Mena-Exklusiv

Die US-Luftwaffe als Helfershelfer des iranischen Regimes

Von Thomas von der Osten-Sacken

Der Iran feiert. Erstmals seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges kontrolliert Teheran einen durchgängigen Landkorridor, der bis ans Mittelmeer reicht. Fortan können Truppen, Waffen und andere Güter viel billiger nach Syrien und in den Libanon transportiert werden. Für das iranische Hegemoniestreben im Nahen Osten ist dies ein enormer Erfolg, der in Teheran entsprechend gefeiert wird. Demonstrativ zeigte sich dann auch der Chef der iranischen Al Quds Brigaden, Quassim Solemani, dann auch auf beiden Seiten der irakisch-syrischen Grenze:

 

Dank des gemeinsamen Kampfes gegen den Islamischen Staat inszeniert sich nun einer, der laut US-State Department Hauptförderer von Terroristen im Ausland ist, nämlich Solemani, als großer Sieger. Aber es hieß ja jahrelang, der IS sei das größere Übel, und wer den IS bekämpfe, sei irgendwie ein Verbündeter. Dankbar nahm Teheran das Angebot an und nun können tausende von schiitischen Milizionären, deren Ziel die „Befreiung Jerusalems“, also die Zerstörung Israels ist, ungehindert nach Syrien transportiert werden.

Wer es wissen wollte, konnte schon 2014 wissen, was herauskommt, wenn man den Islamischen Staat mit der Islamischen Republik bekämpft. De facto haben nämlich US-amerikanische Flugzeuge den Revolutionsgardisten geholfen, sich diesen Weg frei zu kämpfen. Und auch wenn die USA heute an anderer Stelle versuchen, den Iran und die mit ihm verbündeten pro-Assad Milizen daran zu hindern, die Grenze zu erreichen, wird Washington wohl weder den Willen noch die militärische Stärke haben, langfristig den Iran davon abzuhalten, seine Kontrolle in Syrien noch auszubauen.

Indem sie sich einseitig auf den Kampf gegen den IS konzentrierten, haben die USA und die Europäer de facto dem Iran zu diesem Sieg verholfen.

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