„Atom-Deal ist so nah wie nie“, meldete die heutige Kronen Zeitung und brachte damit den allgemeinen Tenor der Berichterstattung über die Verhandlungen zwischen den P5+1 und dem iranischen Regime auf den Punkt. Während allerorts die Punkte aufgezählt werden, an denen ein Vertragsabschluss doch noch zu scheitern droht, fehlt der Blick aufs Ganze. Ja, die Verhandlungsparteien mögen einem Deal so nahe sein wie nie zuvor – so wie bei den mittlerweile unzähligen Malen, bei denen in den vergangenen zwei Jahren schon genau dasselbe behauptet wurde –, aber der Grund für diese Nähe wird stets verschwiegen: Wie die Foreign Policy Initiative (FPI) mit ihrer erschütternden Zusammenstellung von Zitaten von einst und dem Blick auf die Realität von heute belegt, ist ein Deal vor allem deshalb nahe, weil die sogenannte internationale Gemeinschaft in so gut wie jedem wichtigen Punkt vor der Beharrlichkeit und Intransigenz des iranischen Regimes in die Knie gegangen ist. „Was sich bei den Atomgesprächen in Wien abzeichnet, ist kein Durchbruch, sondern ein Zusammenbruch“, wird der israelische Premier in der Kronen Zeitung zitiert. „Mit jedem Tag gibt es mehr und mehr Konzessionen der Weltmächte.“ Wie Recht er damit hat, zeigt das von der FPI erstellte, erschütternde Protokoll einer Kapitulation.
