Mena-Exklusiv

Israel: Alle Staatsbürger sind rechtlich gleichgestellt

Sehr geehrter Herr Hauenstein,

Sie schreiben in der Kronen Zeitung unter dem Titel „Bürger zweiter Klasse“, die Drusen seien in Israel „die einzigen nicht-jüdischen Staatsbürger, denen der Militärdienst offensteht“. Das ist schlicht falsch. Der verpflichtende Militärdienst gilt in Israel grundsätzlich für Juden, Drusen und Tscherkessen. Angehörige anderer Bevölkerungsgruppen werden zwar nicht eingezogen, der Militärdienst steht ihnen aber sehr wohl offen. (...) Weiters schreiben Sie, in Israel sei ein Gesetz verabschiedet worden, mit dem Israel zu einem Staat werde, „in dem ausschließlich Juden über die Zukunft des Landes bestimmen dürfen.“ Auch diese Behauptung ist falsch: [...]

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Amnesty International: Spenden sammeln mit Israel-Diffamierung

Von Florian Markl

Auch edle Ziele benötigen Geld zu ihrer Umsetzung. Deshalb wirbt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mit einem Videoclip um Spenden. Inhaltliches Zugpferd der aktuellen Kampagne ist ein zweifelsohne wichtiges Anliegen: der Kampf gegen Vergewaltigung von Frauen als Kriegswaffe. Weniger hehr als das Anliegen ist das Mittel, dessen sich die Menschenrechtler bedienen: Der Spendenaufruf wird zum Teil untermalt von Aufnahmen israelischer Soldaten, die eine Frau, mutmaßlich eine Palästinenserin, abführen. Obwohl der israelisch-palästinensische Konflikt sich von anderen auch gerade dadurch unterscheidet, dass Vergewaltigungen durch Soldaten darin so gut wie keine Rolle spielen, bringt Amnesty International die israelische Armee mit Vergewaltigung als Kriegsmittel in Verbindung – und setzt damit in seiner Spendenkampagne einmal mehr auf die Diffamierung und auf haltlose Anklagen Israels. [...]

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Bequeme Erzählungen: Die USA und Syrien

Karl-Peter Schwarz begrüßt in seiner Kolumne ein „neues Kapitel in der amerikanischen Nahost-Politik“. Mit dem US-Abzug aus Syrien werde die Konsequenz aus einer gescheiterten Politik militärischer Interventionen in der Region gezogen – die allerdings gar nicht so stattgefunden hat, wie Schwarz sie darstellt. (...) Eine konsequent auf Regimewechsel in Syrien setzende Politik der Vereinigten Staaten konnte schon allein deshalb nicht scheitern, weil sie nie betrieben wurde. Auch nachdem die USA zusammen mit ihren Alliierten schließlich doch selbst militärisch intervenierten, taten sie das nur gegen den Islamischen Staat und waren ausdrücklich darum bemüht, nicht gegen das syrische Regime vorzugehen. Es war nicht „erst Trump“, der sich von der Idee verabschiedet habe, die USA müssten „weltweit die Demokratie exportieren“ – von dieser Vorstellung war schon Präsident Obama weit entfernt [...]

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Kronen Zeitung: Alternative Fakten zum „Heiligen Land“

Von Florian Markl

[...] Für Seinitz besteht das Problem jedenfalls darin, dass die Bevölkerungszahl „zwischen Mittelmeer und Jordan (…) von 700.000 im Jahre 1947 auf 13 Millionen gestiegen ist“. Während die Zahl von aktuell 13 Millionen Bewohnern ungefähr stimmen dürfte, fragt man sich: Wie kommt Seinitz auf die Zahl von 700.000 Menschen, die das Land vor rund 70 Jahren bewohnt haben sollen? Wer auch nur mit einigen Eckdaten der Geschichte des arabisch-israelischen Konflikts vertraut ist, dem sollte diese Zahl einiges Stirnrunzeln verursachen. Wenn die Vereinten Nationen allein die Zahl der im Zuge des Krieges von 1948/49 aus dem Territorium Israels geflohenen Araber auf 711.000 schätzten, wie kann sich die Gesamtbevölkerung der Region – einschließlich der Teile des Gebiets, die von Ägypten und Jordanien erobert wurden – auf nur 700.000 belaufen haben? [...]

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Alle Jahre wieder …

Sehr geehrte Kurier-Redaktion,

sobald Weihnachten naht, finden sich in österreichischen Medien unweigerlich Berichte aus Bethlehem, so auch im heutigen Kurier, in dem die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt interviewt wird, die palästinensische Christin Vera Baboun. Und so sicher wie das Amen in der Kirche strotzen diese alljährlichen Berichte von interessierten Auslassungen und blinden Flecken – das Interview mit Baboun stellt diesbezüglich leider keine Ausnahme dar. (...) Baboun, so erfahren die Leser des Kurier, „glaubt an den Frieden“. Nachdem sie eine Wiederwahl als Bürgermeisterin abgelehnt habe, sei sie heute eine Beraterin der Vereinten Nationen für „Women participation in the Arabic World“. Der Beitrag lässt allerdings – ob geflissentlich oder aus bloßer Unkenntnis, kann ich nicht beurteilen – beiseite, dass Baboun als Bürgermeisterin u.a. im Rahmen einer Gedenkfeier sprach, auf der palästinensische Selbstmordattentäterinnen bejubelt wurden, die aus Bethlehem kamen [...]

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Jahrestag des UN-Teilungsbeschlusses: Ein jüdischer und ein arabischer Staat

Rund 55 Prozent des Mandatsgebiets (exklusive des bereits abgetrennten Transjordaniens) waren für den jüdischen Staat vorgesehen: das östliche Galiläa (mit dem Hule-Tal und dem See Genezareth), der Großteil der Negev-Wüste (mit Ausnahme von Beer Scheva) und das Küstengebiet nördlich von Aschdod bis nach Haifa. Der jüdische Staat hätte zwar mehr als die Hälfte des Landes umfassen sollen, doch beinhaltete dieses Gebiet die zum großen Teil unfruchtbare Negev-Wüste. [...] Im Hinblick auf die Bevölkerung der beiden Staaten ergab sich ein deutliches Ungleichgewicht: Der jüdische Staat war so begrenzt, dass er zwar den überwiegenden Teil der Juden im Land inkludiert hätte, doch stellten sie selbst in diesem Gebiet nur eine kleine Mehrheit über die arabischen Bewohner dar. Im vorgesehenen arabischen Staat hätte dagegen nur eine verschwindend kleine jüdische Minderheit gelebt.

Der vorgeschlagene Teilungsplan hätte bedeutet, dass den rund 11,5 Millionen Quadratkilometern der arabischen Welt knapp 16.000 Quadratkilometer eines jüdischen Staates gegenübergestanden wären. Von den geschätzten 50 bis 60 Millionen Arabern des Nahen Ostens hätten rund 350.000, also nicht einmal ein Prozent, als Minderheit mit gesicherten Minderheitenrechten in diesem Staat leben müssen.

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Die angeblich katastrophale Gründung Israels

Sehr geehrte Standard-Redaktion,

John Bunzl nimmt die dieser Tage in Wien stattfindende Konferenz „Europa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus“ zum Anlass, in seinem Gastkommentar einmal mehr gegen Israel vom Leder zu ziehen und zu behaupten, dass der jüdische Staat im Grunde selbst daran schuld sei, gehasst zu werden. So offen will er das zwar nicht sagen, aber sein Versuch, um den heißen Brei herumzureden, ist von einer deutlichen Krampfhaftigkeit geprägt. Mit theoretischen und empirischen Befunden zum zeitgenössischen Antisemitismus und zum Israelhass, der beispielsweise von den Antisemitismus-Forschern Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz als die heutzutage „dominante Formvariante“ des Antisemitismus bezeichnet wird, hält sich Bunzl nicht auf, sondern erklärt den Judenhass kurzerhand zu einer „Form des Rassismus“. Antizionismus habe damit nichts zu tun, denn dieser sei bloß „die Ablehnung eines bestimmten politischen Projekts“. Bunzl will im Ungefähren verbleiben und schwammig nur von einem „politischen Projekt“ sprechen, weil die Parallele sonst allzu deutlich würde: So wie Antisemiten ihren Hass unter allen Menschen auf eine besondere Gruppe, die Juden, konzentrieren, fokussieren Antizionisten ihre Feindschaft auf genau einen unter allen Staaten auf der Welt: den jüdischen [...]

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Eskalation in Gaza: Manche Medien ändern sich wohl nie

Von Florian Markl

Einige Medien berichteten über die Eskalation auf erfreulich differenzierte Weise. Der Online-Standard etwa wusste unter dem Titel „Militante Palästinenser schossen 400 Raketen auf Israel“ über die „intensivsten Angriffe seit dem Gaza-Krieg 2014“ zu berichten. (...) Im Gegensatz zum Standard glänzten einige andere Medien wieder einmal durch die übliche Selektivität und Einseitigkeit ihrer Berichterstattung. Für die Hauptnachrichtensendung des ORF war beispielsweise klar, wie die Schlagzeile aussehen muss, damit die klare Rollenverteilung vom israelischem Aggressor und palästinensischen Opfer, der man sich seit Jahr und Tag verschrieben hat, nicht durcheinanderkommt [...]

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