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US-Abgeordnete Rashida Tlaib: Vereidigung in „palästinensischer Tracht“

Von Tina Adcock

Wahlparty: Rashida Tlaib mit Mutter und palästinensischer Flagge

Die frisch gewählte amerikanische Kongressabgeordnete Rashida Tlaib gab bekannt, dass sie anlässlich ihrer Vereidigungszeremonie im Januar ein traditionelles palästinensisches Gewand tragen werde. Ihre Vorfahren haben palästinensisch-arabische Wurzeln, ihre Mutter stammt aus dem Dorf Beit Ur al-Fauqa in der Nähe von Ramallah und ihr Vater wurde in Beit Hanina in Jerusalem geboren. Um ihre Wurzeln zu betonen, habe sie sich für das beschriebene Kleidungsstück entschieden, von dem sie mit folgenden Worten ein Foto auf Instagram postete: „Eine kurze Vorschau: Das ist es was ich zu meiner Vereidigungszeremonie im Kongress tragen werde. #PalästinensischesGewand #FürmeineMama“

CNN und Al Jazeera berichteten, dass das Kleidungsstück, die Thawb, typisch für palästinensische Frauen sei und die jeweilige Stadt, aus der die Frau kommt, repräsentiere. Jedoch ist eben dieses Kleidungsstück im gesamten Nahen Osten verbreitet und es ist rein gar nichts spezifisch „palästinensisch“ daran. Am 30. November widmete auch ARD Israel Palästina der Thwab seine Aufmerksamkeit und veröffentlichte eine Kurzdokumentation mit dem Titel „Bunte Leidenschaft: Palästinensische Frauenkleider sind seit Jahrhunderten für ihre prachtvolle Strickerei bekannt“. Schnell wird klar, dass die portätierte „Tracht“ eine politische Botschaft sendet, wird doch behauptet, dass sie auf „vorbiblische Zeiten“ zurückgehe: „Besonders an den palästinensischen Kostümen ist dieses Rot, wir nennen es ordschuani. Die Kanaaniter haben die Farben aus Muscheln bezogen.“ Was haben nun also die Kanaaniter mit den sogenannten Palästinensern zu tun? Die Antwort ist: Nichts, denn die nationale Selbstbezeichnung als Palästinenser wurde erst als politische Strategie unter Arafat eingeführt, zuvor verstanden sich die Bewohner der palästinensischen Gebiete schlicht als Araber.

Doch noch nicht einmal der geographische Bezug auf diese palästinensischen Gebiete trifft auf die genannte Praxis des Kleiderfärbens zu, wie Stefan Frank in seiner Analyse des ARD-Berichts ausführt. Zwar existiert die Anschauung, das das Volk, welches die Griechen als Phönizier bezeichneten, von den Israeliten „Kanaaniter“ genannt wurde. Doch Archäologen legten dar, dass diese Anschauung falsch ist: mit dem griechischen „Phönizien“ wurde die Küstenregion des heutigen Libanon bezeichnet, während „Kanaan“ in der hebräischen Bibel eine Bezeichnung für die Feinde Israels und ihr Gebiet wird als weiter südlich sowie Richtung Jordan liegend beschrieben. Des Weiteren wurde die Purpurfarbe der Phönizier nicht für Volkstrachten verwendet, da sie viel zu teuer war. Die heutigen Palästinenser stammen von verschiedenen Völkern der Region ab und nicht von einem bestimmten wie den Kaananitern, von denen noch nicht einmal klar ist, ob es sie jenseits der Fremdbezeichnung durch die Israeliten überhaupt je gab. Die Kleidung der Frauen jedenfalls ist heute völlig verschieden von der vor 3000 Jahren. All das hält die Palästinensische Autonomiebehörde aber nciht davon ab, hartnäckig das Märchen von der Abstammung der Kanaaniter zu verbreiten, um die Geschichte der Levante für die letzten Jahrtausende umzuschreiben.

 

Eine Boykottkativisten im US-Repräsentantenhaus

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Rashida Tlaib nun ist die erste Muslima mit palästinensischen Wurzeln, die einen Sitz im US-amerikanischen Repräsentantenhaus gewann. Sie gilt als eine Kritikerin von Donald Trump Politik und sagte gegenüber dem englischen Channel 4, dass sie entschlossen gegen amerikanische Militärhilfe für Israel stimmen werde. Nach ihrem Wahlsieg erklärte sie, in eine palästinensische Flagge gewickelt: „Meine Stärke entspringt dem Fakt, dass ich Palästinenserin bin.“ Darüber hinaus weiteren gab sie bekannt, dass sie für eine Einstaatenlösung wäre – für einen bi-nationalen palästinensischer Staat, der Israel ersetzen soll und damit den Konflikt beenden würde.

Tlaib gilt als explizite Unterstützerin der Israelboykottbewegung BDS und möchte eine Delegation leiten, die die Westbank besuchen soll: „Ich möchte, dass wir alle die Segregation sehen können und wie sie uns uns daran hindert einen wirklich Frieden in der Region zu erreichen. (…) Ich denke nicht dass [das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC)] die Realität zeigt und einen fairen Einblick in diese Angelegenheit gibt.“ Die Reisegruppe soll sich hauptsächlich auf Themen wie Israels „Inhaftierung von palästinensischen Kindern“, Bildung, Zugang zu Wasser und Armut fokussieren. Tlaib plant während ihres Trips weder Vertreter de israelischen Regierung zu treffen noch Vertreter der Palästinensischen Autorität. Damit möchte sie eine Gegengewicht zu der ursprünglich von AIPAC geplanten Israelreise schaffen, die Treffen mit israelischen Geschäftsleuten, Regierungsvertretern. Militärs uvm. beinhaltete. Die Einschnitte und die Neuplanung dürften bereits viel über das Bild verraten, das Rashida Tlaib vermitteln möchte.

Ihre BDS-Unterstützung begründete Tlaib damit, dass die Bewegung den ökonomischen Boykott nutze, um die Aufmerksamkeit auf „Probleme wie Rassismus und die Verletzung von internationalen Menschenrechten, die Israel jetzt gerade begeht“ zu lenken. Im August veröffentlichte Tlaib mehrere Anti-Israel-Tweets und unterstützt offiziell die Zerstörung des einzigen jüdischen Staats der Welt. Auch unterhält sie enge Beziehungen zu der notorischen Antisemitin und Womans-March Leiterin Linda Sarsour und bekundetet Sympathie für die palästinensische Terroristin Rasmea Odeh auf Twitter. Die Wahl ihrer Kleidung für die Vereidigungszeremonie soll diesen Einsatz für die „palästinensische Sache“ und gegen Israel nun noch einmal öffentlich unterstreichen.

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