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USA: Menschenrechtsanwältin feiert Terroristen als Freiheitskämpfer

Lamis Deeks Rede auf dem al-Quds-Tag in New York
Lamis Deeks Rede auf dem Al-Quds-Tag in New York (Quelle: Twitter)

Auch in New York wurde der iranische Al-Quds-Tag von zahlreichen antiisraelischen Organisationen genutzt, um antisemitische Parolen auf den Straßen zu skandieren.

In etlichen westlichen Metropolen wurde Ende April der 1979 von Ajatollah Khomeini ausgerufene Al-Quds-Tag zur Vernichtung Israels mit Demonstrationen begangen, oft von Aufrufen zur Gewalt und Verherrlichung von Terrorismus begleitet. In Toronto forderte eine durch die Innenstadt ziehende Menge, den Staat Israel von der Landkarte zu tilgen und jubelte über Raketen, die vom Libanon auf israelische Zivilisten abgeschossen worden waren.

Ein ähnliches Bild zeigte sich in New York City. Eine sogenannte Menschenrechtsanwältin, die mindestens bis 2016 dem New Yorker Vorstand der Pseudobürgerrechtsorganisation Council on American-Islamic Relations (CAIR) angehörte – ein Verband, der enge Verbindungen zum Anti-Israel-Flügel der Demokratischen Partei um Ilhan Omar, Rashida Tlaib und anderen pflegt –, sagte in einer bejubelten Rede, die Hamas, der Islamische Dschihad, die Iranischen Revolutionsgarden und die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) seien »Freiheitskämpfer«, die nicht nur für die Palästinenser, sondern für die ganze – angeblich von Israel bedrohte – Menschheit kämpften.

Die Al-Quds-Tag-Demonstration fand in New York City am Freitag, den 29. April, statt. Dazu aufgerufen hatten unter anderen die islamische Anti-Israel-Organisation Within our Lifetime, die PFLP-Vorfeldorganisation Samidoun, die trotzkistische Splitterpartei Workers World Party, die »antiimperialistische« United National Antiwar Coalition,die antizionistische jüdische Sekte Neturei Karta und mehrere radikale muslimische Organisationen. Die Veranstaltung wurde gefilmt, das Video ins Internet gestellt.

»Zionisten sind in unserer Stadt nicht willkommen«, sagte Nerdeen Qiswani von Within our Lifetime bei der Veranstaltung mitten in New York (hier bei Minute 12:50). Die Rede der CAIR-»Menschenrechtsanwältin« Lamis Deek ist von MEMRI dokumentiert.

»Menschenrechtsanwältin« für Terroristen

Nerdeen Qiswani hatte davor die Menge über Lautsprecher aufgeheizt und klargestellt, dass im Kampf gegen Israel alle Mittel recht seien. »Palästina wird frei sein!«, brüllte sie, worauf die Menge mit dem Echo antwortete: »Palästina wird frei sein!« Ähnlich ging es weiter. Qiswani: »Mit allen notwendigen Mitteln!« Publikum: »Mit allen Mitteln!«

Danach war Lamis Deek an der Reihe:

»Wir erklären unmissverständlich, dass alle Palästinenser Freiheitskämpfer sind. Dass diejenigen, die für Gerechtigkeit kämpfen, wie die Hamas, wie Jabhat, wie der Islamische Dschihad, wie die iranischen Al-Quds-Brigaden, wie die PFLP alle Freiheitskämpfer sind.

Sie kämpfen nicht nur für die Verteidigung und Befreiung Palästinas, sie kämpfen für die Sicherheit und den Schutz aller Menschen, für die Israel, die Apartheid, eine globale Bedrohung darstellt.«

Dann kam sie auf die jüdische Weltverschwörung zu sprechen. Israel, so Deek, sei der »Mobilisator der globalen Weltmaschine vom Sudan bis Guatemala«, habe als solcher »Zehntausende von Menschen getötet« und stelle eine »globale Bedrohung« dar. Der »Widerstand« diene daher »nicht nur den Palästinensern, sondern der Welt«. Der »Krieg« sei »eskaliert«, aber: »Der Befreiungskrieg wird kommen.«

Kaum kaschiert forderte die Juristin Angriffe auf amerikanische Juden. Schon auf einem virtuellen Spendenbankett von CAIR Chicago, das im November 2021 stattfand, waren »zionistische Synagogen« und jüdische Studentenverbände als Feinde benannt worden, gegen die Muslime vorgehen müssten. Lamis Deek sagte nun in New York, es sei erforderlich,

»dass unsere Verbündeten in den Straßen von New York zionistische Siedlergruppen, die zu Kriegsverbrechen in Palästina mobilisieren, stoppen, entlarven und ihre Auflösung fordern«.

Wer diese von New York aus agierenden »zionistischen Siedlergruppen« sein sollen, deren Vernichtung sie forderte, sagte Deek nicht. Das soll wohl jeder, den sie zur »direkten Aktion« ermuntere, selbst entscheiden. Es sei notwendig, so Deek weiter,

»dass wir unsere direkte Aktion gegen diesen Korridor der Kriegsverbrechen, unsere direkte Aktion an unseren Universitäten und gegen Kriegskonzerne eskalieren. Dass wir sie aufdecken und den Unterdrückern, die Apartheid ausweiten und wiederbeleben wollen, keine sichere Enklave lassen.«

Deek beendete ihre Rede mit der Aufforderung »Free free Palestine«, worauf die Menge ebenfalls skandierte: »Free free Palestine.« Und so gingen die Slogans weiter:

Deek: »Keine Gerechtigkeit« – Menge: »Kein Frieden«; »Keine Gerechtigkeit« – »Kein Frieden«; »Keine Gerechtigkeit« – »Kein Frieden«; »Israel raus aus dem Nahen Osten« – »Israel raus aus dem Nahen Osten«

Gern gesehener Gast bei Islamisten

In der Vergangenheit hat Deek Terrororganisationen wie der Hamas und der PFLP immer wieder ihr Lob gezollt. Ihre »radikale Ideologie« mache sie zu einer »beliebten Rednerin bei islamistischen Organisationen«, heißt es in einem aktuellen Beitrag des jüdisch-amerikanischen Magazins Algemeiner.

Als der zur Hamas gehörende palästinensische Terrorist Musbah Abu Sbeih im Jahr 2016 mit einem M-16-Sturmgewehr aus einem fahrenden Auto heraus die 60-jährige jüdische Großmutter Levana Malachi und den 29-jährigen Polizisten Yosef Kirma ermordete, sprach Deek von »Selbstverteidigung«.

Dass Israel eine »weltweite Bedrohung« bzw. »eine Bedrohung für uns alle auf den Straßen« sei, ist ein Topos, den Deek oft in ihre Reden einbaut, so auch bei einer Anti-Israel-Demonstration vor dem Kapitol in Washington im Mai letzten Jahres (hier ab Minute 19:15), als sie sagte, es bestehe das »Risiko«, dass die Kolonialherrschaft in Algerien und die Apartheid in Südafrika »wiederauferstehen« könnten, solange Israel existiere.

Deek praktiziert als Rechtsanwältin im Staat New York. Auf ihrer Website heißt es: »Die Arbeit von Lamis Deek umfasst internationale Menschenrechte, Strafverteidigung und Rechtsbehelfe, Bürgerrechte, Zivilprozesse, Einwanderungs- und Familienrecht.«

Laut ihrer Website war sie Gastdozentin unter anderen an der Columbia University und der Rutgers University und arbeitet mit zahlreichen Medienunternehmen zusammen, darunter Al-Jazeera, BBC, The Guardian, AP, CNN und New York Times.

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