Mena-Exklusiv

Was Syrien mit „War on Terror“ meint

Von Thomas von der Osten-Sacken

Was es mit dem War on Terror auf sich hat? Man könnte sich weiter den Mund fusselig reden, warum Putin, der Iran und Assad keine Partner im Kampf gegen den Jihadismus sind, sondern genau das Gegenteil, und weiter auf taube Ohren stoßen. Denn angeblich ist der Islamische Staat ja die Hauptbedrohung, und wer gegen ihn kämpft, doch irgendwie ein Alliierter. Dass diese Logik vor allem dazu führe, dem Iran das Feld zu überlassen, und er jetzt de facto Syrien und den Irak kontrolliert – eine bedrohliche Entwicklung, vor der vor allem Israelis immer wieder warnen –, scheint zumindest in Europa niemanden weiter zu beunruhigen.

Dabei instrumentalisieren die Genannten diesen Kampf nur für sich, um den Krieg zu gewinnen und dabei vor keiner Brutalität zurückschrecken zu müssen. Und sie sind sich sicher, dass man ihnen ihr Narrativ weiter abkauft.

Israel bombardiert eine Chemiewaffeneinrichtung in Syrien, die es laut Abkommen von 2013 gar nicht geben dürfte; einem Abkommen, über das ein Jahr später der damalige deutsche Außenminister vollmundig erklärte:

„in einer beispiellosen Aktion ist es der internationalen Gemeinschaft innerhalb eines Jahres gelungen, die Chemiewaffen des syrischen Regimes unschädlich zu machen.“

Und wie reagiert Syrien zwei Tage nachdem die UN erstmals öffentlich erklärt haben, auch nach 2013 habe das Assad Regime Sarin gegen seine Bevölkerung eingesetzt? Es verkündet, der Angriff auf die Einrichtung bei Masyaf  sei ein weiterer Beweis, dass der jüdische Staat „globale jihadistische Gruppen unterstützt“. Denn nach syrischer/russischer/iranischer Lesart unterstützen die USA und Israel ja Al Qaida und den Islamischen Staat, um so die Macht im Nahen Osten an sich zu reißen. Und „War on Terror“ heißt für sie, vor allem die USA und Israel als die wirklichen Drahtzieher zu bekämpfen.

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