Nordkoreas Kooperation mit Syrien und dem Iran

„Präsident Trump bereitet sich derzeit auf direkte Verhandlungen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un in den kommenden Monaten vor. Eines der Ziele der Administration bei diesem historischen Dialog sollte darin bestehen, die Waffenlieferungen Pjöngjangs in den Nahen Osten dauerhaft zu stoppen. Seit den 1990er Jahren haben aufeinanderfolgende US-Administrationen mit sehr geringem Erfolg ausführliche Gespräche mit dem Regime geführt, die darauf abzielten, dessen Programme zur Entwicklung von Atomwaffen und ballistischen Raketen zu beenden. Doch hat Washington gegenwärtigen und vormaligen amerikanischen Entscheidungsträgern zufolge keinerlei ernsthaften Anstrengungen unternommen, um die nordkoreanischen Proliferationsnetzwerke im Ausland stillzulegen. Folglich exportiert Pjöngjang drakonischen internationalen Sanktionen zum Trotz weiterhin gefährliche Militärtechnologien in Länder wie den Iran, Syrien und Ägypten.

Beweise für die heimliche Rolle Nordkoreas beim Bau eines plutoniumproduzierenden Reaktors in Syrien wurden 2007 bekannt, als die Bush-Administration gerade über einen Abrüstungsvertrag mit Pjöngjang verhandelte. Damals galt der Bau des Reaktors in al-Kibar als einer der schlimmsten Fälle atomarer Proliferation in der Geschichte. In der Hoffnung, so einen diplomatischen Erfolg in der Abrüstungsfrage erzielen zu können, verzichtete Washington dennoch darauf, Nordkorea nachhaltig zur Rechenschaft zu ziehen, so ehemalige US-Beamte, die an den Verhandlungen beteiligt waren. Auch sonst beharrte die Administration zu keinem Zeitpunkt darauf, dass Pjöngjang über seine Aktivitäten in Syrien vollständig Rechenschaft ablege. (…)

In einem vertraulichen Bericht beschreiben UNO-Inspektoren, wie nordkoreanische Handelsfirmen in den letzten Jahren tonnenweise industrielle Ausrüstungsgegenstände nach Syrien geschmuggelt haben, die offenbar dem Bau einer neuen Produktionsanlage für chemische Waffen dienten. Die von mehreren UNO-Mitgliedsstaaten verfolgten Lieferungen bestanden unter anderem aus säurebeständigen Kacheln, rostfreien Stahlrohren und anderen Materialien, die mit derartigen Anlagen assoziiert werden. Die UNO identifizierte zudem 40 bislang nicht gemeldete nordkoreanische Lieferungen zwischen 2012 und 2017 an das syrische Wissenschaftliche Studien- und Forschungszentrum, das die Chemiewaffenproduktion des Landes überwacht. (…)

Amerikanischen und israelischen Regierungsvertretern zufolge arbeiten Nordkorea und der Iran seit den 1980er Jahren bei der Raketenentwicklung zusammen. Frühere Versionen der iranischen Shahab-Raketen waren mit den nordkoreanischen Raketen vom Typ Nodong fast identisch, und westliche Geheimdienste beobachteten einen regulären Austausch zwischen den Wissenschaftlern und Ingenieuren beider Länder.“ (Jay Solomon: „Trump‘s North Korea Talks Need to Address Syrian and Iranian Proliferation“)

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