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Neue Terrororganisation im Westjordanland gegründet

Im Westjordanland florieren neue Terrorgruppen. Im Bild: Mitglieder der Gruppe »Höhle der Löwen« in Nablus. (© imago images/APAimages)
Im Westjordanland florieren neue Terrorgruppen. Im Bild: Mitglieder der Gruppe »Höhle der Löwen« in Nablus. (© imago images/APAimages)

Ungehindert durch die Sicherheitskräfte der Autonomiebehörde kann im Westjordanland eine Terrorgruppe nach der anderen entstehen.

In Salfit im nördlichen Westjordanland wurde am Sonntag die Gründung einer neuen palästinensischen Terrorgruppe namens »Bataillone des Märtyrers Omar Abu Laila bekanntgegeben.

Der Name der Gruppe ist gewissermaßen Programm: Der 19jährige Abu Laila attackierte im März 2019 an einer Straßenkreuzung im Westjordanland einen israelischen Soldaten mit einem Messer und tötete ihn. Mit dessen entwendeten Maschinengewehr eröffnete Abu Laila anschließend das Feuer auf vorbeifahrende israelische Autos, wobei er einen 47 Jahre alten Rabbiner, den 12fachen Familienvater Achiad Ettinger, in den Kopf und Nacken traf. Die Ärzte im Krankenhaus von Petach Tikwa verloren am Tag darauf den Kampf um Ettingers Leben. Abu Laila wurde im Zuge eines Feuergefechts von israelischen Soldaten getötet.

Sehr zur Kritik des damaligen amerikanischen Botschafters David Friedman weigerte sich die im Westjordanland regierende Fatah nicht nur, die Bluttat zu verurteilen, sondern erklärte den Mörder vielmehr prompt zu einem Helden und Märtyrer. Die Fatah organisierte auch eine Demonstration in Huldigung Abu Lailas, im Fernsehsender der palästinensischen Autonomiebehörde war ein Banner mit der Aufschrift zu sehen: »Voller Ehre und Stolz verkündet die Fatah den Tod … ihres heldenhaften Märtyrers Omar Abu Laila.« Nach ihm wurden mindestens eine Straße, eine Moschee und ein Fußballturnier benannt, in seinem Heimatort Abwein errichtete die Fatah ihm ein Denkmal.

Das nach Abu Laila benannte Bataillon ist nur eine von mehreren palästinensischen Terrorgruppen, die in vergangenen zwei Jahren im Westjordanland ins Leben gerufen wurden, darunter die »Höhle der Löwen« in Nablus und die »Jenin-Brigaden«. Bei den Mitgliedern dieser Gruppen handelt es sich meist Männer, die zuvor anderen Terrororganisationen aus dem Umfeld der Fatah, der Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad angehörten.

Die Entstehung einer derartigen Infrastruktur des Terrors ist nur möglich, weil die Sicherheitskräfte der PA nichts gegen die Terrorgruppen unternehmen, sondern sie so lange weitgehend ungehindert agieren lassen, so lange sie sich nicht gegen die Autonomiebehörde richten. Das ist einer der Gründe, warum die israelische Armee zunehmend Antiterroreinsätze in den außer Kontrolle geratenen Städten im Westjordanland unternehmen muss, bei denen es immer wieder zu Feuergefechten mit palästinensischen Terroristen kommt.

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