Mena-Exklusiv

Die verkleideten Pilger – Anti-israelischer Tourismus (Teil 2)

Von Amit Barak

Die Aktivisten des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI) treten als Menschrechtsaktivisten auf und verfolgen eine antiisraelische Politik. Ein unlängst publizierter Bericht von NGO-Monitor analysiert die Aktivitäten der Gruppierung und macht so deren Agenda der Öffentlichkeit zugänglich. (Der erste Teil des Artikels wurde kürzlich hier veröffentlicht.)

EAPPI-Aktivisten während der Unruhen von Qusra (© DMU Project)

Der Bericht von NGO Monitor zeigt die Beteiligung von EAPPI und ÖRK an der Förderung der antisemitischen Boykottkampagne BDS auf. Darüber hinaus weist das gesammelte Material, des DMU-Projekts noch eine Reihe von Aktivitäten vor Ort nach: Die Unterstützung von Terrorismus, die Überwachung und Dokumentation der Aktivitäten von Sicherheitskräften wie Soldaten und Polizisten sowie die Unterstützung von Unruhen und Ausschreitungen nahe jüdischer Gemeinden und auf Hauptstraßen, die durch das Westjordanland verlaufen.

Eines der EAPPI-Teams trägt den Namen Yanoun und ist in den Bergen von Samaria und im Jordantal tätig ist. Am 30. April 2011 veröffentlichte dieses Team auf der Website des International Solidarity Movement (ISM) einen Artikel mit dem Titel „Ein Besuch in Awarta“, in dem die offizielle Version der Ermordung der Familie Fogel aus Itamar angezweifelt und stattdessen zu einem Angriff auf Israel geblasen wird. Dort heißt es, dass „wir davon überzeugt sind, dass die ganze Geschichte über die Tötung einer Siedlerfamilie durch zwei Teenager aus dem Dorf Awarta eine Lüge ist. Aber die Tötung dieser Siedler bereitete die Bühne für die Plünderung des Dorfes durch die kolonialisierende Armee des Staates Israel.“

Doch beließen es die EAPPI-Aktivisten nicht beim Verfassen von Statements, sondern gingen auch dazu über, Taten sprechen zu lassen. Am 30. Juni 2016 fand in Hebron das Begräbnis des dreizehnjährigen Hallel Yaffa Ariel statt, der von einem palästinensischen Terroristen erstochen worden war. Die Straße wurde daraufhin für jeglichen Verkehr gesperrt, der nichts mit dem Trauerzug zu tun hatte. Während des Begräbnisprozesses belästigte ein EAPPI-Aktivist die Soldaten und Sicherheitsleute und beschuldigte sie, die Bestattungsroute für den arabischen Verkehr gesperrt zu haben. Im Dezember 2017 kam es im in der Nähe der Siedlung Migdalim. zu einem Lynchversuch an jüdischen Kindern durch palästinensische Bewohner des Dorfs Qusra. Seitdem waren IDF-Truppen in dieser Region im Einsatz, woraufhin es zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. Dabei wurde ein Fahrzeug mit EAPPI-Aktivisten fotografiert, als es den Ort verließ, an dem die Unruhen stattgefunden hatten.

EAPPI-Aktivisten während des Begräbnisses von Hallel Ariel in Hebron (© DMU Project)

Die Reihe solcher Beispiele kann fortgesetzt werden. Einer älteren Quelle zufolge statteten EAPPI-Touristen dem palästinensischen Dorf Kubar einen Besuch ab, wobei sie die Familie desjenigen Terroristen besuchten, der die Familie Salomon in Halamish ermordet hatte. Der Besuch fand nur wenige Tage nach dem Mord statt – und sollte der Familie des Mörders „moralische“ Unterstützung zu gewährleisten.

Der NGO-Monitor-Report berichtet ebenfalls über ein Projekt, das von EAPPI-Aktivisten mit finanzieller Unterstützung von UNICEF durchgeführt wurde. Im Rahmen des Projekts mit dem Namen „Safe Schools“, warten die EAPPI-Aktivistenen neben palästinensischen Schulen und helfen Schülern angeblich dabei, die Straße zu überqueren. Wie man in Israel jedoch kürzlich aus den Nachrichten erfahren konnte, ist ihre wahre Aufgabe eine, die durchaus als Unterstützung von Terrorismus definiert werden kann.

Wer auf der Route 356 unterwegs ist, die die jüdischen Gemeinden im östlichen Teil von Gush Etzion (Judäa) mit dem westlichen Teil von Gush Etzion verbindet, wird an drei arabischen Schulen vorbeikommen. Zwei davon befinden sich an der Hauptstraße in Khirbat a-Dir in der Nähe der arabischen Stadt Tuqu‘. Die dritte Schule „Al Minya“ befindet sich nicht weit davon entfernt, etwa fünfhundert Meter südlich der Kreuzung von Amos. Diese Schulen sind Schauplätze von Unruhen und Steinwürfen auf israelische Autos, was bereits in vielen Fällen zu Sach- und Körperschäden geführt hat. Diejenigen, die auf der Route 60 in der Region Binjamin zwischen den Dörfern As-Sawiya und Luban e-Sharkiya unterwegs sind, werden auf zwei weitere Schulen treffen, bei denen es gelegentlich ebenfalls zu Ausschreitungen und zu Steinwürfen kommt.

An einigen Tagen in der Woche, in der Regel morgens zwischen sieben und acht und mittags um zwölf, kann man die Touristen von EAPPI dabei beobachten, wie sie im Rahmen ihres angeblichen „Schülerlotsenprojekts“ in der Nähe genau dieser Schulen warten – ausgestattet mit Kameras… Dort lauern sie darauf, Bilder von den Soldaten der IDF zu schießen, die während der Unruhen diejenigen Kinder und Jugendlichen belangen, die Steine werfen. Da von diesen Steinwürfen in den EAPPI-Dokumentationen natürlich nichts zu sehen ist, zeigen sie nur ein sehr einseitiges Bild des Konflikts auf: böse IDF-Soldaten jagen armen Schülern hinterher.

NGO-Monitor weist darauf hin, dass dieses Projekt auch von Christian Peacemaker Teams (CPT) betrieben wird. Deren Büros befinden sich in Chicago und Toronto und operieren ganz genauso wie EAPPI. Sie konzentrieren sich jedoch hauptsächlich auf die Gegend von Hebron und den Mount Hebron. Eine aktive Zusammenarbeit und der Wechsel innerhalb beider Programme ist durchaus üblich.

EAPPI-Aktivisten mit Hasan Breijieh und Kobi Snitz von den Anarchists Against the Wall (© DMU Project)

Der Bericht von NGO-Monitor und die Recherchen des DMU-Projekts zeigen auf, dass die EAPPI-Aktivisten noch mit einer Reihe anderer Organisationen zusammenarbeiten, etwa wenn sie durch passiven Widerstand an Unruhen und Verstößen in gesperrten Militärzonen teilnehmen. Unter diesen Organisationen befinden sich Ta’ayush, die Anarchisten gegen die Mauer und das Palästinensische Nationalkomitee gegen die Mauer und die Siedlungen. EAPPI-Aktivisten wurden bereits mehrere Male bei Unruhen in Gush Etzion zusammen mit Hasan Breijieh gesichtet, der zuvor in den Medien als „palästinensischer Aktivist und Sprecher der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) vorgestellt worden war: einer palästinensischen Terrororganisation.

Teil 3 des Artikels erscheint demnächst. Teil 1 wurde kürzlich hier veröffentlicht.

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