Das am Montag unterzeichnete Abkommen zwischen dem syrischen Interimspräsidenten und dem SDF-Chef erkennt die Kurden als integralen Bestandteil Syrien an.
Ein kurdischer Politiker sagte am Donnerstag, die Zahl der Kurden, die nach Afrin im Nordwesten Syriens zurückkehren, sei nach dem Abkommen zwischen der syrischen Übergangsregierung und den von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) erheblich gestiegen. »Genaue Statistiken liegen nicht vor, aber nach dem Abkommen vom 10. März ist die Zahl der zurückkehrenden Kurden deutlich gestiegen, und zwar so stark, dass die Menschen im Minutentakt in ihre Gebiete kommen«, sagte Ahmed Hassan gegenüber der kurdischen Nachrichtenplattform Rudaw.
Hassan ist Vorsitzender des Gemeinderats des Kurdischen Nationalrats, einer Koalition kurdischer politischer Parteien, die als wichtigste Opposition im (auch Rojava genannten) Nordosten Syriens gilt. Von der Türkei zur Vertreibung der Kurden in der Region angesiedelte »arabische Siedler kehren in großer Zahl in deren Herkunftsgemeinden zurück, und es gibt Dörfer, in denen keine Araber mehr leben«, fügte Hassan hinzu.
Der syrische Interimspräsident Ahmed al-Sharaa und der SDF-Chef Mazloum Abdi unterzeichneten am Montag ein als wegweisend bezeichnetes Abkommen zur Integration der SDF in den syrischen Staatsapparat. Die Übereinkunft erkennt die Kurden als integralen Bestandteil Syrien an, beinhaltet einen landesweiten Waffenstillstand und sieht die Rückkehr vertriebener Syrer in ihre Heimatstädte vor.
Keine Gebühren mehr
Im Jahr 2018 übernahmen die Türkei und die mit ihr verbündeten islamistischen Milizen die Kontrolle über Afrin, eine kurdische Enklave im Nordwesten Syriens. Tausende Kurden flohen, von denen viele in die nahe gelegene Region Shahba zogen, während vertriebene Familien aus anderen Teilen Syriens nach Afrin übersiedelten.
Internationale Organisationen haben seit 2018 zahlreiche Menschenrechtsverletzungen gegen die kurdische Bevölkerung Afrins verzeichnet, darunter Tötungen, Entführungen und Menschenhandel, Enteignungen, sexuelle Gewalt, Ernteplünderungen, das Fällen von Olivenbäumen zur Zerstörung der Lebensgrundlage und die Erhebung von Steuern auf die Landwirtschaft.
Ahmed al-Sharaa besuchte Afrin Mitte Februar und traf sich mit mehrheitlich kurdischen Einheimischen. Dabei gab er die Zusage, die bewaffneten Gruppen zu entfernen und den Verstößen ein Ende zu setzen, wie ein Vertreter des Kurdischen Nationalrats gegenüber Rudaw erklärte. Auch müssen Rückkehrer nun keine Gebühren mehr entrichten, wie es bis zu einer Höhe von 1.000 bis 1.500 Dollar üblich war, wenn sie ihre Häuser wieder besiedeln wollen.






