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»Nasrallah, nimm Deine Raketen und stecke sie Dir …«

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallh bei seiner Rede am 16. Februar 2022. (© imago images/Xinhua)
Hisbollah-Chef Hassan Nasrallh bei seiner Rede am 16. Februar 2022. (© imago images/Xinhua)

Die bombastische Selbstdarstellung des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah erntet in einem libanesischen Online-Medium bissige Kommentare.

Auf den Webseiten arabischer Medien ist es im Allgemeinen nicht üblich, die Leser die Beiträge frei kommentieren zu lassen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Naharnet, eines der ältesten Onlinemedien des Libanon.

Am Mittwoch berichtete Naharnet über eine Rede von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah, die wie üblich eine Mischung aus bombastischer Selbstdarstellung und plumper Drohungen gegen Israel bot. Wie der Blog Elder of Ziyon zu Recht bemerkt, bieten die Leserkommentare unter dem Bericht einen selten offenen Eindruck davon, wie Nasrallahs Ansprachen beim Publikum aufgenommen werden. Angesichts der miserablen Lebensverhältnisse im Libanon erntete der Islamistenführer bissige Repliken.

Behauptete Nasrallah in seiner Rede beispielsweise, Israel befände sich auf dem Rückzug und steuere dem Untergang entgegen, so antwortete ein Leser unter Anspielung auf die Krise im Libanon sarkastisch:

»Das bringt mich zum Lachen! Klar, die israelische Wirtschaft liegt in Trümmern, seine Staatsschulden betragen mehr als 150 Mrd. Dollar, es kann seine Schulden nicht mehr bezahlen, es hat seine Währung mehr als zwanzig Mal abwerten müssen, ist isoliert und hat keine Freunde. Was für ein Demagoge!«

Auf Nasrallahs Aufforderung, die Israelis sollten Palästina verlassen, und das Angebot, die Reisekosten dafür zu übernehmen, antworte ein Leser unter Anspielung auf die zahlreichen Libanesen, die lieber heute als morgen ins Ausland ziehen würden: »Uff, warum verwendet er Geld nicht, um stattdessen die Libanesen im Land zu halten?«, worauf ein anderer antwortete: »Israel bezahlt gar nichts, und trotzdem sind es die Libanesen, die zu Tausenden das Land verlassen.«

Auch Nasrallahs Protzerei damit, dass die Hisbollah im Libanon Präzisionsraketen und Drohnen herstelle, blieb nicht unkommentiert: »Großartig … und das libanesische Volk hungert! Nimm Deine Raketen und stecke sie Dir dorthin, wo die Sonne nicht scheint.«

Ein anderer Leser griff den Faden auf und schrieb unter Hinweis auf den Obersten Geistlichen Führer des iranischen Regimes, dem die Hisbollah die Treue schwört: »Können wir die Raketen und Drohnen kochen, um sie zu essen? Hat die Hisbollah hier eine Hightech-Industrie aufgebaut, oder plappert er nur vor sich hin, um den nächsten Zahlungsscheck von Khamenei zu bekommen? Das Ziel der Politik ist es, der Mehrheit der Menschen Frieden und Wohlstand zu bringen, während das Ziel der Hisbollah darin besteht, den Interessen ihrer Zahlmeister in Teheran zu dienen.«

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