Mena-Exklusiv

Studie in arabischer Welt: Jüngere wollen weniger Religion

Von Thomas von der Osten-Sacken

Nur selten bieten sich halbwegs brauchbare Einblicke, was die Bevölkerung in der arabischen Welt so denkt und umtreibt. Öffentliche Befragungen sind eher selten und meist zweifelhafter Herkunft in Ländern, die mehrheitlich auf der Liste von Freedom House als unfrei geführt werden. Als halbwegs repräsentativ gilt der alljährlich durchgeführte „ASDA’A ArabYouth Survey“, auch wenn er aus Dubai getätigt wird und Golfstaaten in ihm überrepräsentiert sind, dagegen die beiden bevölkerungsreichen Länder Sudan und Syrien nicht berücksichtigt wurden. Die Umfrage wird seit […]

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Österreichs größte Tageszeitung und das blutige Endspiel in Syrien

Von Florian Markl

In einer ausführlichen Reportage beschrieb die New York Times am Sonntag einen besonders grausamen Bestandteil des „rücksichtslosen Krieges“, den das syrische Regime in den vergangenen acht Jahren gegen die eigene Bevölkerung geführt hat: Hunderttausende Syrer wurden in Gefängnissen und anderen Einrichtungen systematisch gefoltert, fast 14.000 im Zuge dessen getötet, von rund 128.000 fehlt bis heute jede Spur. Verteidiger Assads haben für das Schicksal dieser Menschen bestenfalls Krokodilstränen übrig – sie propagieren weiter das Skript des Regimes, demzufolge in Syrien bloß ein Kampf gegen islamistischen Terror geführt werde. [...]

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Darfur: Kleine Erinnerung an einen vergessenen Genozid

Von Thomas von der Osten-Sacken

Der gestürzte sudanesische Präsident Omar al-Bashir war weltweit der erste Staatschef, der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit international mit Haftbefehl gesucht wurde. Genützt hat das nie, al-Bashir konnte sogar ungestört in der Gegend herumreisen und Amtskollegen wie Recep Tayyip Erdogan in der Türkei oder Bashar al-Assad in Syrien besuchen. Vergangenes Jahr besuchte er sogar ungehindert ein WM-Spiel in Moskau. Gerade in den letzten Jahren schienen sich auch Amerikaner und Europäer nur noch wenig um den […]

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Wie eine Frau zum Symbol des Sturzes von Sudans Diktator Bashir wurde

Von Thomas von der Osten-Sacken

Mit dem erzwungenen Rücktritt des sudanesischen Diktators Omar al-Bashir endete innerhalb von nur zwei Wochen die Herrschaft zweier langjährige Präsidenten in Nordafrika. In beiden Fällen reagierte das Militär auf wachsenden Druck der Straße. Längst ist deshalb auch von einem arabischen Frühling 2.0 die Rede. Überall in der Region fühlen sich Oppositionelle bestätigt und verfolgen elektrisiert die Nachrichten aus den beiden Ländern […]

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Statt gegen Israel wendet sich die Wut gegen die Hamas

Von Thomas von der Osten-Sacken.

Einst war die „arabische Straße“ eine feste Größe: Ob nationalistisch oder islamistisch, Despoten und autoritäre politische Führer nutzten sie gekonnt für ihre Zwecke. Wer erinnert sich nicht an die orchestrierten Massenaufmärsche in Kairo, Bagdad, Beirut, Teheran und Gaza. Nach Rache wurde dort gebrüllt, das Ende von Imperialismus und Zionismus gefordert und wirksam Fahnen verbrannt und mit Gewalt gedroht. Spätestens seit 2011, als Millionen in der arabischen Welt sich dann gegen ihre eigene Führung richteten und die seit Jahrzehnten festgefrorenen […]

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Algerien: Proteste gegen Präsidenten weiten sich aus

Von Thomas von der Osten-Sacken

Am gestrigen Freitag fand die bislang größte Demonstration gegen die erneute Nominierung des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika statt. Nicht nur in der Hauptstadt Algier, sondern an unzahligen anderen Orten in Algerien und auch Frankreich gingen Zehntausende auf die Straße. Längst ist in der Region von einem „algerischen Frühling“ die Rede und Gäste in Talkshows spekulieren über ein mögliches Ende des algerischen Einparteiensystems, dass die ganzen regionalen Umbrüche und Unruhen der vergangenen Jahre bislang recht unbeschadet überstanden hatte. Denn anders als […]

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Gipfel in Sharm el Sheikh: Eine europäisch-nahöstliche Bankrotterklärung

Von Oliver M. Piecha.

Das ganze Elend des alten Nahen Ostens hat der ägyptische Präsident Sissi beim Gipfeltreffen von Europäischer Union und Arabischer Liga in Sharm el Sheikh auf den Punkt gebracht: Die „palästinensische Sache“ sei der zentrale und primäre Bewegrund für die Araber und eine der Hauptwurzeln aller Konflikte in der Region. Ja, so war das jahrzehntelang; um nichts zu sagen, hat man über Palästina gesprochen. Das hatte den Vorteil, irrelevant und konsequenzlos zu sein; immer konnten sich alle darauf einigen und bedächtig und betroffen nicken. So sollte die große palästinensische Sache auch beim ersten Gipfeltreffen zwischen EU und Arabischer Liga ein wenig über den unangenehmen Eindruck hinwegretten, dass man sich nicht nur nichts zu sagen hatte, sondern dass es vor allem darum ging, nicht über den katastrophalen Zustand der Staatenwelt zwischen Atlantik und Persischem Golf zu sprechen [...]

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Sexuelle Belästigung in Ägypten: „Das Regime kann die eigenen Normen nicht durchsetzen“

Interview mit Sahar Aziz

[...] Im Falle des freizügigen Kleids kommt der Druck wahrscheinlich von Al-Azhar oder anderen religiösen Institutionen, die ihr mit der Androhung von Verfolgung auf die Hand hauen, bildlich gesprochen. Ich glaube nicht, dass das wirklich vor Gericht landen wird. Die Behörden müssen sich vor den religiösen Autoritäten in Pose werfen, um sicherzustellen, dass die religiösen Führer loyal zum Regime bleiben. Das Sisi-Regime ist meiner Ansicht nach im Kern kein islamisches Regime; es muss aber sicherstellen, dass religiös-orthodoxe Institutionen wie Al-Azhar die Legitimität des Regimes nicht in Frage stellen (...) Die Regierung schreckt vor dem politischen Preis zurück, den sie zahlen müsste, wenn sie so viele Männer verärgern würde. Denn um die Gesetze gegen sexuelle Belästigung durchzusetzen, müsste sie Zehntausende junger Männer verhaften. Darum ist es für die Regierung politisch einfacher, die weiblichen Opfer zu bestrafen, als die männlichen Täter zur Verantwortung zu ziehen. [...]

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Die Schnauze voll: Frauen in Golfstaaten fordern Reformen

Von Thomas von der Osten-Sacken

Erst kürzlich machte die Geschichte der aus Saudi Arabien stammenden Rahaf Mohammed Schlagzeilen, die in Thailand um Asyl bat, abgelehnt wurde und dann doch nach Kanada ausreisen konnte. Mohammed ist keineswegs ein Einzelfall: Immer öfter versuchen Frauen aus den Golfstaaten zu fliehen, entweder weil ihre Familie sie gegen ihren Willen verheiraten wollen oder sie andere Repressionen fürchten. Die Zeiten im Nahen Osten ändern sich rasant und inzwischen wächst eine junge Generation heran, die sich immer öfter gegen erdrückende Traditionen auflehnt. [...]

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Oman: Proteste gegen hohe Arbeitslosigkeit

Von Thomas von der Osten-Sacken

Es passiert nicht so häufig, dass Menschen im Oman auf die Straße gehen. Die Gründe sind vielfältig, vor allem aber wird das Land mit harter Hand regiert und Opposition nicht zugelassen – außer sie ist handzahm und stellt weder die Macht des seit Jahren kränkelnden Sultans in Frage noch das politische System. Aber auch im Oman kommt es immer wieder zu Protesten, 2011 gab es sogar einen kurzen und am Ende blutigen „Omanischen Frühling“. Schon damals forderten die Demonstranten neben politischen Freiheiten vor allem […]

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