019 beschlagnahmte die britische Royal Marines vorübergehend einen großen Tanker namens Grace 1, der auf dem Weg nach Syrien war. Teheran hat auch Schiffe mit Benzin nach Venezuela geschickt. Die USA beschlagnahmten im Sommer 2020 Treibstoff von einigen dieser Schiffe.

Tasnim stellt fest, dass „die bevorstehende Ankunft iranischer Treibstofflieferungen im Libanon mit der Erklärung des US-Kongresses zusammenfällt, dass ‚die Vereinigten Staaten die libanesische Treibstoffkrise lösen wollen und es nicht nötig haben, iranischen Treibstoff zu importieren.‘“

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Eine US-Delegation, der auch der demokratische Senator Chris Murphy (Connecticut) angehörte, war kürzlich im Libanon und warnte vor dem freien Fall der dortigen Wirtschaft. Die US-Delegation verließ Beirut gestern nach einem Treffen mit libanesischen Beamten. Als nächstes soll sie nach Israel reisen. Die den USA feindlich gegenüberstehende Hisbollah will mit der Treibstofflieferung zeigen, dass sie die libanesische Wirtschaft steuern kann. Außerdem möchte sie über den Iran engere Beziehungen zu China knüpfen. (…)

Die steht dem Regime und den Revolutionsgraden nahestehende iranische Nachrichtenagentur Tasnim schreibt:

„Während informierte Quellen berichten, dass irakisches Öl aus technischen Gründen erst mit Verzögerung in den Libanon gelangen wird, sowie im Schatten der unklaren US-Entscheidung, Gas aus Ägypten in den Libanon zu importieren, wird der Konvoi iranischer Treibstofftanker, der erste sein, der den Libanon im Lauf der Woche erreicht. Dies ist die einzige Hoffnung des libanesischen Volkes angesichts der erdrückenden US-Belagerung des Libanon“.

Während die iranische Nachrichtenagentur Fars News denselben Bericht veröffentliche, fügte Al-Akhbar hinzu, dass „das iranische Schiff, das mit Diesel beladen ist und von dem der Generalsekretär der Hisbollah, Sayyed Hassan Nasrallah, im Zuge der Aschura-Feierlichkeiten ankündigte, dass es vom Iran aus losgefahren sei und sein endgültiges Ziel der Libanon sein werde, gestern in syrische Hoheitsgewässer einlief.“

Die Beteiligung der Hisbollah und Nasrallahs zeigt, dass die vom Iran unterstützte Terrorgruppe für die Ladung verantwortlich sein will. Al-Akhbar schreibt:

„Laut mit dem Fall befasster Quellen wird die Ladung des Schiffes mit Tanklastern von Syrien in den Libanon transportiert, nachdem sie in einem syrischen Hafen entladen wurde. Ein Teil der Ladung wird von der Hisbollah an staatliche Krankenhäuser und Pflegeheime gespendet. Ein privates Unternehmen wird den Verkaufsmechanismus für private Einrichtungen und Stromerzeuger bekanntgeben.

Den Quellen zufolge werden zwei weitere Schiffe nach demselben Mechanismus ankommen, ohne dass bekannt gegeben wurde, ob sie mit Diesel, Benzin oder beidem beladen sein werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass auch noch ein viertes Schiff aus dem Iran abfährt.“

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Dies zeigt, dass die Hisbollah, die bereits die libanesische Außen- und Verteidigungspolitik übernommen hat, nun auch die Energiepolitik übernehmen möchte. Bald wird die Terrororganisation – die über ein eigenes Telefonnetz verfügt, eine Rolle im Bankwesen, im Hafen und im Flughafen spielt und jetzt auch eine Rolle bei den Supermarktketten spielt – Gas und Öl importieren und den Libanon im Wesentlichen zu einer Provinz des des Hisbollah-Imperiums machen.

Nirgendwo sonst auf der Welt regiert eine illegale, bewaffnete Miliz ein Land so wie die Hisbollah den Libanon im Würgegriff hat. (…) Das Ziel der iranischen Energieexporte ist es, die Hisbollah zu beliefern, um sie zu stärken – so wie sie sie durch illegal geliefrete Raketen, Drohnen und andere Waffen stärkt.

(Aus dem Artikel „Iranian fuel ship enters Syrian waters to help Hezbollah – report“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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