Moderne Sklaverei: Ausländische Hausangestellte im Libanon

„Ein neuer Bericht enthüllt, dass ausländische Hausangestellte im Libanon aufgrund der Gesetzeslage die ihre Beschäftigung regelt, ‚beschämenden’ Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. In einer Untersuchung von Amnesty International wurde festgestellt, dass ein missbräuchliches System bei der Migration für die schlechte Behandlung von weiblichen Hausangestellten im Land verantwortlich gemacht werden kann. Von mehr als 30 im Libanon lebenden Hausangestellten wurden Aussagen gemacht, die auf ‚signifikante und konsistente Missbrauchsmuster‘ hinwiesen, darunter Menschenhandel, Gehaltsverweigerung, körperliche und verbale Misshandlungen, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und Nahrungsentzug.

Das im gesamten Nahen Osten weit verbreitete Kafala-System (Sponsoring-System) bindet die legale Aufenthaltsgenehmigung von Wanderarbeitnehmern an ihren Arbeitgeber, wodurch diese die vollständige Kontrolle über das Leben ihrer Beschäftigten erlangen. Das System wurde von Aktivisten als moderne Sklaverei beschrieben. ‚Es ist ungeheuerlich, dass mehrere libanesische Regierungen blind zu sein scheinen, gegenüber der Vielzahl an Missbräuchen, dem die Hausangestellten mit Migrationshintergrund an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Unter Kafala haben sich diese Privathäuser in vielen Fällen geradezu zu Gefängnissen für ihre Arbeiter entwickelt, die oft mit atemberaubender Verachtung oder ausgesprochener Grausamkeit behandelt werden’, sagte Heba Morayef, Direktor von Amnesty International im Nahen Osten und Nordafrika. (…)

Untersuchungen zeigen, dass es im Libanon üblich ist, dass Arbeitgeber ihre Hausangestellten in ihren Häusern einsperren. Eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem Jahr 2016 ergab, dass 22,5 Prozent der Arbeitgeber die Arbeiter immer oder manchmal in ihren Häusern einsperrten. Die IAO sagte, dass die tatsächliche Zahl noch viel höher sein könnten, da nicht jeder zugeben würde, diese Praxis anzuwenden. Dieselbe Studie ergab, dass 18 Prozent der Arbeitgeber glaubten, dass sie gesetzlich dazu berechtigt waren. Der Amnesty Report stellte fest, dass Hausangestellte, aufgrund der Isolation und der Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber, dem Risiko von körperlichen und sexuellen Missbrauch ausgesetzt sind. Sechs der 32 von Amnesty befragten Frauen gaben an, misshandelt worden zu sein: ‚Schlagen, verprügeln oder würgen, Ziehen an den Haaren und das Schlagen des Kopfes gegen die Wand.‘“ (Richard Hall: „Amnesty decries ‚shameful’ treatment of migrant domestic workers in Lebanon”)

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