Latest News

New York Times publiziert einen Terrorapologeten und Israelhasser

Wieder einmal bot die New York Times einem Terrorapologeten und Israelhasser eine Bühne. (© imago images/Levine-Roberts)
Wieder einmal bot die New York Times einem Terrorapologeten und Israelhasser eine Bühne. (© imago images/Levine-Roberts)

Die Times veröffentlichte einen Gastkommentar eines Mannes, der am 7. Oktober 2023 gerne unter den Mördern von Israelis gewesen wäre.

Von Steven Emerson

Die New York Times präsentierte Ussama Makdisi als moralisch relevante Stimme zu Israel. Damit überließ Amerikas führende Tageszeitung ihre Meinungsseite einem Mann, der öffentlich erklärte, er wünschte sich, er hätte zu denen gehört, die am 7. Oktober 1.200 Israelis massakriert haben.

Es gibt redaktionelle Entscheidungen, bei denen man sich am Kopf kratzt. Und dann gibt es Entscheidungen, die in ihrer moralischen Rücksichtslosigkeit so erschütternd sind, dass sie eine öffentliche Rechenschaftspflicht erfordern.

Die Entscheidung der Redaktion der New York Times, am 23. April einen Gastkommentar von Makdisi, einem Geschichtsprofessor an der University of California, Berkeley, zu veröffentlichen – und ihn damit als glaubwürdigen, nüchternen Kommentator zu Israel und dem israelisch-palästinensischen Konflikt zu positionieren –, fällt eindeutig und unwiderruflich in die zweite Kategorie.

Das ist keine knappe Entscheidung. Es geht hier nicht darum, dass vernünftige Menschen sich uneinig sind, welche Stimmen auf die öffentliche Bühne gehören. Hier verleiht die Times das Ansehen ihrer Meinungsseite – der begehrtesten Plattform im amerikanischen Journalismus – einem Mann, dessen öffentliche Äußerungen zu diesem Thema nicht nur umstritten, sondern moralisch unvertretbar sind. Die Redakteure, die diesen Beitrag genehmigt haben, schulden ihren Lesern eine Entschuldigung.

»Hätte einer von ihnen sein können«

Beginnen wir mit der Aussage, die für sich genommen jede Diskussion über Makdisi als Times-Autor zu diesem Thema hätte beenden müssen.

Nach den von der Hamas angeführten Terroranschlägen im Süden Israels am 7. Oktober 2023 – bei denen 1.200 israelische Männer, Frauen und Kinder abgeschlachtet wurden, Babys in ihren Häusern enthauptet, ältere Holocaust-Überlebende aus Kibbuzim gezerrt und junge Menschen auf einem Musikfestival erschossen wurden – teilte Makdisi in sozialen Medien einen Artikel mit diesem Titel: »Ich hätte einer von denen sein können, die am 7. Oktober die Belagerung durchbrachen

Lesen Sie das noch einmal. Langsam. Ein Professor mit Festanstellung an einer der renommiertesten öffentlichen Universitäten Amerikas äußerte offen, dass er sich mit den Männern identifizieren könne, die den tödlichsten Massenmord an jüdischen Menschen seit dem Holocaust begangen haben.

Diese Aussage war so alarmierend, dass sie bei Anhörungen des Kongresses zum Thema Antisemitismus an Hochschulen ausdrücklich angesprochen wurde. Der Abgeordnete Randy Fine (Republikaner, Florida) konfrontierte den Kanzler der UC Berkeley direkt: »Am 7. Oktober bezeichnete Makdisi die Angriffe der Hamas auf Israel als ›Widerstand‹«, sagte Fine. »Warum sollten Sie jemandem eine Stelle geben, der sagte, der 7. Oktober sei gerechtfertigt gewesen?«

Die Antwort des Kanzlers – dass Makdisi »ein hervorragender Wissenschaftler« sei, der nach »akademischen Standards« berufen wurde – mag für eine Universität, die die Meinungsfreiheit ihrer Lehrkräfte schützen will, eine vertretbare Antwort sein. Für eine Zeitung, die ihre Autoren als moralische Vorbilder für Millionen von Lesern präsentiert, ist es keine vertretbare Antwort. Akademische Freiheit und die Auswahl einer journalistischen Plattform sind zwei grundverschiedene Dinge.

Die Redaktion kann nicht behaupten, sie wüsste nicht, wer Makdisi ist. Seine Ansichten sind nicht verborgen. Sie sind umfangreich dokumentiert, weit verbreitet und über Jahre öffentlicher Lobbyarbeit hinweg völlig konsistent. Dies ist ein Mann, der seine akademische und öffentliche Karriere auf einer einzigen, kompromisslosen Position aufgebaut hat: dass Israel ein unwiderruflich illegitimes Unterfangen ist, das zerstört werden muss.

»Zionismus muss enden«

In einem Podcast aus dem Jahr 2023 erklärte Makdisi unverblümt: »Der koloniale Zionismus muss ein Ende finden.« Er hat dies nicht relativiert. Er hat keine Reform, keine Verhandlungen und kein Zwei-Staaten-Modell vorgeschlagen. Er forderte das Ende der grundlegenden Ideologie des jüdischen Staates – eines Staats mit zehn Millionen Einwohnern, darunter zwei Millionen Araber. Er tat Israel als »ethnisch-religiösen Siedlerkolonialstaat [abgetan], der vollständig aus dem westlichen Imperialismus hervorgegangen ist« – eine Darstellung, die praktischerweise keinerlei Raum für einen legitimen jüdischen nationalen Anspruch auf das Land lässt.

In einem 2014 erschienenen Kommentar, der heftige Kritik hervorrief, charakterisierte Makdisi die Gründung Israels als das Ergebnis »schrecklicher Gewalt«. Er beschrieb den Zionismus als ein »kolonialistisches Siedlungsprojekt«. Diese Sprache, die ihrer akademischen Fassade beraubt ist, reduziert das gesamte Unterfangen der jüdischen Selbstbestimmung auf einen Eroberungsakt, der nicht mehr moralische Legitimität besitzt als die Apartheid in Südafrika. Er hat die Lage im Gazastreifen wiederholt als »Völkermord« bezeichnet und in Essays, die in renommierten Zeitschriften veröffentlicht wurden, israelische Militäroperationen als die absichtliche, systematische Zerstörung der palästinensischen Zivilisation dargestellt.

In Essays für die New Left Review schrieb er, dass »der Kampf gegen Antisemitismus oft die Auslöschung Palästinas impliziert« – eine Formulierung, die praktisch jeden Versuch, Judenhass zu bekämpfen, als Akt der Unterdrückung der Palästinenser darstellt.

Und er hat die proisraelische Gemeinschaft in Amerika durchweg nicht als Mitbürger mit aufrichtigen Überzeugungen dargestellt, sondern als konspirative Kraft. »Zionistische Institutionen und pro-israelische Spender« beschuldigte er, palästinensische Stimmen »routinemäßig zu diffamieren«, und die Untersuchung des Antisemitismus an Hochschulen durch den Kongress erinnerte ihn an »die McCarthy-Schauprozesse der 1950er Jahre«.

Systematische Verharmlosung

Der vielleicht aufschlussreichste Aspekt von Makdisis öffentlichem Wirken ist nicht eine einzelne Äußerung, sondern sein konsequentes Muster, palästinensische Gewalt gegen israelische Zivilisten so zu kontextualisieren, dass sie systematisch verharmlost oder gerechtfertigt wird. In veröffentlichten Texten hat er argumentiert, dass »wenn man will, dass die Gewalt aufhört, man die Bedingungen beseitigen muss, die sie hervorgebracht haben«. Eine Formulierung, die, auf den 7. Oktober angewendet, einer bedingten Rechtfertigung des Massakers gleichkommt. Die Hamas hat 1.200 Menschen abgeschlachtet, so suggeriert sein Denkansatz, weil Israel sie dazu getrieben hat.

Das ist keine historische Analyse. Es ist eine moralische Umkehrung. Und es ist genau die Art von Denkansatz, welchen die New York Times, indem sie Makdisi ihre Plattform zur Verfügung stellt, nun implizit für ihre weltweite Leserschaft von Millionen Menschen legitimiert hat.

Die Meinungsseite der New York Times rühmt sich seit Generationen damit, eine Vielfalt seriöser, anerkannter Stimmen zu kuratieren. Stimmen, die die Leser herausfordern, Debatten anregen und ja, auch scharfe Kritiker der israelischen Politik einschließen. Das ist völlig legitim. Kritik an Entscheidungen der israelischen Regierung, an der Ausweitung der Siedlungen, an militärischen Taktiken – all das fällt in den breiten, legitimen Rahmen der demokratischen Debatte, und die Times hat davon reichlich veröffentlicht. Niemand behauptet, dass Israel über jede Kritik erhaben sei.

Aber es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen einem Kritiker der israelischen Politik und einem Mann, der erklärt hat, dass der Zionismus selbst »beendet werden muss«, der das verheerendste Massaker an jüdischen Menschen seit 80 Jahren als »Widerstand« darstellt und der öffentlich seine Identifikation mit den Tätern dieses Massakers zum Ausdruck gebracht hat. Eine solche Person als moralische Autorität im israelisch-palästinensischen Konflikt zu veröffentlichen, ist kein Akt redaktionellen Mutes oder intellektueller Vielfalt. Es ist ein Akt redaktioneller Nachlässigkeit.

Andere Maßstäbe

Die Times würde keinen Kommentar zur Rassengerechtigkeit von einem Mann veröffentlichen, der öffentlich seine Solidarität mit denjenigen bekundet hat, die eine schwarze Kirche bombardiert haben. Sie würde keinen Artikel über Frauenrechte von jemandem veröffentlichen, der seinen Wunsch bekundet hat, an einem Übergriff oder einer Vergewaltigung teilgenommen zu haben. Die Redakteure wissen das. Was ihre Entscheidung hier nicht nur zu einem Fehlurteil macht, sondern zu einem beunruhigenden Signal darüber, wessen Leid sie ernst nehmen und wessen nicht.

Makdisis Ernennung zum ersten Inhaber des Lehrstuhls für palästinensisch-arabische Studien an der UC Berkeley – und seine anschließende Aufwertung durch die New York Times – ist Teil eines umfassenderen und zutiefst beunruhigenden Musters, in dem die amerikanische Wissenschaft und die Medien zunehmend eine Form der antiisraelischen Propaganda normalisieren, die sofort als krasser Extremismus erkennbar wäre, wenn sie sich gegen eine andere Nationalität oder ein anderes Volk richten würde.

Makdisi ist der Neffe des verstorbenen Edward Said, dessen intellektuelles Rahmenwerk eine Generation von Nahostwissenschaftlern geprägt hat. Diese Abstammung genießt in bestimmten akademischen Kreisen enormes Ansehen. Doch Ansehen ist kein Ersatz für moralische Verantwortung. Und keine noch so hohe akademische Qualifikation kann den moralischen Inhalt der öffentlichen Äußerung reinwaschen, man hätte zu den Mördern von 1.200 Menschen gehören können, darunter Säuglinge und Ältere.

Jüdische Amerikaner – und Amerikaner aller Herkunft, die von den Gräueltaten am 7. Oktober entsetzt waren – verdienen Besseres von der Zeitung, die sich selbst als »führende Zeitung« bezeichnet. Sie verdienen Redakteure, die verstehen, dass es keine »Darstellung einer Perspektive« ist, jemandem eine Plattform zu bieten, der sich wünscht, er wäre am 7. Oktober am Zaun gestanden.

Das ist eine Beleidigung der Toten.

(Der Artikel ist auf Englisch beim Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Steven Emerson ist der Präsident des »Investigative Project on Terrorism« und Autor mehrerer Filme. Die Übersetzung stammt von Florian Markl.)

Bleiben Sie informiert!
Mit unserem wöchentlichen Newsletter erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren.

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren

Wir reden Tachles!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie alle aktuellen Analysen und Kommentare unserer Experten und Autoren!

Nur einmal wöchentlich. Versprochen!