Mena-Exklusiv

Jürgen Todenhöfer: ein neuer Kara Ben Nemsi

Von Oliver M. Piecha.

Jürgen Todenhöfer hat eine Mission: Er will Frieden schaffen. Die blutigen Kriege des Westens sollen nach 500 Jahren endlich aufhören. Dafür muss er die Wahrheit verkünden, dass Krieg nämlich Kinder tötet und keineswegs ideellen Motiven entspringt. Alles andere ist bloß die Heuchelei des Westens, deshalb heißt sein neuester Bestseller auch „Die große Heuchelei“. Außerdem müsse man mit allen reden, um die Kriege endlich zu beenden, vor allem mit Terroristen und Diktatoren. Auch das gehört zu seiner Mission. Deshalb muss er fortwährend […]

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Von Kopftüchern und Deutschen

Von Oliver M. Piecha.

Der Anfang ist ein bisschen enttäuschend, der Saal ist voll, es ist kurz nach zehn, gleich fängt es an und erst jetzt kommt auch mal ein Kopftuch in Sicht. Und dann gehört es noch zu einer Mitarbeiterin hier. Dabei soll es doch auf der Konferenz „Das islamische Kopftuch. Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ des Frankfurter Forschungszentrums „Globaler Islam“ vor allem um Eines gehen: um das Kopftuch eben. Aber offensichtlich eher in der Theorie als in der Praxis. Verglichen jedenfalls mit einem durchschnittlich besetzten S-Bahn-Wagen im Rhein-Main-Gebiet ist diese […]

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Fluchtgrund Kurzhaarschnitt: Saudische Frauen setzen sich ab

Von Oliver M. Piecha

Die Öffentlichkeit des Internets ist dabei die zugleich schärfste Waffe gegen islamische Familien- und Ehrbegriffe; aus traditioneller Sicht ist das quasi das Schlimmste, was überhaupt passieren kann. Die heile Fassade der Familie ist der Dreh- und Angelpunkt der familiären Obsessionen in islamisch geprägten Ländern. Egal, was dahinter passiert – solange nur die Fassade steht, ist alles in bester Ordnung, notfalls hilft auch Gewalt. Die wenigen jungen Frauen, die bei ihrer Flucht schließlich bewusst den Weg der Öffentlichkeit gewählt haben, oder sich vielmehr […]

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Problemzone Muslim Fashions

Von Oliver M. Piecha

Aber das klingt ja nicht nur etwas altväterlich, es weist auch unangenehm deutlich darauf hin, dass dort, wo es züchtige und sittsame Kleidung gibt, es logischerweise auch unsittliche und unzüchtige Kleidung geben muss, sonst würde das Unterscheidungskriterium „modest“ gar keinen Sinn ergeben. Aber dann wäre man ja schon wieder halb in so einer hässlichen politischen Diskussion über den Islam, den Kopfbedeckungszwang und all das, wo man doch lieber über „Halal Mode“ als Gegensatz zur „Fast Fashion“ sprechen möchte. „Modest“, so sagt das […]

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Gipfel in Sharm el Sheikh: Eine europäisch-nahöstliche Bankrotterklärung

Von Oliver M. Piecha.

Das ganze Elend des alten Nahen Ostens hat der ägyptische Präsident Sissi beim Gipfeltreffen von Europäischer Union und Arabischer Liga in Sharm el Sheikh auf den Punkt gebracht: Die „palästinensische Sache“ sei der zentrale und primäre Bewegrund für die Araber und eine der Hauptwurzeln aller Konflikte in der Region. Ja, so war das jahrzehntelang; um nichts zu sagen, hat man über Palästina gesprochen. Das hatte den Vorteil, irrelevant und konsequenzlos zu sein; immer konnten sich alle darauf einigen und bedächtig und betroffen nicken. So sollte die große palästinensische Sache auch beim ersten Gipfeltreffen zwischen EU und Arabischer Liga ein wenig über den unangenehmen Eindruck hinwegretten, dass man sich nicht nur nichts zu sagen hatte, sondern dass es vor allem darum ging, nicht über den katastrophalen Zustand der Staatenwelt zwischen Atlantik und Persischem Golf zu sprechen [...]

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„Die Dimension der Zerstörung durch den IS wird nicht verstanden“

Ein Interview mit Salam Omer, dem Chefredakteur des irakischen Online-Newsportals Kirkuk Now, das sich der Berichterstattung über die sogenannten „umstrittenen Gebiete“ verschrieben hat. Diese „Disputed territories“ umfassen einen Gebietsstreifen von der nordirakischen Stadt Mosul bis zur Erdölstadt Kirkuk. In der Zone leben Minderheiten, hier war ISIS aktiv, und die politische Zugehörigkeit ist ebenso umstritten, wie oft die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse vor Ort. Der Kernbereich der disputed territories wurde bis Oktober 2017 von kurdischen Sicherheitskräften kontrolliert, war aber […]

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Der Müll, die Stadt und das Giftgas

Von Oliver M. Piecha

Abfall- und Umweltprobleme werden im Nahen Osten zunehmend als politisches Problem gesehen. Ein Bericht aus Irakisch-Kurdistan. Der Berghang glitzert und funkelt im späten Nachmittagslicht. Unten liegt das wuchernde Sulaimaniyya im Dunst, eine chaotische Stadtlandschaft voller gestapelter Retortensiedlungen und nie zu Ende gebauter Wohnblockruinen türkischer Bauunternehmen. Der glitzernde Abhang des Hausbergs Azmar ist jedoch keineswegs mit Edelsteinen übersät; die Sonne spiegelt sich in unzähligen weggeworfenen […]

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Abschiebungen nach Syrien: Eine Gespensterdebatte

Von Oliver M. Piecha

Die Meldung klang, so deutlich sollte man das ruhig sagen, bizarr: „Die Innenminister von CDU und CSU wollen einem Medienbericht zufolge von kommendem Sommer an wieder syrische Staatsbürger in ihre Heimat abschieben.“ Bayern und Sachsen hatten also bei der aktuellen bundesdeutschen Innenministerkonferenz einen Antrag eingebracht, der darauf zielte, Abschiebungen nach Syrien wiederaufzunehmen, „sobald es die Sicherheitslage im Land erlaubt“. Dazu soll die Situation in Syrien  neu bewertet werden, offensichtlich mit der Erwartung, dass einzelne Regionen des Landes sich als abschiebetauglich erweisen könnten. Die Meldung wurde in den folgenden Tagen von diversen CDU-Politikern der Bundesebene relativiert, der Kanzleramtsminister Altmaier wies in der Bild am Sonntag auf die schlichte Tatsache hin, dass Assad noch immer an der Macht sei. Auch Innenminister de Maizière distanzierte sich [...]

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Vom Jubelperser zum Prügeltürken: 50 Jahre uralter Naher Osten

Von Oliver M. Piecha

Sie hielten die sprichwörtlichen Baulatten in ihren Händen, mit denen sie auf Demonstranten einschlugen, manche benutzten auch Totschläger; und ihr Beruf war so dunkel wie ihre Anzüge: Jubelperser, Mitglieder des furchtbaren Savak, des iranischen Geheimdienstes. Sie sollten glückliche staatstreue Iraner spielen, die ihrem Herrscher zujubeln und zugleich Proteste unterbinden. „Jubelperser“, dieser Begriff fand in der Folge Eingang in den Duden und die Presse machte aus ihnen umgehend den „Prügelperser“ […]

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