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Nach dem Tod von Ayman al-Zawahiri: Gibt es eine Führungskrise in der Al-Qaida?

Zwei als mögliche neue Führer der Organisation genannte Al-Qaida-Mitgleider
Zwei als mögliche neue Führer der Organisation genannte Al-Qaida-Mitgleider (© Imago Images / UPI Photo , FBI)

Nach der Tötung des Al-Qaida-Führers Ayman al-Zawahiri durch einen amerikanischen Drohnenangriff vor einem Monat ist noch immer ungeklärt, wer seine Position in der Terrororganisation übernehmen wird.

Vier Wochen sind vergangen, seitdem die Vereinigten Staaten die Tötung von Ayman al-Zawahiri öffentlich gemacht haben und Al-Qaida weder die Ernennung eines Nachfolgers bekannt gegeben noch sich zur aktuellen Situation der Organisation geäußert hat, was auf eine schwerwiegende Krise in ihren Reihen hindeutet.

Auch schweigt Al-Qaida nach wie vor über al-Zawahiris Schicksal und hat die Nachricht von seinem Tod in Kabul weder bestätigt noch dementiert, obwohl US-Präsident Joe Biden bekannt gab, dass die Vereinigten Staaten eine DNA-Analyse durchgeführt und den Tod des Al-Qaida-Führers bestätigt hätten, nachdem er vor Wochen von einer Drohne auf dem Balkon seines Hauses in der afghanischen Hauptstadt getroffen worden war.

Noch keine Einigung

Nach der Tötung von al-Zawahiri stützt sich die Al-Qaida auf einen die Organisation leitenden Schura-Rat, dessen prominenteste Führer der als »Saif al-Adel« bekannte Muhammad Salah al-Din Zeidan und Abu Abd al-Rahman al-Maghrebi, der Schwiegersohn von al-Zawahiri und Leiter des Medienkomitees von Al-Qaida, sind. Bislang wurde jedoch kein neuer Führer für die Organisation bekannt gegeben.

In diesem Zusammenhang schrieb Charles Lister, Fellow und Direktor der Abteilung für Terrorismusbekämpfung am Middle East Institute, in einem Artikel für die saudische Zeitung Asharq Al-Awsat, die fast völlige Stille über Al-Qaida seit der Tötung von Al-Zawahiri sei

»ein klarer Beweis für die Krise, die sein Tod in den Reihen der Führungsspitze der Terrororganisation ausgelöst hat. Es ist erwähnenswert, dass Saif al-Adl, ein altgedientes Mitglied der Al-Qaida-Führung und ehemaliger Kommandeur der ägyptischen Spezialeinheiten, nach al-Zawahiri der nächste in der Führungshierarchie wäre. Saif al-Adl ist jedoch nach wie vor eine umstrittene Figur innerhalb des Netzwerks der Al-Qaida-Ableger; manche sagen, es fehle ihm an strategischem Weitblick, und sein jahrelanger Aufenthalt im Iran ist ein weiteres Problem«.

Der Terrorismusforscher Ahmed Sultan erklärte gegenüber Sky News Arabia, dass höchstwahrscheinlich Abu Abd al-Rahman al-Mughrabi die Führung der Organisation übernehmen werde. Das International Center for Counter-Terrorism (ICCT) nannte auch andere Kandidaten, darunter Abu Ikhlas al-Masri, einen Al-Qaida-Operationskommandeur, Muhammad Amin al-Haq, einen Sicherheitsbeamten des ehemaligen Al-Qaida-Führers Osama bin Laden, und Ali al-Bakri, bekannt als Abdel Aziz al-Masri, ein Mitglied des Schura-Rats der Terrororganisation.

Nachfolgekrise

Das ägyptische Forschungszentrum Al-Azhar Observatory sprach von generellen Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche:

»Es ist schwierig, einen neuen Anführer für Al-Qaida zu ernennen, der für alle akzeptabel ist, da radikale Veränderungen in der Politik der Organisation und in ihren Beziehungen zu anderen Organisationen wie dem Islamischen Staat zu erwarten sind. Die Tötung al-Zawahiris wird sich auf Al-Qaida auswirken und einen großen Teil ihrer Pläne behindern, abgesehen von der moralischen Schwäche, die sich nach der Tötung ihres Anführers in die Seelen ihrer Mitglieder eingeschlichen haben dürfte.«

Al-Azhar Observatory erklärte weiter, die Tötung al-Zawahiris und die Schwierigkeit, einen neuen Anführer zu ernennen, würde innerhalb der Organisation, die ihre Medienstrategie auf dem Image ihrer Anführer aufbaut, Verwirrung stiften.

Während eine Studie des Trends Research Center zu dem Schluss kommt, dass Al-Qaida am Rande mehrerer Krisen im Zusammenhang mit ihrer Organisationsstruktur zu stehen scheint, könnte der zentrale Teil der Organisation in Afghanistan geschwächt werden und Nachfolgekonflikte erleben. Die verbleibenden Führer könnten sich zerstreuen, während die Zweigstellen untereinander um die Führung der Organisation konkurrieren.

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