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Jahrestag der Hamas-Gründung: 31 Jahre Terror, Gewalt und Not

Von Tina Adcock

Tausende Hamas Anhänger versammelten sich am Sonntag in Gaza um den 31. Geburtstag der islamischen Terrororganisation zu feiern. Damit auch Schüler und Studenten an den Feierlichkeiten teilnehmen konnten, wurden Schulen und Universitäten geschlossen. Ein kurzer historischer Überblick soll zeigen, was eigentlich gefeiert wurde.

Logo der PLO

Am Anfang stand die im Jahr 1964 gegründete Palästinenische Befreiungsbewegung (PLO), die einen Dachverband für die muslimischen und arabischen Palästinenser bildete. Deren Charta rief dazu auf, dass das arabische Volk sich gegen den Zionismus, der als westlicher Imperialismus verstanden wurde, kämpfen solle. Unter Beihilfe anderer arabischer Staaten wollten die PLO ein unabhängiges Palästina gründen. Sie sprach den Juden ab, ein Volk zu sein. Stattdessen seien sie lediglich eine Religionsgemeinschaft und hätte allein schon deswegen keinen eigenen Staat verdient. Der Zionismus sei laut Artikel 15 der Charta zu eliminieren.

Neben der PLO gab es noch einen weiteren Akteur, die Muslimbrüder, die sich 1928 in Ägypten gegründet hatten und ab 1945 ebenfalls in Palästina aktiv waren. Sie sahen nach dem Untergang des Osmanischen Reichs im Jahr 1924 mit dem Ende des Kalifats und der Etablierung der Nachfolgestaaten die Zeit noch nicht gekommen, um einen Krieg gegen Israel zu führen. Zuvor müsse eine Islamisierung der Gesellschaft erfolgen, damit der verderbliche westliche Einfluss zerstört und der Kampf gegen die Gottlosen aufgenommen werden könne. Später gründeten sich islamistische Jihad-Organisationen, die die Terroristen des Palästinensischen Islamischen Jihad und später auch der Hamas trainierten. Sie durchliefen auch Terrortrainingseinheiten unter der libanesischen Hizbollah.

Die Hamas selbst wurde durch das Zusammenspiel dieser Organisationen und der ersten Intifada (1987-1991) geboren. Der Name selbst ist ein Akronym für Islamische Widerstandbewegung. Die Palästinenser gingen in der ersten Intifada in Form von Steinwürfen auf dieAautos von Juden und anderen gewaltsamen Übergriffen gegen Israel vor, die als Widerstand bezeichnet wurden. Als die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) mit Waffengewalt gegen die Aufständigen vorgingen, löste dies eine Welle der Entrüstung unter den Palästinensern aus.

Ahmed Yassin und Yassir Arafat

Während dieser Zeit gründete Sheikh Ahmad Yassin als Oberhaupt des Islamischen Zentrums mit weiteren Mitstreitern die Hamas, die von Anfang an nicht zum zivilen Ungehorsam, sondern ganz klar zur Gewalt aufrief. Sie bezeichnete die Gefallenen als Märtyrer. Im August 1988 folgte die Veröffentlichung der Charta der Hamas. In ihr werden u. a. antisemitische Behauptungen aus den Protokollen der Weisen von Zion wiedergegeben: „Dieser Reichtum erlaubte es ihnen [den Feinden], die Kontrolle über die Weltmedien wie zum Beispiel Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Verlagshäuser, TV-Sender und weitere Dinge dieser Art zu übernehmen.“ und „Sie stecken hinter dem Ersten Weltkrieg, um so das Islamische Kalifat auszulöschen“ und „hinter dem Zweiten Weltkrieg, in dem sie großen finanziellen Gewinn durch den Handel mit Kriegsausrüstungen verdienten und dem sie ihre Staatsgründung verdanken.“

In der Hamas-Charta wird weiter eklärt, dass eine friedliche Einigung mit Israel kategorisch abzulhenen sei: „Initiativen, friedliche, soziale Friedenslösungen und internationale Konferenzen stehen im Gegensatz zu den Prinzipien der Islamischen Widerstandbewegung.“ Die einzige Lösung sieht die Hamas im Heiligen Krieg: „Es gibt keine andere Lösung für die Palästinensische Frage als den Jihad.“ Hierin unterscheiden sich die Hamas zumindest offiziell  gegenüber der Fatah, der PLO und der Palestinan Authority (PA), die „grundsätzlich“ auch eine Zweistaatenlösung akzeptieren würden und in Verhandlungen mit Israel standen. Nach dem Abzug Israels aus Gaza erlangte die Hamas die Macht, seitdem hält sie diese aufrecht ohne erneute Wahlen.

Auch heute noch sieht die Hamas, nach all den Jahren des Herunterwirtschaftens des Küstenstreifens noch keinen Sinn darin, ein friedliches Zusammenleben mit seinem Nachbar zu anzustreben. Ismail Haniye, der derzeitige politische Führer der Hamas, warnte in seiner Rede am Sonntag die IDF davor, den Gazastreifen zu betreten: die Konsequenzen wären Tod oder Gefangennahme. Er versprach auch, die palästinensischen Häftlingen aus den Gefängnissen Israels zu befreien und führte aus: „Die Massen, die heute an dieser Kundgebung teilnehmen, sind die beste Antwort an diejenigen, die uns belagert und gegen uns gekämpft haben. Die palästinensische Nation sagt heute, dass sie den Widerstand wählt. Unseren Häftlingen in den israelischen Gefängnissen sagen wir, dass ihre Freilassung unsere Priorität und Verantwortung ist. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir Euch befreien.“ Bezüglich der sich verbessernden Beziehungen Israels mit seinen arabischen Nachbarn erklärte er: „Glaubt nicht, dass die Normalisierung einiger Organisationen ein israelischer Erfolg ist. Die arabische muslimische Nation verachtet Israel.“

Die Parade, die anlässlich des Jubiläums abgehalten wurde, zeigte Palästinenser, Erwachsene und Kinder, die in Militäruniform aufmarschierten, Maschinengewehre präsentierte und stolz neben riesigen Raketen posierten. Dass hierbei eine neue Generation des Hasses aufgezogen, trainiert und instrumentalisiert wird, interessiert hierbei die internationale Staatengemeinschaft scheinbar wenig, denn immer noch fließen Millionen an Hilfsgeldern an palästinensische Hilfswerke, die dies fördern.

Die IDF hatte ihre eigene Art der Hamas Geburtstagswünsche zu überbringen und tat dies in Form eines kurzen Videos, in dem sie unter anderem die „Erfolge“ der vergangenen Jahre aufzählt: Selbstmordattentate, Raketenangriffe, Messerattacken, Schießereien, Entführungen von israelischen Soldaten, Entführung und Hinrichtung von drei israelischen Jugendlichen, das Graben von Terrortunneln von Gaza nach Israel und vieles mehr. Abschließend fasste die IDF zusammen, dass die Hamas in den vergangenen 31 Jahren Hunderte von Israelis getötet, aber keinem einzigen Palästinenser damit geholfen hat.

Wie soll ein Frieden jemal möglich sein, wenn das einzige was eine Organisation wie die Hamas erreicht hat Krieg, Terror und Not in ihrem eigenen Gebiet ist – und sie auch nach 31 Jahren offensichtlich nichts dazu gelernt hat und Tag für Tag ihre Kindern nichts als Hass lehrt. Der oft zitierte Satz von Golda Meir stimmt auch hier trauriger Weise einmal mehr: „Es wird erst Frieden geben mit den Arabern, wenn sie ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen.“

 

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