Mena-Exklusiv

Der IS hat einen erfolgreichen Genozid an den Jesiden begangen

Ein Gespräch mit Suzn Fahmi vom Jinda Center in Dohuk

Das Kalifat des Islamischen Staates (IS) ist so gut wie besiegt. Aber noch immer werden Tausende von Jesiden vermisst. Suzn Fahmi arbeitet als Projetkoordinatorin für das Jinda-Center in Dohuk und betreut seit über drei Jahren jesidische Mädchen, die vom IS in die Sexsklaverei entführt wurden. Mit ihr sprach Thomas von der Osten-Sacken in Dohuk. Zuletzt interviewte er sie für Mena Watch im Dezember 2017 […]

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Das Erbe des Islamischen Staates

Von Thomas von der Osten-Sacken

[...] An der Front spielen sich unvorstellbare Szenen ab. Befreit wurde etwa eine Gruppe von jesidischen Kindern, die sich seit mittlerweile viereinhalb Jahren in den Klauen der Organisation befunden haben. Neben Tausenden von Mädchen und Frauen, von denen unzählige bislang noch nicht zurückgekehrt sind, verschleppte der IS gezielt jesidische Kinder und unterzog sie einer Gehirnwäsche mit dem Ziel, aus ihnen Muslime zu machen. Einige wurden sogar als Selbstmordattentäter missbraucht. Viele mussten mit ansehen, wie ihre Eltern misshandelt und ermordet wurden. In einem kurzen Video fragt eines dieser Kinder, ob seiner Heimat Shingal auch nichts geschehen sei. Offenbar weiß es bislang nicht, dass sich dort, wo es einst gewohnt hat, heute eine fast unbewohnbare Ruinenlandschaft befindet und Hunderttausende Jesiden weiterhin in Flüchtlingslagern im kurdischen Nordirak leben müssen [...]

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Bequeme Erzählungen: Die USA und Syrien

Karl-Peter Schwarz begrüßt in seiner Kolumne ein „neues Kapitel in der amerikanischen Nahost-Politik“. Mit dem US-Abzug aus Syrien werde die Konsequenz aus einer gescheiterten Politik militärischer Interventionen in der Region gezogen – die allerdings gar nicht so stattgefunden hat, wie Schwarz sie darstellt. (...) Eine konsequent auf Regimewechsel in Syrien setzende Politik der Vereinigten Staaten konnte schon allein deshalb nicht scheitern, weil sie nie betrieben wurde. Auch nachdem die USA zusammen mit ihren Alliierten schließlich doch selbst militärisch intervenierten, taten sie das nur gegen den Islamischen Staat und waren ausdrücklich darum bemüht, nicht gegen das syrische Regime vorzugehen. Es war nicht „erst Trump“, der sich von der Idee verabschiedet habe, die USA müssten „weltweit die Demokratie exportieren“ – von dieser Vorstellung war schon Präsident Obama weit entfernt [...]

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„Die Dimension der Zerstörung durch den IS wird nicht verstanden“

Ein Interview mit Salam Omer, dem Chefredakteur des irakischen Online-Newsportals Kirkuk Now, das sich der Berichterstattung über die sogenannten „umstrittenen Gebiete“ verschrieben hat. Diese „Disputed territories“ umfassen einen Gebietsstreifen von der nordirakischen Stadt Mosul bis zur Erdölstadt Kirkuk. In der Zone leben Minderheiten, hier war ISIS aktiv, und die politische Zugehörigkeit ist ebenso umstritten, wie oft die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse vor Ort. Der Kernbereich der disputed territories wurde bis Oktober 2017 von kurdischen Sicherheitskräften kontrolliert, war aber […]

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Der Islamische Staat hat gewonnen

Von Thomas von der Osten-Sacken

Hunderttausende ezidischer Flüchtlinge, die 2014 dem Überfall des Islamischen Staates (IS) auf ihre Heimat, den Sinjar, entkommen konnten, warten in notdürftig versorgten Lagern auf den fünften Winter, den sie in Irakisch-Kurdistan verbringen müssen. An eine Rückkehr ist für sie nicht zu denken, die Grenzen nach Europa sind zu und längst ist ihr Schicksal in Vergessenheit geraten. Auch wenn der Sinjar vom IS befreit wurde, bleibt die Region zerstört und unbewohnbar. Zwar gibt es seitens westlicher Staaten und auch der irakischen Regierung vollmundige Erklärungen, man wolle für einen Wiederaufbau sorgen. Wie die […]

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Der IS und Assad: Von der Illusion einer internationalen Gemeinschaft

Von Thomas von der Osten-Sacken

Sie gehört zum Mantra politischer Sonntagsreden nach einem weiteren Massaker: die Forderung, dass nie wieder geschehen dürfe, was geschehen sei. Und dann geschieht es doch wieder, und es folgt die nächste Sonntagsrede. Es war so nach Ruanda, Darfur und nach dem Völkermord an den Jesiden im Jahr 2014. Immerhin wurde Nadia Murad nun mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und für ein paar Tage liest man wieder vermehrt über die Verbrechen des Islamischen Staates an den Jesiden, vor allem aber an Jesidinnen, die in die Sexsklaverei verschleppt wurden. Noch immer sind unzählige von ihnen nicht zurückgekehrt und […]

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Das Schicksal des Retters der wohl bekanntesten Ezidin in Deutschland

Von Thomas von der Osten-Sacken

Nadia Murad, eine der tausenden ezidischer Mädchen und Frauen, die 2014 im Irak vom Islamischen Staat in die Sexsklaverei verschleppt wurden, ist inzwischen weltberühmt. Sie konnte schon wenige Wochen nach ihrer Gefangennahme fliehen, anders als so viele andere Mädchen und Frauen, die noch jahrelang in IS-Gefangenschaft leben und leiden mussten. Murad konnte fliehen, weil ihr ein arabischer Bewohner Mosuls damals half. Sein Name: Omar Abdel Jabar. Jabar geriet später selbst in das […]

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Treffen Putin-Trump: Was von einem Syrien-Deal zu erwarten wäre

Von Thomas von der Osten-Sacken

Kurz vor dem Gipfeltreffen zwischen dem US-Präsidenten und seinem russischen Amtskollegen in Finnland, fragen sich Beobachter, ob es in Helsinki zum großen Syrien-Deal kommen wird und wenn, wie dieser aussähe. Werden die USA Syrien ganz den Russen überlassen und auch aus dem Nordosten des Landes abziehen, den sie noch zusammen mit der kurdischen PYD kontrollieren? Und wenn, zu welchen Konditionen? Eines scheint klar: Donald Trump hat einer längerfristigen Präsenz von US-Truppen in Syrien kein Interessen, wie schon sein Vorgänger Barack Obama hat er sich […]

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