Moderatorin Andrea Kiewel: „Wie können der Tagesschau solche Fehler unterlaufen?“

Kritisiert Tagesschau-Bericht über Raketenangriffe auf Israel: Moderatorin Andrea Kiewel. (Quelle: Olaf Kosinsky/Wikimedia Commons)

„Liebe Kolleginnen und Kollegen der ARD, Sie irren sich! Ich war vor Ort, als es losging mit den Raketen aus Gaza. Die Reaktion der israelischen Armee darauf war – wie der Name schon sagt – eine Reaktion. Man muss Israel nicht mögen. Man kann diesen Staat kritisieren, sich zur Brust nehmen und ihm viele Fragen stellen. Man muss aber, wenn man Journalist ist, die Wahrheit berichten.

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Wenn also eine Meldung der ARD-‚Tagesschau‘ mit ‚Nach schweren Angriffen der israelischen Armee‘ beginnt, erweckt diese Nachricht den Eindruck, Israel hätte angefangen mit den Raketen. Israel sei der Aggressor. Das ist falsch. Ich lege beide Hände dafür ins Feuer. Ich war dabei. Zwar nackt und unter der Dusche, aber ich war live dabei, als die – was diese Auseinandersetzung betrifft erste – Rakete von Gaza aus abgefeuert und 45 Sekunden später vom ‚Iron Dome‘ über Israel abgefangen und zerstört wurde.

Liebe Kolleginnen und Kollegen der ‚Tagesschau‘, ich unterstelle Ihnen gewiss keine bewusste Falschmeldung. Dennoch komme ich nicht umhin, mich zu fragen, wie gestandenen Journalisten so ein Fehler unterlaufen kann? Denn so, wie es meine Pflicht (mehr als das, es ist mir auch ein Anliegen) als Moderatorin einer großen Unterhaltungsshow ist, in meinen Anmoderationen weder die Künstler, die in meinem ‚ZDF‐Fernsehgarten‘ auftreten, noch deren Songs zu bewerten, so ist es für Sie als Nachrichtenredakteure unbedingt Ihre Aufgabe, wahrheitsgemäß über politische Ereignisse zu berichten.

Und dazu gehört auch, dass man die zeitliche Reihenfolge von Geschehnissen einhält. Selbst wenn es sich um Israel handelt (Achtung: Ironie!): Zuerst beschoss Gaza Israel mit Raketen, dann verteidigte sich Israel mit einem militärischen Manöver.“ (Andrea Kiewel: „Liebe Kollegen …“)

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