Mena-Exklusiv

Goebbels auf Arabisch (Teil III): Von der Nazipropaganda zum Nahostkrieg von 1948

Von Matthias Küntzel

Der große Nazi-Krieg gegen die Juden war mit dem kleineren Krieg der Araber gegen Israel von 1948 durch mehrere Kontinuitätsmomente verbunden. So ergriffen während der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs, als Deutschlands Niederlage absehbar war, der Mufti und dessen Nazi-Freunde Maßnahmen, die sicherstellen sollten, dass auch nach einem Sieg der Alliierten das zionistische Projekt in Palästina verhindert werden kann. Zu diesen „Vorbereitungen für die Tage nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs“, so der Mufti, gehörten [...]

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Goebbels auf Arabisch (Teil II): Judenhass per Radio

Von Matthias Küntzel

Die Nazis wollten den Judenmord nicht auf Europa beschränken. „Dieser Krieg wird mit einer antisemitischen Weltrevolution und mit der Auslöschung der Juden überall in der Welt enden“, heißt es in einer NSDAP-Direktive von Mai 1943. „Beides wird die Voraussetzung für immerwährenden Frieden sein.“ So war es Hitlers erklärter Wille, den Massenmord auch auf die etwa 700.000 Juden in Nordafrika und im Nahen Osten auszudehnen. Dies war Teil des Versprechens, das er Amin el-Husseini, dem Mufti von Jerusalem, bei ihrer Unterredung am 28. November 1941 in Berlin gab. Sobald die deutschen Armeen den Südausgang Kaukasiens erreicht haben, erklärte Hitler seinem Gegenüber, werde das deutsche Ziel „die Vernichtung des im arabischen Raum unter der Protektion der britischen Macht lebenden Judentums sein“. [...]

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Heute vor 80 Jahren (1): Erklärung der Juden Palästinas

Von Florian Markl

Mena Watch nimmt den 80 Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs zum Anlass, um zurück in die Vergangenheit zu blicken: In den kommenden Wochen werden wir jeden Mittwoch anhand von ausgewählten historischen Zeitungsberichten nachzeichnen, wie sich der Krieg auf den Nahen Osten auswirkte. Den Anfang machen wir mit einer Erklärung der Jewish Agency vom 3. September 1939 – dem Tag, an dem Großbritannien offiziell in den Krieg gegen Nazi-Deutschland eintrat [...]

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Goebbels auf Arabisch (Teil I): Nazi-Radiopropaganda im Zweiten Weltkrieg

Von Matthias Küntzel

Kurz vor dem deutschen Überfall auf Polen, während der letzten Augusttage 1939, mussten Nazi-Agenten in Ägypten dieses Land fluchtartig verlassen. Sie ließen dabei Schriftstücke in ihren Wohnungen zurück, die dem britischen Geheimdienst in die Hände fielen. Die spärlichen Dokumente waren von hoher Brisanz, machten sie doch klar, dass die Nazis mit der ägyptischen Muslimbruderschaft in einem weitaus engeren Verhältnis standen, als bis dahin angenommen. (...) Der 30-seitige Bericht Note on German Suspects – Egypt, den ich im britischen National Archive fand, enthüllt darüber hinaus, dass NS-Vertreter an Konferenzen der Muslimbruderschaft teilnahmen, dass deutsche Stellen „Palästina-Treffen“ mit den Muslimbrüdern durchführten und über dieses Thema auch unmittelbar mit Hassan al-Banna, dem Führer der Muslimbruderschaft, sprachen. [...]

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Die Brücke über den Kishon, oder: Wie in Haifa Geschichte gemacht wurde

Von Sharon Oppenheimer

[...] Es klingt fast wie ein Wunder: In weniger als einer Stunde beendeten zwei Sikh-Bataillone vier Jahrhunderte osmanischer Herrschaft. Die mit Speeren und Schwertern ausgestatteten Sikhs besiegten die osmanische Armee und ihre mit modernsten Waffen und schweren Geschützen ausgerüsteten deutschen und österreichischen Verbündeten in rund vierzig Minuten. [...]

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Buchtipp: Wie die arabische Welt ihre Juden verlor

Von Redaktion Mena Watch

Nach Georges Bensoussans „Die Juden in der arabischen Welt. Die verbotene Frage“ erscheint dieser Tage mit Nathan Weinstocks „Der zerrissene Faden. Wie die arabische Welt ihre Juden verlor. 1947-1967“ eine zweite Studie, die sich mit dem fast vollständigen Exodus der Juden aus den Staaten des Nahen Ostens beschäftigt. Mena Watch präsentiert im Folgenden die Einleitung des 2008 auf Französisch erschienenen Buches. [...]

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Antisemitismusbeauftragter plädiert für Streichung deutscher UNRWA-Gelder

Von Stefan Frank

Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Dr. Michael Blume, hat gegenüber Mena Watch für eine Streichung der deutschen Zahlungen an die umstrittene UN-Agentur UNRWA plädiert. „Selbstverständlich!“, schrieb Blume per E-Mail auf die Frage, ob die Bundesregierung dem Beispiel der Schweiz und der Niederlande folgen und kein Geld mehr an die UNRWA überweisen sollte. Die Vereinigten Staaten, der früher größte Beitragszahler, hatten ihre Zahlungen bereits 2018 eingestellt. Bei der Schweiz und den Niederlanden war der jüngste Skandal um mutmaßlichen Machtmissbrauch und Veruntreuung von Geldern auf höchster Ebene der Anlass für den Stopp der Zahlungen [...]

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Enkel eines Hitler-Attentäters klagt Deutschland auf Rückerstattung seines Erbes

Von Sharon Oppenheimer

Rund um den 75. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler ist Deutschland mit einem Rückerstattungsverfahren konfrontiert, das weitreichende Folgen haben könnte: Der Enkel eines der Verschwörer vom 20. Juli 1944 wird von den Behörden in einen ausufernden Rechtsstreit über Eigentum gezwungen, das die Nazis seiner Familie gestohlen haben. Dabei hat er NS-Methoden aufgedeckt, die bisher noch nie so präzise beschrieben worden sind. Sollte seine Klage erfolgreich sein, könnten die Erben von Nazi-Opfern, die auf die gleiche heimtückische Weise um ihr Vermögen gebracht wurden, Deutschland mit einer Welle von Rückerstattungsansprüchen überziehen [...]

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