Nicht der Rabin-Attentäter hat den Friedensprozess zerstört

„Beharrlich hält sich die Vorstellung (…), Yitzhak Rabin hätte 1996 gewiss die Wahlen gewonnen, wäre er nicht ermordet worden. Dann hätte er den Osloprozess erfolgreich fortgeführt, ein umfassendes Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern erzielt und den Konflikt beendet. Das ist völliger Unsinn. Unmittelbar vor seiner Ermordung führte die Likudpartei unter Benjamin Netanyahu bereits in den Umfragen. Nach dem Attentat veränderte sich die Lage dramatisch und Shimon Peres hatte in den Umfragen einen Vorsprung von 40 Prozent. Dass die öffentliche Meinung umschlug und die Wähler sich schließlich Netanyahu und der Rechten zuwandten, lag an den Palästinensern, die im Winter 1996 eine ganze Reihe tödlicher Bombenanschläge verübten.

Wäre Rabin nicht ermordet worden, hätte Netanyahu durchaus ein Ergebnis ähnlich dem erdrutschartigen Sieg Ariel Sharons nach dem Gipfeltreffen zwischen Yasser Arafat und Ehud Barak in Camp David und der anschließenden Terrorkampagne erzielen können. Doch selbst, wenn Rabin die Wahlen gewonnen hätte, wäre es ihm nicht gelungen, ein abschließendes Abkommen zu vereinbaren. Diplomatisch war er keine Taube, auch wenn er heute so gesehen und von der Linken so vermarktet wird. Rabin betrachtete sich selbst als Falken. Kurz vor seiner Ermordung legte er vor der Knesset sein diplomatisches Vermächtnis dar und zog dabei mit Blick auf ein abschließendes Friedensabkommen deutliche rote Linien: Wir werden nicht zu den Grenzen von vor 1967 zurückkehren. … Ein vereintes Jerusalem, einschließlich Maaleh Adumims und Givat Ze’evs als Israels Hauptstadt und unter israelischer Kontrolle … Die israelische Sicherheitsgrenze wird sich im weitesten geographischen Sinne des Worts im Jordantal befinden … (…) Die jüdischen Siedlungen in Judäa, Samaria und dem Gazastreifen bleiben unter israelischer Kontrolle und ihr Status bleibt unverändert. (…)

Rabins Mörder Amir hat die diplomatischen Prozesse nicht beeinflusst. Beeinflusst hat sie in erster Linie der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Yasser Arafat, der Rabin getäuscht hatte. Zu behaupten, Rabins Ermordung habe den Friedensprozess torpediert, entlässt die Palästinenser aus der Verantwortung für ihr kriegerisches Verhalten und ermöglicht es der Linken, der historischen Wahrheit auszuweichen. Nicht das Attentat auf Rabin zerstörte die Aussichten auf Frieden, sondern unser ‚Partner‘ in Ramallah.“ (Uri Heitner: „Rabin’s murder didn’t kill peace“)

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