Mena-Exklusiv

Keine Terroristen aus dem Iran?

arbabsiar-saudi-fbiSehr geehrte Frau Vospernik,

im heutigen Ö1-Morgenjournal-Interview zu Donald Trumps Einreisestopp führten Sie im Zuge einer Frage aus, dass auch der „Iran, aus dem nie ein Terrorist kam, auf der Liste [der betroffenen Länder; Anm. Mena Watch] steht.“ Diese Ausführungen sind nicht korrekt. Nicht nur ist der Iran auch weiterhin der weltweit größte Sponsor von Terrorismus, wie das State Department unter John Kerry im Juni 2016 erneut feststellte. Sieht man von den Anschlägen auf amerikanische Einrichtungen im Libanon in den 1980er-Jahren ab – die immerhin die schwersten Anschläge gegen die USA vor 9/11 waren –, gab es auch iranische Anschlagspläne in den USA selbst.

So wurde etwa im Oktober 2011 ein iranisch-amerikanischer Staatsbürger wegen eines geplanten Attentats auf den saudischen Botschafter festgenommen. Darüber hinaus sollen er und zwei weitere Verdächtige Anschläge auf die saudi-arabische und die israelische Botschaft in Washington vorbreitet haben. Die Verdächtigen waren Mitglieder bzw. standen im Sold der iranischen Revolutionsgarden, einer davon war gar ein Beamter der iranischen Regierung. Bloß weil es den amerikanischen Behörden gelungen ist, den Anschlag zu vereiteln, bevor er zur Ausführung gelangte, lässt sich also nicht behaupten, dass iranische Terroristen noch nie in den USA tätig waren.

Mit freundlichen Grüßen,
Mag. Alexander Gruber
Mena Watch – der unabhängige Nahost-Thinktank

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