Verhöraussagen festgenommener Hisbollah-Kämpfer zeichnen das Bild einer völlig demoralisierten Truppe.
Gefangene Kämpfer der Radwan-Truppe, einer Spezialeinheit der libanesischen Terrororganisation Hisbollah, berichten von einem drastischen Verfall der Moral innerhalb ihrer Organisation. Laut Aussagen gegenüber der Einheit 504 des israelischen Militärgeheimdienstes, die u. a. für Verhöre von feindlichen Gefangenen zuständig ist, fühlen sich viele Kämpfer erschöpft. Sie würden gezwungen, an Einsätzen teilzunehmen, obwohl sie nicht mehr kämpfen wollen.
Einem Bericht der Jerusalem Post zufolge gaben die gefangenen Hisbollah-Kader an, nach all den Kampfhandlungen seit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 körperlich und psychisch ausgelaugt zu sein. Einer soll gesagt haben: »Die Moral ist am Boden. Niemand hat mehr die Kraft, hinauszugehen und zu kämpfen.«
Zur geringen Motivation der Kämpfer dürfte auch beitragen, dass sie vom Grund, aus dem sie ihr Leben riskieren sollen, nicht überzeugt sind: Ihnen wurde mitgeteilt, der Sinn ihres Kampfes bestehe darin, Vergeltung für den Tod des iranischen Führers Ali Khamenei zu nehmen.
Demoralisierung
Die Verhöraussagen zeigten laut der Jerusalem Post ein hohes Maß an Demoralisierung der Kämpfer. Nur unfreiwillig würden sie sich am Krieg gegen Israel beteiligen, was auch mit der Behandlung durch ihre Vorgesetzten zu tun haben dürfte. Einer meinte, sein Befehlshaber würde ihn wie ein Tier behandeln: »Es ist ihm egal. Er sagt ihm zum Beispiel nicht, was es essen soll, wie es schlafen soll – keinerlei Kommunikation. An wen soll ich mich wenden? Was soll ich tun, wenn ich verletzt bin? Es ist, als würde ein Hund einen anderen Hund in die Schlacht schicken.«
Die Frage, zu welchem Zweck er zum Kämpfen hinausgeschickt werde, beantwortete ein Radwan-Mitglied kurz und knapp mit den Worten: »Zum Sterben«.






