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Hosni Mubarak: Der Vater des Kalten Friedens ist tot

Mubarak, der Vater des Kalten Friedens, besuchte nur ein Mal Israel: zum Begräbnis von Jitzchak Rabin 1995 (Government Press Office/CC BY-NC-SA 2.0)
Mubarak, der Vater des Kalten Friedens, besuchte nur ein Mal Israel: zum Begräbnis von Jitzchak Rabin 1995 (Government Press Office/CC BY-NC-SA 2.0)

Mubarak wollte die Vorteile des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages sichern. Eine Normalisierung der Beziehungen zum jüdischen Staat stand aber auf dem Programm.

Herb Keinon, The Jerusalem Post

Hosni Mubarak, der langjährige ägyptische Führer, der sein Land vor seinem Sturz im Jahr 2011 drei Jahrzehnte lang wie ein moderner Pharao regierte, war kein Freund von Zion.

Wie können wir das wissen? Nun, zum einen, weil der am Dienstag verstorbene ehemalige Präsident während seiner 30-jährigen Regierungszeit nur einmal Israel besuchte – drei Stunden lang, um der Beerdigung des ermordeten Premierministers Jitzchak Rabin im Jahr 1995 beizuwohnen.

Und zweitens ließ er als autoritärer Führer in Ägypten eine wüst anti-israelische und antisemitische Presse erblühen, zum Teil, um von den Fehlern und Versäumnissen der eigenen Regierungsführung abzulenken.

Aber Mubarak liebte Ägypten und verstand daher die Bedeutung und den Nutzen des Friedensvertrags, den sein Vorgänger Anwar Sadat 1979 mit Israel unterzeichnet hatte. Als dieser im Oktober 1981 ermordet wurde und Mubarak kurz darauf seinen Platz einnahm, stellte er rasch klar, den Vertrag weiter einzuhalten.

Und das tat er auch, indem er die Sicherheitsverpflichtungen aus dem Abkommen auf Punkt und Beistrich erfüllte. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass er nicht mehr tat als das und nichts zur völligen Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern beitrug. (…)

Unter Mubarak war der Vertrag kaum mehr als ein Sicherheits- und Militärabkommen. Deshalb wurden die Beziehungen zwischen den beiden Ländern auch von den Verteidigungsministerien bestimmt – und nicht von den Außenministerien.

Mubarak wollte den Friedensvertrag nie annullieren, und tatsächlich überstand das Abkommen einige schwierige Krisenzeiten, darunter die beiden israelischen Kriege im Libanon, zwei Intifadas, zahlreiche Operationen im Gazastreifen und den eingefrorenen diplomatischen Prozess mit den Palästinensern.

Er wollte beides: Er wollte die Vorteile des Vertrags – zu denen auch gehörte, dass Ägypten nicht in ständiger Kriegsbereitschaft gegen Israel gehalten werden musste und das Land wirtschaftliche Unterstützung aus den USA erhielt –, aber eben keine Normalisierung mit Israel.

Hosni Mubarak: Mr. Cold Peace – analysis

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