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Nichte von Khamenei zieht Vergleich mit Hitler, Ceaușescu und Saddam Hussein

Khameneis Nicht ist eine erbitterte Kritikerin der Islamischen Republik Iran
Khameneis Nicht ist eine erbitterte Kritikerin der Islamischen Republik Iran

Die Nichte des Obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei kritisierte vergangene Woche zum wiederholten Mal die Herrschaft ihres Onkels. 

Farideh Moradkhani stellte sich offen gegen die Politik ihres Onkels, indem sie die Islamische Republik als »mörderisches und kindermordendes Regime« bezeichnetet und das Ausland aufforderte, seine Beziehungen zu Teheran abzubrechen. Das Video mit ihren Aussagen wurde von ihrem Bruder hochgeladen, nachdem Farideh Moradkhani aus unklaren Gründen verhaftet worden war.

Moradkhani entstammt einem Zweig der Familie, der für seine Opposition gegen die klerikale Führung bekannt ist. Sie war in ihrer Eigenschaft als Menschenrechtsaktivistin in der Vergangenheit selbst schon inhaftiert gewesen. 

Einem Tweet ihres Bruders Mahmoud zufolge wurde Farideh vor etwas mehr als einer Woche erneut festgenommen, nachdem sie einer Vorladung des Büros des Staatsanwalts gefolgt war. In einer von ihrem Bruder zwei Tage nach ihrer Festnahme hochgeladenen Videoerklärung verurteilte Farideh die »klare und offensichtliche Unterdrückung«, der die Iraner ausgesetzt sind und kritisiert die Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft. Sie forderte die Menschen weltweit auf, die landesweiten Proteste im Iran zu unterstützen, indem sie ihre Regierungen dazu drängen sollten, die Verbindungen mit dem Regime zu kappen und »jegliche Geschäfte mit dieser Tyrannei zu beenden«.

Appell an die Welt

»Freie Menschen, seid mit uns! Sagt euren Regierungen, sie sollen aufhören, dieses mörderische und kindermordende Regime zu unterstützen!«, sagte Farideh und fuhr fort: »Dieses Regime ist keinem seiner religiösen Prinzipien treu und kennt kein Gesetz und keine Regel außer Gewalt und Machterhalt auf jede erdenkliche Weise.« Zugleich beklagte sie, die gegen das Regime verhängten Sanktionen seien »läppisch und lachhaft«, zugleich würden »hinter den Kulissen Multi-Milliarden-Dollar-Deals mit dem Iran gemacht« und die Iraner in ihrem Kampf für die Freiheit allein gelassen.

»Jetzt, in diesem kritischen Moment der Geschichte, beobachtet die ganze Menschheit, wie das iranische Volk mit leeren Händen, mit beispielhaftem Mut und Tapferkeit gegen die satanischen Mächte des Bösen kämpft«, fuhr Farideh fort und verglich den Obersten Führer Khamenei und seinen Vorgänger, Revolutionsführer Khomeini, mit Hitler, Mussolini, Ceaușescu, Gaddafi und Saddam Hussein. Ob die Erfahrungen mit diesen Diktatoren nicht genug seien und wie lange »wir die Unterdrückung durch politische Autokraten in irgendeinem Teil der Welt noch mit ansehen müssten«, fragte sie.

»Die freien und tapferen Iraner werden dieses unterdrückerische und tyrannische Regime aus eigener Kraft stürzen. Wir müssen davon absehen, das Regime zu unterstützen, das im November 2019 innerhalb von vier Tagen Tausende von Iranern ermordet hat, während die Welt an der Seite stand und zusah.« Diese und ähnliche Katastrophen seien »ein Schandfleck auf der Stirn der Menschheit. Es ist an der Zeit, dass alle nach Freiheit strebenden Länder als symbolischen Akt [der Solidarität] ihre Vertreter aus dem Iran zurückrufen und alle Vertreter und Attachés dieses blutrünstigen Regimes aus ihren Ländern ausweisen. Dies wäre ein Zeichen der Solidarität mit der freiheitsliebenden iranischen Öffentlichkeit.«

Farideh Moradkhani ist die Tochter von Khameneis Schwester Badri, die sich in den 1980er Jahren mit ihrer Familie zerstritten hatte und auf dem Höhepunkt des Krieges mit dem Irak in das Nachbarland geflohen war, wo sie sich ihrem Ehemann, dem regimekritischen Kleriker Ali Teherani, anschloss.

Moradkhani ist als Aktivistin gegen die Todesstrafe bekannt geworden und wurde zuletzt im Januar dieses Jahres verhaftet, weil sie auf einer Videokonferenz im Oktober 2021 Farah Diba, die Witwe des 1979 durch die Islamische Revolution gestürzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi, überschwänglich gelobt hatte. Nach Angaben der Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurde sie im April gegen Kaution freigelassen und am vergangenen Mittwoch erneut verhaftet. Die aktuellen Anklagepunkte sind nicht klar, allerdings wurde zu einem früheren Zeitpunkt bereits eine fünfzehnjährige Haftstrafe über Moradkhandi verhängt.

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