Irans Führer Mojtaba Khamenei, soll sich in einem kritischen Zustand befinden und nicht in der Lage sein, an politischen Entscheidungsprozessen teilzunehmen.
Der oberste Führer des Iran, Mojtaba Khamenei, ist handlungsunfähig und wird in der schiitischen heiligen Stadt Qom medizinisch behandelt. Dies berichtete die britische Times am Dienstag unter Berufung auf ein Memo, das angeblich auf amerikanischen und israelischen Geheimdienstinformationen basiert. Darin heißt es, dass Khamenei bewusstlos sei und sich in einem kritischen Zustand befinde, was ihn unfähig mache, an den Entscheidungsprozessen des Regimes teilzunehmen.
Dem Bericht zufolge wurde das Memo an Verbündete am Golf weitergeleitet und scheint das erste Dokument zu sein, das über Khameneis Aufenthaltsort berichtet, der zuvor nicht öffentlich bekannt war.
Der gemeldete Gesundheitszustand von Mojtaba Khamenei, der nach dem Tod seines Vaters Ali Khamenei bei israelischen und amerikanischen Angriffen am 28. Februar dessen Nachfolge antrat, dürfte die Unsicherheit darüber verstärken, wer den Iran während des aktuellen Krieges tatsächlich regiert. Obwohl iranische Beamte darauf bestehen, dass Khamenei weiterhin das Sagen habe, hat seine Abwesenheit aus der Öffentlichkeit seit Beginn des Konflikts Spekulationen angeheizt, dass die Macht möglicherweise in anderen Händen liegt.
Khamenei soll seit mehreren Wochen nicht mehr in der Lage sein, die Islamische Republik zu führen. Eine anhaltende Unfähigkeit zu regieren würde die vieldiskutierte Frage, ob mittlerweile die Revolutionsgarde die faktische Kontrolle innehat, wahrscheinlich noch verstärken.
Der Bericht besagt zudem, dass seit Kriegsbeginn zwei Khamenei zugeschriebene Erklärungen im iranischen Staatsfernsehen verlesen wurden. Allerdings wurden keine Audio- oder Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen der Oberste Führer direkt zu hören oder zu sehen wäre. Dies hat zu unbestätigten Behauptungen aus oppositionellen Quellen beigetragen, wonach er sich weiterhin in kritischem Zustand befindet.
Noch keine Beerdigung Ali Khameneis
Demselben Memo zufolge seien in Qom Vorbereitungen für die Errichtung eines großen Mausoleums für Ali Khamenei und möglicherweise weitere Familienmitglieder im Gange. Sollte dies zutreffen, würde dies von früheren Berichten abweichen, laut denen Trauerzeremonien und eine Bestattung Ali Khameneis in Teheran erwartet wurden.
Auch die Verzögerung der Staatsbeerdigung hat Fragen aufgeworfen. Die iranischen Behörden hatten zuvor erklärt, die Zeremonie sei wegen der Erwartung einer außergewöhnlich hohen Teilnehmerzahl verschoben worden. Doch die anhaltende Ungewissheit hat für Aufsehen gesorgt, da der schiitische Brauch traditionell eine Beisetzung kurz nach dem Tod vorsieht.
Die nun im Gespräch stehende Stadt Qom hat bereits eine zentrale Rolle in der Ermittlung von Ali Khameneis Nachfolger gespielt. Anfang März trafen israelische Luftangriffe das Gebäude, in dem sich die 88-köpfige Expertenversammlung versammelt hatte, um den neuen Obersten Führer zu wählen. Dies unterstreicht die zentrale Rolle der Stadt sowohl im Nachfolgeprozess der Geistlichkeit als auch in der Machtstruktur des Regimes.






