Nicht Israel ist der Feind der Christen von Bethlehem

Bethlehems Bürgermeister Anton Salman.

„Seitdem die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) 1995 die Stadt [Bethlehem] übernommen hat, ist der christliche Bevölkerungsanteil der Stadt von 40 Prozent auf 12 Prozent gesunken. Bethlehem ist heute eine christliche Stadt mit wenigen Christen. Aber diese unbestreitbare Tatsache ist ein Evangelium, das für [Bürgermeister Anton] Salman zu häretisch ist, der den Schuldigen für die Probleme der Stadt allein in Israel sieht. Mit seiner Behauptung, dass einige alle Hoffnung auf eine politische Lösung verloren und sich stattdessen für die Auswanderung entschieden haben, dass aber Tausende von Palästinensern geblieben sind, verschleiert Salman die Identität derjenigen, die gegangen sind: Christen und derjenigen, die in der Stadt geblieben sind und ständig neu hinzukommen: Muslime. Die Stadtbevölkerung von 27.000 Einwohnern war im Jahr 2017 um 23 Prozent größer als im Jahr 1998. (…) Solch doppelgleisige Migration spiegelt die breiteren Trends im Nahen Osten wieder, wo Islamisten innerhalb muslimischer Mehrheiten christliche Minderheiten bedrohen, mobben und angreifen.

Salmans Behauptung, dass die israelischen Sicherheitsmaßnahmen absichtlich darauf abzielen, Menschen daran zu hindern, nach Bethlehem zu Besuch kommen und Geld auszugeben, klingt ganz so, als ob die Stadt einer Geisterstadt gleicht. Dass dies nicht der Fall ist, erkennt man daran, dass im Gegensatz zu Salmans Aussagen im Jahr 2018 drei Millionen Menschen das geschäftige Bethlehem besuchten. Wenn Salman jedoch widerwillig anerkennt, dass die Stadt Besucher anzieht, beklagt er sich darüber, dass sie Touristen und keine Pilger sind, wofür natürlich auch Israel verantwortlich sei.

Propagandisten wie Salman versuchen den wahren Grund palästinensischen Leidens zu verschleiern und wiederholen stattdessen gebetsmühlenhaft, dass es die ‚israelischen Mauern Israels seien, die die Stadt einschließen‘ und die wirtschaftlichen Möglichkeiten ersticken. Die Behauptung, dass ‚die illegale Mauer, die durch das Herz unserer Stadt gebaut wurde, der Gerechtigkeit und der Freiheit widerspricht‘, wie Salman behauptet, stellt seine Glaubwürdigkeit in Frage, da die Trennungsbarriere nördlich der Stadtgrenzen liegt und dazu gedacht ist, die Israelis davor zu schützen, erstochen, von einem Auto gerammt oder in die Luft gejagt zu werden, was Salman bequemerweise ignoriert. (…)

Die Ironie der Behauptung, Bethlehems Zukunft sei von Israel gefährdet, trägt Orwell’sche Züge, weil die einzige Gefahr für die Geburtskirche die Palästinenser selbst sind. Und Salman sollte dies wissen, da er nach eigenen Angaben im April 2002 dort war, als 200 palästinensische bewaffnete Männer die Kirche stürmten, 39 Tage lang Priester und Nonnen als Geiseln nahmen und die Vereinbarung mit dem Vatikan, eine der heiligsten Stätten der Christenheit zu respektieren, mit Füßen traten. (…) Salman kann Bethlehem als ‚Stadt der Hoffnung‘ bewerben, wenn die jüngsten Umfragen jedoch richtig sind, dann würde der Anführer der terroristischen und islamistischen Hamas, Ismail Haniyeh, klar die palästinensische Präsidentschaftswahl gewinnen. Wenn die Erfahrung der Christen von Gaza während des vergangenen Jahrzehnts ein Indiz ist – die christliche Bevölkerung ist von 3000 auf 1000 geschrumpft –, wird ‚Hoffnung‘ alles sein, worauf sich Salman verlassen kann. Dies ist die wahre Bedeutung hinter seiner Behauptung, ‚Bethlehem seien die Herausforderungen ganz Palästinas nicht fremd.‘“ (Allon Lee: „Israel is not Bethlehem’s enemy“)

 

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