Mena-Exklusiv

Die angeblich katastrophale Gründung Israels

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

John Bunzl nimmt die dieser Tage in Wien stattfindende Konferenz „Europa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus“ zum Anlass, in seinem Gastkommentar einmal mehr gegen Israel vom Leder zu ziehen und zu behaupten, dass der jüdische Staat im Grunde selbst daran schuld sei, gehasst zu werden. So offen will er das zwar nicht sagen, aber sein Versuch, um den heißen Brei herumzureden, ist von einer deutlichen Krampfhaftigkeit geprägt. Mit theoretischen und empirischen Befunden zum zeitgenössischen Antisemitismus und zum Israelhass, der beispielsweise von den Antisemitismus-Forschern Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz als die heutzutage „dominante Formvariante“ des Antisemitismus bezeichnet wird, hält sich Bunzl nicht auf, sondern erklärt den Judenhass kurzerhand zu einer „Form des Rassismus“. Antizionismus habe damit nichts zu tun, denn dieser sei bloß „die Ablehnung eines bestimmten politischen Projekts“. Bunzl will im Ungefähren verbleiben und schwammig nur von einem „politischen Projekt“ sprechen, weil die Parallele sonst allzu deutlich würde: So wie Antisemiten ihren Hass unter allen Menschen auf eine besondere Gruppe, die Juden, konzentrieren, fokussieren Antizionisten ihre Feindschaft auf genau einen unter allen Staaten auf der Welt: den jüdischen [...]

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Mena-Exklusiv

Eskalation in Gaza: Manche Medien ändern sich wohl nie

Von Florian Markl

Einige Medien berichteten über die Eskalation auf erfreulich differenzierte Weise. Der Online-Standard etwa wusste unter dem Titel „Militante Palästinenser schossen 400 Raketen auf Israel“ über die „intensivsten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014“ zu berichten. (...) Im Gegensatz zum Standard glänzten einige andere Medien wieder einmal durch die übliche Selektivität und Einseitigkeit ihrer Berichterstattung. Für die Hauptnachrichtensendung des ORF war beispielsweise klar, wie die Schlagzeile aussehen muss, damit die klare Rollenverteilung vom israelischem Aggressor und palästinensischen Opfer, der man sich seit Jahr und Tag verschrieben hat, nicht durcheinanderkommt [...]

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Mena-Exklusiv

Newsweek: Geschichtsklitterung für Anfänger

Von Florian Markl

Das Wochenmagazin Newsweek widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe der Frage, ob die Nahost-Politik von US-Präsident Donald Trump die Khashoggi-Affäre überstehen werde können. Eine Übersicht über den „Nahen Osten im Wandel“ soll die dazu notwendigen Hintergrundinformationen über verschiedene Staaten zur Verfügung stellen. So auch über Israel, über das zu lesen ist: „Die Gründung Israels 1948 brachte es sofort in Konflikt mit arabischen Staaten in der Region, die über die massenhafte Vertreibung der Palästinenser verärgert waren“. Diese Beschreibung passt zwar bestens zu einer weit verbreiteten Sichtweise, die Hass auf den jüdischen Staat stets nur als Reaktion auf dessen (schuldhaftes) Verhalten betrachtet, stellt aber eine Geschichtsklitterung dar, die eines Qualitätsmediums unwürdig ist. Denn die arabische Ablehnung Israels war nicht eine Folge des palästinensischen Flüchtlingsproblems, sondern existierte bereits, bevor der jüdische Staat am 15. Mai 1948 ins Leben gerufen wurde – und somit schon in einer Zeit, in der es überhaupt noch keine arabischen Flüchtlinge gab. Werfen wir einen Blick auf einige historischen Fakten […]

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Die Lügen der Israel-Boykottbewegung – ein Beispiel

Von Florian Markl

In den USA sorgte unlängst ein Universitätsprofessor für Schlagzeilen. Eine Studentin hatte ihn um ein Empfehlungsschreiben für einen Studienaufenthalt im Ausland gebeten. Ein völlig alltäglicher Vorgang, müsste man annehmen – wenn es sich bei der für das Auslandssemester auserkorenen Universität nicht um eine in Israel gehandelt hätte und der Professor nicht ein Anhänger der israelfeindlichen Boykottbewegung BDS wäre. (...)

Wie so oft bei Beispielen, die von Israelfeinden zur Begründung ihrer diskriminierenden Aktivitäten vorgebracht werden, hat die Sache einen Haken: Der Professor und seine Stichwortgeber aus den Reihen der BDS-Bewegung haben recht mit der Behauptung, dass die Säuglingssterblichkeit unter israelischen Arabern größer ist als unter jüdischen Israelis, nur haben die Gründe dafür nichts mit einer angeblich von Israeli praktizierten Politik rassistischer Unterdrückung zu tun [...]

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Mena-Exklusiv

Trump: Sklave der israelischen Regierung und Opfer eines jüdischen Einflüsterers

Von Florian Markl

Wer steckt in Wahrheit hinter der Politik von Donald Trump? Dank eines Gastkommentars in der Presse wissen wir jetzt, was nicht wenige, die sich mit Sicherheit nicht als Antisemiten verstehen, schon immer vermutet haben: ein „rätselhafter jüdischer Einflüsterer“ ist es, was, um nur ja keine Unklarheiten aufkommen zu lassen, gleich auch zur Überschrift von Ian Burumas leicht wirren Ausführungen gemacht wurde. Kaum einer sei so „unheimlich“ wie der an die „schlimmsten Instinkte“ Trumps appellierende [...]

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Mena-Exklusiv

Stellt sich die iranische Bevölkerung hinter ihre Unterdrücker?

Sehr geehrter Herr Kramar,

Sie warnen in Ihrem Kurier-Leitartikel im Zusammenhang mit Donald Trumps Aussagen vor den Vereinten Nationen über das iranische Regime vor einem „Krieg, in dem es nur Verlierer gibt“. Ohne Zweifel hat Trump in seiner Rede harte Worte für die islamistische Diktatur in Teheran gefunden. Seine Bemerkung, die „iranischen Führer säen Chaos, Tod und Zerstörung“ und „respektieren weder Grenzen noch ihre Nachbarn“, mag im Rahmen des Spektakels namens UN-Generalversammlung zwar durchaus undiplomatisch sein, ist angesichts der iranischen Beteiligung an den Kriegen in Syrien, im Irak und im Jemen sowie der subversiven Aktivitäten des Regimes in praktisch der gesamten Region inhaltlich aber kaum zu bestreiten. Derartige Feststellungen hört man in einem Europa, das gerade im Begriff ist, in Konfrontation mit den USA zur offenen Kollaboration mit der iranischen Diktatur überzugehen, nicht gerne. Dass der US-Präsident laut „die Kriegstrommel“ [...]

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Abschuss in Syrien: Es gibt kein „Verstecken hinter einem Flugzeug“

Der ehemalige israelische Luftwaffengeneral Amos Yadlin wies ebenfalls via Twitter darauf hin, dass die „weitreichende Inkompetenz und Rücksichtslosigkeit“ der syrischen Luftabwehr bei der Unterscheidung von Freund und Feind auch leicht zum Abschuss eines zivilen Flugzeugs hätte führen können. Darüber hinaus gebe so etwas wie ein „Verstecken hinter einem Flugzeug“nicht, wie das russische Verteidigungsministerium dies den israelischen Jets vorgeworfen habe. „Diese unprofessionelle russische Behauptung ist falsch.“

Angesichts dieser doch deutlich über eine bloß abstrakte Zurückweisung hinausgehenden israelischen Reaktionen auf die russischen Vorwürfe ist umso erstaunlicher, dass in Ihrem Bericht auf dem Weg vom Text in die Überschrift irgendwie der Konjunktiv verlorengegangen ist, der die indirekte Wiedergabe der russischen Behauptungen markiert. Denn im Untertitel ist zu lesen: „Israelische Jets hatten ein russisches Flugzeug als ‚Sichtschutz‘ benützt“ [Hrvg. von mir] [...]

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