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BDS Fail: Reykjavik nutzt israelische Drohnen zum Lebensmitteltransport

Von Stefan Frank

Es ist noch nicht lange her, da sorgte Islands Hauptstadt für Empörung, als ihr Stadtrat beschloss, israelische Waren zu boykottieren. Nun kommt aus Reykjavik die Nachricht, dass der israelische Technologiekonzern Flytrex dort demnächst Lebensmittel per Drohne transportieren wird. Wie das Unternehmen mitteilt, werde dies der „erste kommerzielle Lebensmittellieferdienst der Welt“ sein, der „ausschließlich auf unbemannten Flugobjekten basiert“. Flytrex bietet den Service gemeinsam mit dem isländischen Lieferdienst AHA an. „Mithilfe des drohnengestützten Liefersystems von Flytrex transportiert AHA nun Güter zwischen zwei Teilen der Stadt, die durch einen breiten Fluss getrennt sind“, heißt es auf der Website von Flytrex. „Das System von Flytrex wird zusätzlich zu AHAs Fahrzeugliefernetzwerk betrieben und so die täglichen Lieferkapazitäten erweitern, ohne dass neues Personal eingestellt werden muss. Ob Lebensmittel, Blumen oder ein neues Telefon – das Liefern von Produkten geht nun ebenso schnell wie das Bestellen.“

Im September 2015 hatte Reykjaviks Stadtrat eine Resolution verabschiedet, die das Büro des Bürgermeisters und die Beschaffungsabteilung der Stadt dazu aufrief, „israelische Produkte“ zu „boykottieren“, „solange Israel palästinensische Gebiete besetzt hält“. Das warf die Frage auf, was eigentlich „palästinensische Gebiete“ sind. Die Autoren waren tatsächlich der Meinung, „Palästina“ habe „vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967“ „festgeschriebene Grenzen“ besessen. So seltsam diese Anschauung war, verblasste sie im Vergleich zu der nachfolgend geäußerten These, wonach „die israelische Regierung“ „Rassentrennung“ praktiziere. Mit dieser „Rassentrennung“ begründete der Stadtrat von Reykjavik seinen Boykottbeschluss:

„Die weltweite Opposition gegen die Apartheid in Südafrika ist ein erstrangiges Beispiel dafür, wie der Boykott von Produkten und anderen Formen des Handels einen massiven Effekt haben kann. In den letzten Jahren hat eine wachsende Zahl von Individuen, Organisationen, Gemeinden und Staaten sich einer Boykottkampagne gegen Israel angeschlossen, wo es viele Ähnlichkeiten mit der Situation in Südafrika zur Zeit der Apartheid gibt.“

Als die Resolution auf Empörung stieß, weil sie dem „Kauft-nicht-beim-Juden“-Boykott der Nationalsozialisten so ähnlich war, änderte der Stadtrat sie geringfügig: Nur Produkte aus „Siedlungen“ sollten boykottiert werden. Reykjaviks Bürgermeister Dagur B. Eggertsson sagte, er habe über den Text nicht so genau nachgedacht:

„Ja, die Entscheidung war schlecht vorbereitet worden. In der Vergangenheit war ich sehr stolz darauf, alle Entscheidungen gründlich vorzubereiten. Ich gebe hier und jetzt zu, dass ich mich sehr über mich ärgere, diesmal die Entscheidung nicht so gut vorbereitet zu haben, wie ich das gerne gemacht hätte. Das war sehr unglücklich.“

Von der Entrüstung zeigte er sich überrascht: „Ich habe eine Reaktion erwartet, aber nichts Derartiges.“ Islands Ministerpräsident nannte die Resolution „absurd“ und sagte, sie schade dem Handel. Er hatte recht, wie man sieht.

Der Fall zeigt einmal mehr, dass Aktivisten, die zum Boykott des jüdischen Staates aufrufen, sich nicht nur schaden, sondern sich lächerlich machen, weil es angesichts der Fülle technologischer Innovationen, die aus Israel kommen, kaum mehr möglich ist, auf den Gebrauch israelischer Produkte zu verzichten. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass der langjährige Chefpropagandist der PLO, Saeb Erekat, derzeit in einem israelischen Krankenhaus darauf wartet, dass israelische Ärzte ihm eine israelische Spenderlunge implantieren. Erst letztes Jahr hatte Erekat auf die Europäische Union geschimpft, da sie seiner Meinung nach Israel nicht genügend boykottiere.

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