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Milizen in Libyen terrorisieren Homosexuelle

Im Zuge des Bürgerkriegs kommt es auch zu expliziter Gewalt gegen LGBT+Personen in Libyen
Im Zuge des Bürgerkriegs kommt es auch zu expliziter Gewalt gegen LGBT+Personen in Libyen (Quelle: Facebook)

Im Schatten des Bürgerkriegs gerät die Verfolgung von LGBT+Personen in Libyen aus dem Blickfeld der internationalen Gemeinschaft.

Fairouz ben Salah, Al-Monitor

In Libyen tobt ein bewaffneter Konflikt, seit im Zuge des von der NATO unterstützten Aufstand am 20. Oktober 2011 der Diktator Moammar Gaddafi gestürzt und getötet wurde. Deswegen sind die Angriffe der extremistischen islamistischen Milizen auf LGBTQ+ Personen Aus dem Blickfeld der Medien und Nichtregierungsorganisationen geraten, die sich auf den Bürgerkrieg und die ständigen Verletzungen des Waffenstillstands konzentrieen.

Libysche LGBTQ+Aktivisten erzählten Al-Monitor, dass Mitglieder ihrer Community Opfer von Prügel, Inhaftierung und Mord durch die bewaffneten Milizen geworden sind. „Wir riskieren Entführung, Folter oder gewaltsames Verschwindenlassen durch die Milizen. Die meisten Menschen der LGBTQ+Community in Libyen haben keine Hoffnung, dass sich die Dinge zum Besseren wenden werden“, sagte eine Aktivistin, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte.

Die 22-jährige libysche LGBTQ+Aktivistin, die jetzt in Tunis, der Hauptstadt des benachbarten Tunesiens, lebt, fügte hinzu: „Ich bin vor fünf Jahren aus Libyen geflohen, als ich mit der Miliz und meiner Familie in Schwierigkeiten geriet. Die Flucht ist oft die einzige Lösung. Wenn sie können, gehen LGBTQ+Persoenen zuerst nach Tunesien, in der Hoffnung, mit Hilfe des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in ein sicheres Land umgesiedelt zu werden.“

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„Viele LGBTQ+Personen, die es schaffen, Libyen zu verlassen, gehen nach Tunesien, wo ihnen zivilgesellschaftliche Organisationen, vor allem LGBTQ+Gruppen, vorübergehende Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach Asyl in anderen Ländern anbieten“, sagte Rasha Younes, eine Mitarbeiterin von Human Rights Watch, gegenüber Al-Monitor.

Aber wie die aus Libyen geflohene Aktivistin betonte, „ist nicht jeder in der Lage zu fliehen und Migration kann nicht die Lösung sein. Wir brauchen einen sozialen Wandel im Land.“ 2019 gründete sie zusammen mit drei anderen libyschen LGBTQ+Flüchtlingen die erste LGBTQ+Webplattform Libyens, Kun Libya (was auf Arabisch so viel bedeutet wie „Sei, wer du bist“). Zu dieser Zeit erreichte der libysche Bürgerkrieg einen Höhepunkt, was auch zu einer Welle extremer Gewalt gegenüber LGBTQ+Personen führte.

„Menschen aus unserer Communitiy waren eines der Hauptziele der Milizen, die aufgrund des Bürgerkriegs freie Hand bekommen hatten. Es kursierte eine Liste von Cafés, die von den Milizen bezichtigt wurden, LGBTQ+freundlich zu sein. Menschen verschwanden, ihre Telefone wurden beschlagnahmt und abgehört. Aber die Gewalt blieb für die internationale Gemeinschaft unsichtbar“, sagt die Aktivistin.

Sie erklärt, dass Libyen, im Gegensatz zu den meisten anderen Nationen in der Region, „keine strengen Gesetze gegen Homosexualität von der französischen oder britischen Kolonialjustiz geerbt hat.“ Dennoch, so sagt sie, „können sich Milizen, die nach einer Rechtsgrundlage suchen, auf das libysche Strafgesetzbuch berufen, das sowohl außerehelichen Geschlechtsverkehr als auch ‚unanständige Handlungen mit einem Partner mit dessen Zustimmung‘ verbietet, oder sich auf Gesetze zur öffentlichen Ordnung berufen.“

(Aus dem Artikel „Libyan LGBTQ+ activists speak out on violence by extremist militias, der bei Al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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